Cyber Security: europäische IT-Firmen sollen Datenverluste melden müssen

EU-Kommissarin Neelie Kroes sieht größeren Handlungsbedarf in Sachen Cyber-Sicherheit. Sie will eine Richtlinie vorlegen, die von Hacker-Angriffen betroffene Unternehmen zur Meldung ebendieser an die Behörden verpflichtet. Diese Meldepflicht wird von vielen Politikern befürwortet.

 

(21.01.2012, 14:00) Einem Bericht der New York Times zufolge arbeitet die EU an einem Gesetzesentwurf, welcher Technologieunternehmen dazu verpflichten würde Sicherheitsverletzungen jeglicher Art einer nationalen Cybersecurity-Behörde zu melden, sofern die Unternehmen Zugang zu Nutzerdaten haben.

Die für die Digital Agenda zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes ist der Meinung, Cyber Security sei zu wichtig, um sie dem Zufall zu überlassen. Die großen Firmen sollten zur Verantwortung gezogen werden können und daher verpflichtet werden, Hacker-Angriffe zu melden. Dadurch sollen Betrugsversuche eingedämmt und Transparenz geschaffen werden.

Der Plan wurde am Freitag vorgelegt. Um sämtliche IT-Unternehmen zur Einhaltung der Regelung zu zwingen, sieht Kroes auch Sanktionen bei Nichteinhaltung vor. Melden die betroffenen Unternehmen Angriffe oder den Verlust von Kundendaten nicht, sollen die Konsequenzen „angemessen, effektiv, verhältnismäßig und abschreckend“ sein, so Kroes.

Die IT-Sicherheit sei zu wichtig, um hier Kompromisse zu machen, denn Internet-Sicherheitsprobleme würden jeden betreffen und somit eine Frage öffentlichen Interesses darstellen.

Inwiefern die einzelnen EU-Regierungen die Richtlinie aber in ihre Gesetzgebung übernehmen werden steht noch zur Debatte. Erst letzten Freitag war der Entwurf der EU vorgelegt worden, und Gegenstimmen gibt es auch so einige. Sollte das Gesetz spruchreif werden, müsste jeder Mitgliedsstaat eine eigene lokale Behörde für Cybersicherheit einrichten.

Die Kommission hat die Mitteilung Digitale Agenda für Europa im Mai 2010 veröffentlicht. Hauptziel ist es, einen nachhaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen aus einem digitalen Binnenmarkt zu ziehen.

Die Digital Agenda enthält rund 100 Maßnahmen, wovon sich 21 direkt an die Mitgliedsstaaten richten. Weitere 16 davon sind Schlüsselaktionen, welche besondere Priorität haben. Unter anderem sind die Ziele eine 100-prozentige und schnelle Breitbandversorgung der gesamten EU bis 2013, eine Erhöhung der regelmäßigen Internet-Nutzung und eine vermehrte Nutzung der elektronischen Behördendienste durch die Bevölkerung.

Die EU-Kommission veröffentlicht jährlich einen "Fortschrittsanzeiger" (Digital Scoreboard) und hält ebenso jährlich eine Digitale Versammlung aus Mitgliedstaaten, EU-Organen, Vertreterinnen und Vertreter der Bürger und der Wirtschaft ab. Auch für Österreich gibt es einen eigenen Fortschrittsanzeiger.

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Quelle: New York Times, ZdNet

 

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