Twitter speichert ungefragt Nutzerdaten

Twitter räumte ein, mit iOS- und Android-Apps auf Adressbücher von Smartphone-Nutzern zuzugreifen und die Daten 18 Monate zu speichern. Informiert werden Nutzer nur unzureichend.

 

(15.02.2012, 15:15) Twitter räumte nun ein Adressbuchdaten von Smartphone-Nutzern zu sammeln und diese 18 Monate lang zu speichern. Nicht nur die Social-Media-Apps „Path“ und „Hipster“ kommen dieser Praxis somit nach, sondern auch der bekannte Microblogging-Dienst Twitter.

Wenn man die Funktion „Freunde finden“ aktiviert, wird das gesamte Adressbuch auf Twitters Servern gespeichert und mit Konataktdaten wie Namen und E-Mail-Adressen synchronisiert und bei Twitter gesammelt. Danach werden die Daten 18 Monate lang gespeichert – oft ohne Kenntnis der Nutzer. Nicht nur Android-, sondern auch iOS-Nutzer sind davon betroffen.

Obwohl Twitter ankündigte, die Sicherheit der Nutzer damit zu erhöhen, alle Daten zwischen Browser und Twitter-Servern standardmäßig mittels SSL-Daten zu verschlüsseln, macht das Unternehmen nun mit Datenschutzproblemen Schlagzeilen. Bei der iOS-Twitter App werden Nutzer nur mit dem Hinweis konfrontiert, dass der Dienst die Kontakte nach Leuten durchsuchen möchte, die man auf Twitter bereits kennt. Von einer Speicherung der Daten, geschweige denn der Daten anderer Nummern und Namen, ist keine Rede.

Eine Twitter Sprechering ließ verkünden, dass das Unternehmen in Zukunft unmissverständlich darauf hinweisen wird, dass die Daten auf den Server hochgeladen und gespeichert werden. Auch kann man die Daten auf der eigenen Twitter-Seite entfernen 

In der Datenschutzerklärung von Twitter steht, dass Twitter Daten protokollieren darf. Allerdings ist hier nur die Rede von IP-Adressen, Browser-Typ und Bezugsdomain. Im Hinblick auf die mobile Nutzung wird auch darauf hingewiesen, dass der Mobilfunkanbieter, das Gerät, die App-ID und Suchbegriffe gespeichert werden. Kontaktdaten von Adressbüchern werden aber nicht erwähnt. Twitter wird die Applikation für die verschiedenen Betiebssysteme in Zukunft so ändern, dass es anstelle von „Kontakte durchsuchen“ „Konakte hochladen/importieren“ heißen wird. Damit soll Nutzern klarer werden, dass die Daten auch gespeichet werden. Wann das Update verfügbar sein wird, ist noch nicht bekannt.

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