Glasfasernetzausbau erlebt weltweit Investitionsboom - Deutschland und Österreich bleiben zurück

Glasfaserausbau beschleunigt Glasfaserausbau beschleunigt
In Sachen Netzausbau sind andere Staaten deutlich weiter als die Länder der DACH-Region. Den Stand beim Glasfaserausbau analysiert die aktuelle Studie der Strategieberatung Arthur D. Little.

(15.05.2017, 11:00) Der weltweite Glasfasernetzausbau hat in den letzten vier Jahren massiv zugenommen. Die Anzahl der Haushalte, die über einen FTTH-Anschluss verfügen, hat seit 2012 um 20 Prozent zugenommen. Österreich und Deutschland hängen im internationalen Vergleich mit Abdeckungen von 8 bzw. 6 Prozent deutlich zurück. Weltweit haben inzwischen sieben Staaten mit einem dedizierten Rollout-Programm eine Abdeckung von mindestens 95 Prozent der Haushalte erreichen konnten.

In den letzten vier Jahren hat die Entwicklung vieler nationaler Glasfasernetze erhebliche Fortschritte gemacht. Die Experten der Strategie- und Innovationsberatung Arthur D. Little haben vier Regionen ausgemacht, in denen besonders starke Investitionen in die Technologie erfolgt sind. Diese sind der Mittlere Osten, Südostasien, die iberische Halbinsel sowie das Baltikum.

In Lettland und Litauen sind inzwischen 100 Prozent der Haushalte an das schnelle FTTH Netz angeschlossen. Auch in Katar, Singapur, Japan, Portugal, Südkorea, Hongkong und Spanien verfügen deutlich mehr als 80 Prozent der Haushalte über einen Anschluss. In den Vereinigten Staaten ist die Verbreitung mit nur 24 Prozent weitaus geringer. In Deutschland sind es gerade einmal 6 Prozent und in Österreich 8 Prozent. Großbritannien liegt mit nur 3 Prozent noch weiter zurück.

Die Zeit, die erforderlich war, eine landesweite Abdeckung (mindestens 80 Prozent der Haushalte mit Anschluss) zu erreichen, unterscheidet sich je nach Land drastisch. Im kleinen Katar waren lediglich drei Jahre nötig, während es in Japan acht und in Schweden zehn Jahre dauerte.

Das flächenmäßig große und bevölkerungsreiche Spanien benötigte dagegen nur fünf Jahre für eine breite Abdeckung. Das Beispiel Spanien zeigt, wie sich in einer europäischen Marktwirtschaft ein erfolgreicher Rollout bewerkstelligen lässt. Marktführer Telefonica hatte ein eigenes Programm für den Glasfasernetzausbau vorgelegt und wurde in ländlichen Regionen durch staatliche Subventionen gefördert. Vodafone und Orange haben daraufhin eigene Programme gestartet. Dieser Wettbewerb führte zu einer beschleunigten Entwicklung und hat außerdem zur Folge, dass mehr als ein Drittel der Haushalte auf verschiedene Anbieter zurückgreifen können. Als ebenfalls erfolgreich erweisen sich Kooperationen mit lokalen Versorgern, die etwa in Schweden oder der Schweiz am Aufbau der Netze beteiligt waren.

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