Kim Dotcom: Von Polizei 'geschlagen und getreten'

Kim Dotcom behauptet, bei der Durchsuchung seiner Villa von der Polizei "geschlagen und getreten" worden zu sein.

(07.08.2012, 15:00) Schwere Vorwürfe gegen die Polizei seitens Kim Schmitz alias Dotcom: Der Megaupload-Gründer sagte aus, dass er bei seiner Verhaftung ins Gesicht geschlagen und am Boden liegend getreten worden sei. Das Einsatzkommando hingegen erzählt die Geschichte anders. Demnach hätte sich Dotcom mit einer abgesägten Schrotflinte in einem Raum verschanzt und musste überwältigt werden.

 

So sagte Schmitz am 07. 2012 vor Gericht aus: "Und dann fielen sie alle über mich her. Ich bekam einen Schlag ins Gesicht, ein Stiefeltritt beförderte mich zu Boden (...). Ein Knie hatte ich in den Rippen (...). Ein Mann stand auf meiner Hand." 

 

Der Gründer der als illegal eingestuften Website Megaupload wurde beim High Court in Auckland angehört, um die Vorgänge bei der Durchsuchung seiner Villa am 20. Januar 2012 zu klären. Zuvor wurde bereits von einem neuseelädischen Gericht entschieden, dass der Durchsuchungsbefehl, auf dem die Razzia rechltich beruhte, ungültig war.

 

Grund waren die nicht hinreichend beschriebenen Straftaten, denen der Täter bezichtigt wurde. Wegen dieser mangelnden Definiton hätte eine Hausdurchsuchung nicht gestattet werden dürfen.

 

Der Megaupload-Gründer beklagte sich darüber hinaus auch darüber, dass er die Polizei gerne auf das Gelände seiner neuseeländischen Villa gelassen hätte, wenn diese "geklopft" hätte statt gleich die Türen einzureißen. 

Von einem Schild an der Pforte nachdem man die Polizei nicht hineinlassen solle, habe er selbst nicht gewusst. Er beteuert, dass die Behörden ohne weiteres eintreten hätten können. Seine Wachleute, so Dotcom, hätten beim Eintreffen der Behörden in jedem Fall seinen Sicherheitschef Wayne Tempero kontaktiert, der wiederum Dotcom selbst benachrichtigt hätte. 


Auch hätte ihn die Polizei schon zuvor verhaften können, da sie ihn bereits "mehrere Stunden lang" außerhalb seiner Villa beschattet habe. Der Staatsanwalt John Pike stellte Kim Dotocom die Frage, ob ein anderes Vorgehen der Polizei ihm nicht die Zeit gelassen hätte, die Dateien und Links auf seinen Rechnern zu verschlüsseln oder zu zerstören. Dies tat der Gründer und Megaupload-Millionär aber sofort mit "lächerlich" ab. 

Dotcom beschrieb, dass er bei der Ankunft des Einsatzkommandos einen Hubschrauber gehört habe, anfangs aber davon ausgegangen wäre, dass es sich dabei um Gäste handelte.  Bald habe er aber bemerkt dass „etwas nicht stimme“, woraufhin Schmitz sich in seinem Sicherheitsraum, dem "Red Room", eingeschlossen hatte. Dort sei auch eine Waffe versteckt gewesen, die allerdings bei den ersten beiden Patronen keine tödlichen Folgen gehabt hätte, so Dotcom. Die Anwesenheit der Waffe erklärte er mit früheren Drohungen gegen ihn und seine Familie. 


Beim Eindringen der Polizei soll er den Beamten die Tür ins Gesicht geschlagen haben. Dies  bestritt Dotcom aber vehement. Stattdessen habe er die Hände in die Höhe genommen und sich sofort ergeben. Dotcom weiter: "Danach sind sie über mich hergefallen. Mir wurde ein Schlag ins Gesicht verpasst und ich wurde ich mit Stiefeln auf den Boden getreten ein Knie in die Rippen ein Mann stellte sich auf meine Hand." 

 

Die Geschichte der Polizei hingegen passt mit dieser Schilderung der Ereignisse nicht zusammen. Danach mussten die Einsatzkräfte die Tür des Sicherheitsraumes aufschneiden und fanden dort Schmitz mit einer abgesägten Schrotflinte vor.

Bei der dreitägigen Anhörung werden auch die Sicherheitskräfte und ihre Vorgesetzten zu Wort kommen. Die beschlagnahmten Bilder der Überwachungskamera in der Villa werden allerdings auf Anordnung der Regierung nicht veröffentlicht.

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