Google macht das Internet rasend schnell

Google erreichte bei der dreijährigen Mission mit dem Ziel, das Internet schneller zu machen, einen neuen Rekord.

 

(15.02.2012, 12:30) Google kann sich nun als stolzer Besitzer des weltweit größten DNS-Dienstes bezeichnen und beantwortet rund 70 Milliarden DNS-Anfragen pro Tag. Im Blog wurde mitgeteilt, dass Google Puplic DNS kein experimenteller Dienst mehr ist. Ein DNS-Server löst Namensabfragen im Web auf und übersetzt URLs in IP-Adressen. Der Google-Entwickler Jeremy K. Chen vergleicht DNS mit einem Telefonbuch des Internets. "Und wenn Sie jeden Tag hunderttausend Telefonnummern nachschlagen müssten, würden sie ein Verzeichnis wollen, das schnell ist, sicher und korrekt."

Goolge möchte mit öffentlichen DNS-Servern das Internet schneller machen und verfolgte dieses Ziel bereits seit 3 Jahren, seit der Gründung von Public DNS im Jahr 2009. Mit Caching-Mechanismen möchte der Konzern die Antwortzeiten auf die DNS-Anfragen noch stärker verkürzen. Googles Public DNS implementiert das sogenannte Prefetching, bei dem der DNS-Server seine Daten erneuert, noch bevor ein DNS-Eintrag ungültig wird und die Time-To-Live (TTL) abläuft. Dies führt dazu, dass immer die aktuellste Version bereit steht, ohne dass der DNS-Server die Daten während der Nutzeranfrage herausssuchen muss.

Heute hat Google Public DNS massiven Traffic aus den USA, Südamerika, Europa und Asien. Vor allem auch außerhalb der USA wird der Dienst stark genutzt, da 70 Prozent der Anfragen nicht aus Amerika stammen. Zudem soll es nun zu einer Erweiterung auf Australien, Indien und Nigeria kommen. Es gibt auch andere kostenlose DNS-Dienste wie Level 3, Open DNS, DNS Advantage und Open NIC, wobei aber keiner ein so umfangreiches Traffic Volumen wie der Google DNS-Dienst aufweisen kann. Es gibt aber auch Kritiker, wie etwa den Internetexperten Jacob Appelbaum, der der Meinung ist, dass Googles DNS-Dienst „angsteinflößend“ sei und eine Zentralisierung solcher Dienste eine „um sich greifende Krankheit“ wäre. Schon am Stat von Public DNS warnten Experten, dass Google damit noch mehr Daten sammeln könnte.

Das Unternehmen hat auf jeden Fall einen enormen Verdienst erbracht, indem es das dazu beigetragen hat, das Internet schneller zu machen. Der Google-Techniker Arvind Jain meint, dass Google nicht nur versucht, die Google-Suche zu beschleunigen, sondern das Ziel verfolgt, das Internet im allgemeinen schneller zu machen. Er wies auch darauf hin, dass heute die Durchschnittszeit, eine Webseite zu laden 3 bis 5 Sekunden beträgt. Er und seine Kollegen arbeiten nun daran, dass Seiten in einer Zeitspanne von 100 Millisekunden reagieren. Das ist zwei bis vier Mal schneller als ein Augenschlag.

Die Mission Googles umschließt eine Vielzahl von Google-Projekten, welche sich mit dem Browser, dem Aufbau von Webseiten und Protokollen sowie dem Design und dem Datenfluss im Internet beziehungsweise den Protokollen, die den Datenfluss steuern, beschäftigen.

Ein kleiner Überblick über die Google-Projekte, die umgesetzt wurden, um die Internetschnelligkeit drastisch zu erhöhen findet sich hier:

  • Googles Web Browser Chrome
  • Google Fiber Experiment, um den schnellsten Internetzugang nach Kansas City und Missouri zu bringen.
  • Googles Einsatz des Protokolls SPDY, um die Reaktiongeschwindigkeit des Internets zu erhöhen, welches nun so rasant gewachsen ist, dass die Projektgruppe darüber nachdenkt, SPDY als weltweiten Standard einzusetzen.
  • Google bietet einen Dienst namens Google Page Speed an, welches Entwicklern Vorschläge gibt, wie sie ihre Webseiten aufbauen können, damit sie schneller reagieren.
  • Ein weiterer kostenloser Service ist Page Speed Service, welcher Webseiten repariert. Unternehmen können diesen Dienst downloaden, ihn auf ihren Servern installieren und können damit dieselbe Technologie nutzen wie Google.

Google arbeitet an diesen Projekte nicht allein aus Altruismus sondern sieht dahinter natürlich auch die Tatsache, dass langsames Internet Nutzer fernhaltet. Eine Verlangsamung von 400 Millisekunden bei der Google-Suche führt zu einem Rückgang von 0,44 Prozent des Traffics. Auch wollen 80 Prozent der Nutzer ein Video nicht ansehen, wenn es länger dauert um es zu laden und klicken es weg. Je schneller also das Internet funktioniert, desto mehr Zeit verbringen Menschen im Netz und umso wharscheinlicher ist es, dass dabei Google Dienste genutzt werden.

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