Yahoo verklagt Facebook wegen Patentverletzungen
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Yahoo verklagt Facebook wegen Patentverletzungen

 
 

Yahoo hat seine Drohungen nun endgültig wahr gemacht und verklagt Facebook wegen der Verletzung von Patenten. Die Klage erstreckt sich auf grundlegende Technologien. Dem Konzern geht es in erster Linie um das Geld.

 

(13.03.2012, 13:15) Ob es sich um Yahoos kühnste oder aber wirklich dümmste Entscheidung handelt, das beliebteste Netzwerk der Welt wegen Patentsrechtsverletzungen zu verklagen, wird sich noch zeigen. Yahoo hat jedenfalls die Drohung wahr gemacht und nach gescheiterten Verhandlungen mit Facebook Klage wegen der Verletzung von zehn Schutzrechten durch das soziale Netzwerk eingereicht. Die Patente beschreiben dabei grundlegende Technologien.

 

Der Angriff des Silicon-Valley-Urgesteins auf das wohl mächtigste soziale Netzwerk der Welt ist stark umstritten, insbesondere vor der Tatsache, dass es Facebook gelang, innerhalb der letzten Jahre Yahoo im Hinblick auf Popularität und Beliebtheit mit Leichtigkeit zu überholen. Zahlreiche Nutzer stehen somit hinter Facebook, was der Reputation Yahoos erheblich schaden könnte.

 

Geldbeschaffung knapp vor Facebooks Börsengang

Am Montag wurde von Yahoo die Klage eingereicht, mit welcher der Konzern Facebook vorwirft, ohne entsprechende Lizenzabkommen zehn patentierte Technologien im Zusammenhang mit Werbung, Datenschutzkontrolle sowie sozialen Netzwerken genutzt zu haben. Bereits im vergangenen Monat wurden rechtliche Schritte von Yahoo angedroht, sollte es zu keiner Einigung mit dem Netzwerk kommen.

 

„Wir müssen darauf bestehen, dass Facebook ein Lizenzabkommen eingeht. Oder wir werden gezwungen sein, Schritte zu ergreifen, um unsere Rechte zu schützen“, ließ der Konzern verkünden.

 

Nun wurde diese Drohung wahr gemacht und es sieht ganz so aus, als würde es auch bei den Webplattformen, ähnlich wie bei den Geräteherstellern, zum „Patent-Wettrüsten“ kommen. Facebook selbst hält insgesamt 56 Patente und hat weitere 503 Schutzrechte eingereicht. Yahoo soll sich nun um einen Prozentsatz des Anteils am Umsatz von Facebook bemühen. Bisher ist aber noch nicht klar, welche Summe Yahoo von Facebook tatsächlich fordert.

 

Interessant ist vor allem, dass Yahoo kurz vor dem Börsengang Facebooks auf die Idee kommt, die Lizenzierung der Schutzrechte zu fordern. Bei Yahoo gehört es bereits zum Usus, Internetunternehmen vor ihrem Börsengang noch Geld aus der Tasche ziehen zu wollen. Bei Googles Gang aufs Parkett im Jahr 2004 habe man ebenso Patentrechte geltend gemacht, weshalb Google dem Konzern Anteile im Wert von 230 Millionen Dollar abgetreten hat.

 

Die Schnelligkeit, mit der Yahoo gegen Facebook vorgeht, lässt vermuten, dass der Konzern rasch zu Geld kommen möchte und dafür besonders die Situation (aus)nützt, in der sich Facebook nun, knapp vor dem geplanten Börsengang, befindet. Eine Patentklage wäre für Facebook ein Hindernis auf dem Weg an die Börse und könnte diesen auch verzögern. Yahoo streitet allerdings einen Zusammenhang zwischen dem Börsengang und der Patentforderung ab. Man sei lediglich daran interessiert, die "Performance aller Geschäftsbereiche" zu steigern. Ob dies der Wahrheit entspricht, sei dahingestellt.

 

Laut Schätzungen der Marktforscher von eMarketer stieg der Umsatz von Facebook von 738 Millionen Dollar im Jahr 2009 auf 3,8 Milliarden Dollar im Jahr 2011. Bei einem solchen Anstieg wäre es nur verwunderlich, wenn Yahoo nicht davon profitieren möchte.

 

Ständiger Führungswechsel bei Yahoo

Yahoo gilt schon seit längerem als angeschlagen und kann mit Facebook und Google nicht Schritt halten. Facebook ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und konnte zuletzt mit 845 Millionen Nutzern und einen Jahresumsatz von knapp vier Milliarden Dollar Rekorde brechen. Yahoo war hingegen in den 90er Jahren eines der wichtigsten Internet-Unternehmen, hängt nun aber deutlich nach. Diese Probleme schlagen sich auch in einem ständigen Wechsel an der Spitze des Konzerns nieder.

 

Zunächst verließ Mitbegründer Jerry Yang überraschend das Unternehmen, nachdem es sich in einer fundamentalen Finanzierungskrise befand und Yang bei Investoren zunehmend in Kritik stand. Nachfolgerin Carol Bartz konnte ihre Chefposition nur kurz bewahren und wurde gekündigt, weil sie außer Stellenabbau und der Suchmaschinenpartnerschaft mit Microsoft kein Konzept zur Überwindung des Umsatzrückgangs hatte, während Facebook und Google zu immer stärkeren Konkurrenten wurden. Nun soll also Scott Thompson und sein Konzept das Unternehmen retten.

 

Der neue Yahoo-Chef Thompson wechselte erst vor kurzem von PayPal zu Yahoo und ist bekannt für seinen aggressiven Führungsstil. Eine seiner ersten Entscheidungen war die Klage gegen Facebook. Dieser Angriff auf Facebook ist von Yahoo-Entwicklern massiv kritisiert worden, heißt es. Thompson entschied sich aber dennoch dafür, mit Volldampf gegen Facebook vorzugehen.

 

Ob Yahoo mit der Klage gegen das mächtigste Netwerk der Welt Erfolg haben wird, muss abgewartet werden. In erster Linie geht es dem Konzern ganz klar um das Geld. Ob dieses aber ausreichen wird, um den Verlust der Reputation wieder auszugleichen, den man mit diesem Schritt befürchten kann, wird sich zeigen.

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