Google testet integrierten Ad-Blocker für Chrome

Ein integrierter Ad-Blocker soll User vor den nervigsten Anzeigen schützen Ein integrierter Ad-Blocker soll User vor den nervigsten Anzeigen schützen
Der Wildwuchs an massiv störenden Anzeigen bedroht Googles Geschäft mit Werbung. Der Chrome Browser könnte in Hinkunft die nervigsten Anzeigen blockieren, so Google ein laufendes Projekt auch für die Endkunden umsetzt.

(20.04.2017, 10:30) Online-Anzeigen werden immer lästiger. Auto-Play-Video hat sich zu einem Standard entwickelt, Pop-ups nerven gehörig, die Formate werden größer, Musik wird automatisch abgespielt und die Inline-Anzeigen sind immer besser versteckt, so dass man häufiger unabsichtlich darauf klickt. Die Werber aber auch viele Webseiten muten dem User immer mehr Unannehmlichkeiten zu, schießen sich aber letztlich selbst dabei ins Knie. Denn die meisten Webangebote sind auf die Einnahmen durch Werbung angewiesen, wollen sie überleben.

Laut dem Wall Street Journal ist Google sich dessen bewusst und es ist angeblich geplant, direkt in den Chrome Browser einen Anzeigenblocker zu integrieren. Wenn der Plan korrekt gehandhabt wird, könnte er die Werber und Webseiten zwingen, allen Usern eine bessere Erfahrung zu bieten.

Das Journal berichtet, dass die mit dem Plan von Google vertrauten Quellen sagen, dass sowohl die mobile als auch die Desktop Versionen bald ein Ad-Blocking-System erhalten könnten, das standardmäßig aktiviert wird. Aber es würde nicht alle Anzeigen filtern, sondern nur diejenigen, die nicht der Liste der Standards der Coalition for Better Ads entsprechen. Zum Beispiel würde es ein Aus bedeuten für Auto-Wiedergabe von Video-Anzeigen mit Sound und große nicht wegzubekommende Anzeigen. Google wird angeblich noch entscheiden, ob nur einzelne Anzeigen oder die geamte Werbung auf jeder Website geblockt wird, die die "Schwelle der Verbraucher Akzeptanz" überschreitet.

Aber warum sollte ein Unternehmen, das Milliarden mit Werbung macht, ein Feature zu seinem eigenen kostenlosen Browser hinzufügen, das die Werbung blockieren würde? Einfach gesagt, Google will verhindern, dass immer mehr User Ad-Blocker herunterladen, über die es keine Kontrolle hat. Google ist ebenfalls bewusst, dass bereits 26% der Desktop-Nutzer einen Ad-Blocker einsetzen, und dass dieser Anteil immer größer wird.

Die Online-Analytik-Firma StatCounter behauptet, dass Chrome bereits etwas über 52 Prozent des weltweiten Browser-Marktanteils erreicht. Der nächste Konkurrent ist Safari mit 14 Prozent und der Rest bewegt sich bei einstelligen Ziffern. Wenn Google also entscheidet, dass sein Browser nur Anzeigen zulässt, die diesen vorgegebenen Standards entsprechen, wird jede Website, die überleben will, diesen Standards folgen müssen.

Google hat sicher auch Probleme damit, dass Dienste wie Adblock Plus Programme anbieten, die es Unternehmen ermöglichen, sich auf eine Liste mit "Akzeptablen Anzeigen" zu setzen und dafür natürlich zu bezahlen. Der Suchriese zahlt derzeit selbst an die Adblock Plus Muttergesellschaft für genau das und zwar keine geringen Summen.

Wenn es richtig umgesetzt wird, würde diese Funktion nicht nur Google zugute kommen. Alle Online-Nutzer würden eine bessere Erfahrung erhalten und weniger Leute würden Ad-Blocker herunterladen. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten der weltweit größten Webseiten auf der Grundlage von Anzeigen leben (oder sterben), ist die Initiative von Google wohl nötig um das Internet, wie wir es kennen, zu retten.

Nach den Quellen könnte Google das Feature bereits in wenigen Wochen starten oder beschließen, es ganz zu schubladieren.

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