Galaxy Note PRO 12.2 im Test - die neue Dimension des mobilen Arbeitens

Wer einmal ein Tablet mit 12,2 Zoll Display und WQXGA Auflösung in der Hand hatte, wird sich nicht mehr mit weniger zufrieden geben. Die Software Ausstattung ermöglicht bisher nicht gekanntes mobiles Arbeiten.

(23.03.2014, 09:15) Samsung hat kürzlich seine neue PRO Serie an Tablets herausgebracht. Es gibt sie sowohl mit als auch ohne Stylus, als Note PRO und Tab PRO, mit jeweils 12,2 Zoll oder 10,1 Zoll Display. Allen gleich ist die enorme Auflösung des TFT LCD Displays von 2560 x 1600 Pixel. Wir haben das Flaggschiff, das Galaxy Note PRO 12.2, im Test.

Gleich eines vorweg: Die PRO Serie, vor allem mit dem 12,2 Zoll Display eignet sich auch für den Business Alltag wie noch kein Tablet bisher. Und eine halbe Stunde mit der 12,2 Zoll Variante reicht, dass man sich wohl nie wieder mit einem 10-Zöller begnügen wird. Ein Laptop wird einem nur mehr dann abgehen, so es darauf Programme gibt, die unter Android nicht laufen. Aber der Laptop wird schon gehörig nerven, vergleicht man Komfort und die blitzschnelle Reaktion des Tablets mit dem PC. Von Akkulaufzeit oder Gewicht gar nicht zu reden.

Klassisches Note Design

Das Galaxy Note PRO folgt der Design Linie, die Samsung mit dem Note 3 eingeschlagen hat. Die Rückseite ist wieder Leder-Imitat, mit der falschen Naht. Auch die rechteckige Form mit den geraden Kanten kennen wir bereits vom Phablet oder dem S4.

Die Lautsprecher sind zu beiden Seiten im oberen Teil untergebracht. An der oberen Umrandung finden sich Ein-/Ausschalter, die Lautstärkewippe und Infrarot. Auf der rechten Seite ist das USB 3.0 Ladekabel anschließbar, ein Schacht nimmt die MicroSD Karte auf, in der LTE Version auch die SIM Karte.

Bei den Tasten gibt es eine erfreuliche Änderung. Wie das auch beim Galaxy S5 der Fall sein wird, wurde die Menü-Taste durch den Task Manager ersetzt. Der wird deutlich häufiger benötigt, als das Menü. Allerdings ist die Anordnung gegenüber Googles Standard vertauscht, der Task Manager ist links, Zurück rechts.

Der Home Button ist weiter als Hardware Taste ausgeführt. Die Funktion beim längeren Drücken kann mit verschiedenen Apps belegt werden - ich verwende es für Google Now. Doppelt darauf tippen öffnet S Voice, so dieses nicht wieder abstürzt.

Für ein 12,2 Zoll Gerät ist das Note PRO 12.2 mit 750 Gramm ein echtes Leichtgewicht. Die Maße mit 204 x 295,6 x 7,95 mm können sind der Größe des Displays angemessen.

Genug Power für Multitasking und tolles Display

Angetrieben wird das Note PRO von einem hauseigenen Exynos 5420 Octa-Core Prozessor, der mit 1,9 GHz getaktet ist. Die 3 GB RAM ermöglichen Multi Tasking mit vielen parallel offenen Apps, der Speicher von 32 GB kann mit bis zu 64 GB per microSD erweitert werden. Das System belegt knapp 6 GB, lässt also für Userdaten und Apps etwa 26 GB über.

Die Ausstattung mit Kameras ist wohl bei so einem großen Tablet nicht allzu wichtig, die 8 MPx Hauptkamera macht aber durchaus ansprechende Fotos. Mit der 2 MPx Frontkamera lassen sich per WebEx, das kostenlos mit an Bord ist, mit Googles Hangouts oder Skype auch bequem Videokonferenzen abhalten.

Der Akku ist mit 9500 mAh standesgemäß groß ausgefallen. Obwohl Samsung von bis zu 13 Stunden Internetverwendungszeit spricht, komme ich gerade über einen ganzen Tag. Dieses Tablet lädt ja förmlich dazu ein, dass man jede Menge Apps offen hält. Ein externer Akku oder gelegentliches Nachladen erweitern aber die Laufzeit. Vermutlich wird Samsung mit einem Software Update sogar noch etwas nachbessern. Der Octa Core Prozessor ermöglicht mit seinen sparsamen vier zusätzlichen Kernen, die nur mit 1,3 GHz getaktet sind, recht gute Werte, so man den Energiesparmodus und Auto-Helligkeit einschaltet.

Das Display ist ein weiteres Highlight mit seinen 2560 x 1600 Pixel Auflösung. Samsung hatte diese WQXVGA Auflösung bereits im Nexus 10 verbaut, nun gibt es sie auch in dem 12,2 Zoll TFT LCD Display. Die Farben sind brillant, die Betrachtungswinkel ohne Verfälschung erreichen fast 180 Grad. Vor allem aber ist es damit bequem möglich mit mehreren in eigenen Fenstern offenen Apps parallel zu arbeiten ohne die Augen zu sehr anzustrengen. Auch Fotos oder Videos ansehen wird damit zum reinen Vergnügen.

Android, TouchWiz und das Magazin UX

Als Betriebssystem ist das neueste Android 4.4.2 KitKat von Google an Bord. Wie bei den Tasten hat sich Samsung diesmal mehr an den Standard angenähert, als das in bisherigen Galaxy Tablets der Fall war. Das dürfte schon eine erste Auswirkung der neuen Allianz zwischen Samsung und Google sein.

Als Launcher verwendet Samsung TouchWiz, das sich gegenüber vorherigen Versionen nur wenig verändert präsentiert. Es nützt den am Screen verfügbaren Platz etwas besser aus, vor allem Widgets aber auch Apps sind näher zusammen gerückt und es bleibt weniger Leerraum dazwischen.

Von den Smart Funktionen, die noch im S4 und Note 3 zu finden sind, hat Samsung das kaum funktionierende Smart Scroll und Air Jump gekippt - kein Schaden, wie ich finde.

Dafür haben sich die Koreaner mit dem Magazin UX ein neues Steckenpferd aufgetan. Es ist stark an Flipboard angelehnt bzw. Flipboard ist die Basis davon und sieht auch den Kacheln in Windows 8 und WP 8 recht ähnlich. Aber es gibt dafür sehr wohl eine Lösung - man kann sich aus dem Play Store einfach den Google Now Launcher herunterladen und bekommt dadurch die Standard Android Oberfläche und das Magazin UI verschwindet.

Es gibt drei Klassen von Widgets dafür: Nachrichten (Bild oben), Anwendungen und Soziales. Bei den Nachrichten finden sich primär US Medien und so gut wie nichts für uns Lokales und Interessantes. Sobald Text in den Widgets angezeigt wird, ist die Seite komplett unübersichtlich und verwirrend.

Bei den Apps finden sich Widgets für Email (leider gibt es keines für den normalen Android Homescreen), Hancom Office, S Planner und einige andere. Schräg ist die Auswahl in der Sektion Soziales, wo sich neben Twitter und LinkedIn auch Renren und Sina Weibo finden - schön für alle, die Chinesisch können.

Twitter ist auch nicht Twitter mit den kompakten 140 Zeichen, sondern bereitet alles magazinartig auf. Wer es mag - schön. Ich finde es unbrauchbar und der Idee von Twitter diametral entgegengesetzt.

Die Widgets kann man alle löschen - bis auf eines. Damit verbleibt einem auch zwangsweise mindestens ein Screen mit dem Magazin UX. Hoffentlich ändert Samsung das bald und überlässt es dem User, was er haben möchte.

Multi Windows besser als je zuvor

Halbwegs professionelle Arbeit kann man auch am Tablet nur machen, wenn man wie am PC mehrere Fenster nebeneinander offen haben kann. Also etwa eine Webseite und ein Word Dokument, oder ein Spreadsheet und SAP, oder ein Word Dokument und eine Tabelle, Kombinationen gibt es genug und das Note PRO 12.2 erlaubt fast jede davon.

Es gibt am Note PRO mittlerweile schon zwei Arten Fenster zum Arbeiten zu öffnen. Die eine fixiert die Fenster neben- bzw. übereinander. Bis zu vier Windows können parallel angesehen und bearbeitet werden. In der Mitte ist ein Punkt, der dazu dient die Größe der Fenster nach Belieben und Notwendigkeit anzupassen und zu verändern. Hier sind ein Spreadsheet, ein Word Dokumant, der Browser und der Dateimanager geöffnet.

Multi WIndow fähige Apps findet man durch Wischen über den rechten Rand. Dann geht eine Liste von Programmen auf, die im Multi Windows Mode verwendet werden können.

Tippt man unten auf Bearbeiten, so sieht man weitere, die man nach Belieben in der Leiste rechts anordnen kann.

Zieht man das Symbol für die App aus der Leiste, wird sie in einem der vier möglichen Fenster geöffnet.

Die andere Möglichkeit, die das Note PRO anbietet, sind die Floating Windows. Diese werden durch einfaches Antippen der App in der Leiste rechts aktiviert.

Die wichtigsten Apps können bereits floating geöffnet werden und es werden laufend mehr. Die Fenster können beliebig verschoben und in der Größe werden. Schließt man sie, können sie über den Task Manager geöffnet werden. Sie können auch zu einem App Icon verkleinert werden und bleiben damit on top über allen anderen Apps und auch oberhalb der Home Screens. Darauf tippen öffnet sie wieder.

Das Note PRO als flexibles Business Tool

Mit dem Note PRO hat Samsung einen großen Schritt zum vollwertigen Business Tool und Notebook Ersatz gemacht. Es gibt eine Reihe von Apps, die für die geschäftliche Anwendung prädestiniert und unabdingbar sind. Ein Bespiel dafür ist die Dokument-Sharing und Video-Konferenz App WebEx, die kostenlos mit dabei ist.

Aber Basis für die geschäftliche Anwendung ist hohe Sicherheit. Das bietet Knox, das eine penible Teilung privater und beruflicher Anwendungen und Daten ermöglicht. Außerdem gibt es der IT Abteilung die Möglichkeit, Geräte remote perfekt zu managen. Eine neue Version von Knox wurde kürzlich am Mobile World Congress präsentiert.

Ein weiteres wichtiges Tool ist die App "Eigene Dateien". Bisher sind wir von Smartphones und Tablets gewöhnt, dass die Apps für das Dateimanagement sorgen. Aber wenn ich ein Bild in eine Präsentation einfügen will, dann muss es passend abgespeichert und zugreifbar sein. Der neue Dateimanager erlaubt mir nun das Auffinden und Verschieben von Dateien in die Ordner, wo ich sie brauche.

Von SAP gibt es bereits jede Menge Anwendungen in einem eigenen Store, mit Hilfe derer ich jederzeit auf alle Firmendaten zugreifen kann, so ich dazu die Berechtigung besitze. Sicher - es gibt mehr davon für das iPad, aber die für Android nehmen rasant zu.

Das wahrscheinlich wichtigste Tool ist aber Hancom Office, das Äquivalente zu Microsofts Word, Excel und PowerPoint zur Verfügung stellt. Und die funktionieren sogar mit Touch Bedienung um einiges besser als alles was Microsoft bisher anzubieten hat. Angeblich decken sie nur 90% der MS Office Funktionalität ab, was ich aber nicht wirklich nachvollziehen kann, weil ich wahrscheinlich nicht mehr als 1% der Funktionen von MS Office nutze.

Was mir noch fehlt ist ein vernünftiges Bildbearbeitungsprogramm, das zumindest die Basisfunktionen von Photoshop abdeckt. Aber das wird hoffentlich bald kommen.

Tastaturen

Samsung liefert eine sehr anständige virtuelle Tastatur. Sie kann in drei verschiedenen Varianten benutzt werden: über die ganze Breite des Displays, klein und verschiebbar im Multi Windows Modus und links und rechts aufgeteilt, damit sie mit den Daumen allein nutzbar ist. Hier bei der Verwendung in Hancom Word zu sehen:

Was mir dabei aber schwer abgeht sind die Umlaute. Deshalb nutze ich die komfortablere Swype & Dragon Tastatur, die ein paar Euro kostet, aber um einiges mehr anbietet. Sie kann ebenso wie die Samsung Tastatur aufgeteilt oder verkleinert werden.

Multimedia und Kameras

Das Note PRO hat links und rechts zwei Stereo Lautsprecher. Sie liefern ganz ordentlichen Sound, die Bässe klingen allerdings etwas dünn. Wer aber echten Musikgenuss haben möchte, muss ohnehin wie bei allen Smartphones und Tablets zu guten Kopfhöreren greifen oder es an die Heimanlage anschließen.

Die Kameras des Note PRO sind nicht absolute Spitze, aber die 8 MPx Hauptkamera wird bei einem Tablet dieser Größe wohl nur für gelegentliche Schnappschüsse oder zur Dokumentation von etwas verwendet werden. Die Kamera App ist so ziemlich die gleiche wie beim Galaxy Note 3 und gehört wohl zu den besten, die derzeit zu haben sind.

Die Frontkamera mit ihren 2 MPx ist bestens geeignet für alle Arten von Web Konferenzen und Video Calls.

Unübertroffen ist das Ansehen von Fotos und Videos am Note Pro 12.2. Das hochauflösende, klare und kontrastreiche Display macht Fotos und Videos zum bisher unbekannten Erlebnis. Ein Vergleich mit Fotos am Nexus 10 oder dem iPad Air zeigt zwar gleichen Kontrast und gleiche Farbechtheit, aber am Note PRO 12.2 gewinnen die Fotos durch das größere Display deutlich an Präsenz. Man hat noch mehr den Eindruck beim Betrachten Teil der Szene zu sein. Mehr dazu im demnächst folgenden Vergleich des Note PRO mit dem iPad Air und dem Nexus 10.

Die S Pen

Ich gestehe, ich bin kein großer Fan eines Stylus und war es auch noch nie. Die S Pen ist zwar wohl eine der besten, die es bisher gab, aber für mich ist der Nutzen beschränkt. Teile des Displays ausschneiden zu können ist recht nützlich und automatisch ein Rechteck daraus machen zu können ist auch fein. Aber dass ich das Resultat nicht abspeichern kann, sondern nur in den im unteren Teil des Screenhsots gezeigten Apps teilen kann, ist nur wenig nützlich.

Wie soll ich einen Ausschnitt dann in eine Präsentation oder ein Dokument einfügen? Das wird Samsung aber sicher auch bald ermöglichen.

Es gibt mittlerweile schon Einiges an Apps, die mit der S Pen zusammenarbeiten. Und es gibt genug vernünftige Anwendungen, bei denen die S Pen ihre Möglichkeiten ausspielt.

Fazit

Das Galaxy Note PRO 12.2 ist in meinen Augen das bisher beste Tablet am Markt. Es hat dazu auch noch das ganz reale Potenzial ein Notebook komplett zu ersetzen, vor allem in Kooperation mit Accessoires wie einer Bluetooth Tastatur und einer Maus. Der Testbericht der Accessoires findet sich hier.

Im Vergleich zu einem Ultrabook mit annähernd gleicher Laufzeit und gleicher Auflösung des Displays kostet das Note PRO 12.2 nur etwa die Hälfte, Dazu ist es leichter und wesentlich performanter. Wer einmal das Note PRO 12.2 auch nur eine halbe Stunde benutzt hat, wird sich wohl kaum mit weniger zufrieden geben wollen.

Je nach Ausstattung mit LTE kosten die Galaxy Note PRO 12.2 derzeit etwa die in den Amazon Widgets hier angezeigten Preise.

In unserem ausführlichen Video könnt ihr euch das Note PRO 12.2 in Aktion ansehen:

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Reaktionen auf diesen Artikel


wilhelm, 30.03.2014
Samsung und Google Fanboys
Mal sollte sich auch mal bei Lenovo
und anderen Herstellern umsehen,
bei denen gibt es bessere Busines
Lösungen.

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