Test Fahrplan App Qando 3.0
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Test: Fahrplan App Qando 3.0 unbefriedigend

 
 

Die Fahrplan-App der Wiener Linien Qando erschien kürzlich in Version 3.0. Geringfügigen Verbesserungen stehen erhebliche Verschlechterungen gegenüber. Überfällige Korrekturen und Fehlerbehebungen wurden nicht angegangen.

 

(25.6.2011, 08:30) Die App Qando, die die Softwareschmiede Fluidtime im Auftrag der Wiener Linien produziert, ist grundsätzlich eine gute Sache. Allerdings zeigt sie gegenüber vergleichbaren Applikationen eine Reihe von gravierenden Schwächen. Die eben erschienene neue Version 3.0 enttäuscht und verärgert die User.

Grundsätzlich war die neue Version gedacht, die Android App an die etwas weiter entwickelte iPhone Version anzupassen. Offenbar hat sich nun endlich auch bis zu den Wiener Linien herumgesprochen, dass Android Phones weit höhere Verbreitung haben, als iPhones und es daher an der Zeit wäre, die Mehrheit der Kunden besser zu bedienen.

Kein In-App Ticketkauf, keine Kinderkarten

Leider ist das ziemlich gründlich schief gegangen. Es fängt schon beim Einstiegsmenü an, bei dem 2 von 5 Menüpunkten überflüssig sind.

Auf allgemeines Unverständnis und massive Kritik stößt auch, dass nunmehr keine Fahrscheine mehr direkt aus der App gekauft werden können wie bisher. Dafür muss nun eine eigene App aus dem jeweiligen Appstore geladen werden. Warum man darin nur einen 90-Minuten-Fahrschein um 2,20 Euro oder den Tagesfahrschein um 4,20 Euro kaufen kann, ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Kundenfreundlich wäre auch den Fahrschein um 1,80 Euro anzubieten, die Wochen- und Monatskarte sowie die Regionen außerhalb der Kernzone. Und am ärgerlichsten finde ich, dass man keine Kinderkarten bekommt. Sind die Wiener Linien kinderfeindlich?

Und selbst diese Mini App funkioniert nicht. Im Gegensatz zu der Ankündigung in der App, dass man den Anweisungen einer Bestätigungs-SMS folgen soll, kommt nur diese sinnlose und noch dazu fehlerhafte SMS. Ticketkasuf geht also nun gar nicht mehr.

 

Umständliche Bedienung

Als kleinere Verbesserung wurde nun die App auch für Android etwas bunter gemacht und nun sieht man bei Haltestellen auch grafisch wann das nächste Öffi kommt. Die Behauptung, dass Fahrplan und Monitor (die Anzeige wann das nächste Ding kommt) mit wenigen Klicks bedienbar sind, stimmt schlicht und einfach nicht. Dass die Nightline eingebunden wurde, war längst überfällig.

Gravierende Mängel, die immer wieder kritisiert wurden und auf die Fluidtime hingewiesen wurde, sind jedoch noch immer nicht behoben.

Ungenaue Ortsbestimmung

Einer der ärgerlichsten Mängel ist, dass Karte und Ortsbestimmung nicht Stand der Technik sind. Die Karte ist technisch veraltet, lädt viel zu große Datenmengen und ist daher extrem langsam. Warum hier nicht die schnelle, auf Vektorgrafiken beruhende Technologie von Google benutzt wird, ist völlig unverständlich.

Ein weiteres schweres Manko ist die mangelhafte Ortsbestimmung. Ich habe, wie im Screenshot zu sehen, um 13:26 am Bahnsteig Handelskai stehend einen Fahrplan vom aktuellen Ort nach Hütteldorf angefragt. Obwohl die nächste S45 von diesem Bahnsteig um 13:29 Uhr abgefahren ist, wurde mir ab 13:36 ein Fußweg von 8 Minuten zum übernächsten Zug um 13:44 Uhr vorgeschlagen. Auch wiederholte Anforderung eines Fahrplanes brachte die App nicht dazu eine korrekte Ortsbestimmung vorzunehmen, obwohl Google Maps das in weniger als 3 Sekunden zustande brachte. Meistens ist der Ort um mehrere hundert Meter, manchmal sogar bis zu einem Kilometer falsch. Unverständlich!

Und hier wird die App bereits kontraproduktiv.

Das nächste Problem hat man, wenn man während der Fahrt einen Fahrplan abfragen will. Das kann nötig sein, wenn man etwa in Korneuburg in die eben wegfahrende S9 springt und sagen wir, in die St. Veitgasse im 13. Bezirk will. Man gibt also Korneuburg als Abfahrtsort ein, das Ziel St. Veitgasse und als Abfahrtzeit eine, die eine Minute vor der liegt, zu der man mit der S9 in Korneuburg weggefahren ist. Dann erhält man eine Warnung, dass die Zeit vor der aktuellen liegt und wird gefragt, ob das ok sei. Klickt man ok, wird die Eingabe schlichtweg ignoriert. Auf diesem Weg kann man sich einen Fahrplan also nur erstellen lassen, wenn man aussteigt und auf den nächsten Zug/Bus/Bim wartet.

Es gibt zwar die Möglichkeit auf eine Schaltfläche „Früher“ zu klicken, falls man sie findet. Aber das ist unlogisch, erfordert mitunter eine ganze Reihe von Klicks und dauert, denn das Laden eines Fahrplans ist auch nicht gerade ein Muster an Schnelligkeit.

Schlechte Suche und Eingabe

Ein weiteres Ärgernis ist die Zieleingabe. Gibt man etwa „Ziegelofengasse“ ein, erhalte ich nach der Eingabe des Z als Vorschläge „Adam-Betz-Gasse“, „Aichholzgasse“ etc. Gibt man noch das i ein, erhält man „Akaziengasse“, „Bezirksamt Donaustadt“ etc. Erst wenn man „Zieg“ eingegeben hat, dann erscheint die Ziegelofengasse.  Das ist nun wirklich nicht mehr Stand der Technik, sondern nur mehr ärgerlich. Dass jemand mit den in der Mitte eines Wortes liegenden Buchstaben beginnt sein Ziel einzugeben, können ja weder die Wiener Linien noch die Fluidtime erwarten. Oder doch?

Hat man einen Anfangsort eingegeben, kann man zum aktuellen Standort nur mehr wechseln in dem man die App killt und neu startet – eine Adresse kann einfach nicht mehr gelöscht werden. Das alles war in einer Version 1 gerade eben noch akzeptabel, aber in einer Version 3 sollten diese Fehler alle schon längst beseitigt sein.


Fehlende Integration der Funktionen

Der Menüpunkt „Monitor“ liefert eine Anzeige der tatsächlich zu erwartenden Ankunftszeiten der drei nächsten Öffis an einer bestimmten Haltestelle. Das ist sehr praktisch, da bei stärkerem Verkehrsaufkommen es natürlich zwangsläufig zu Verzögerungen insbesondere bei den Bussen und Straßenbahnen kommt. Allerdings ist die Monitor Funktion leider nicht direkt aus dem Fahrplan aufrufbar. Will man wissen, ob man auf den Bus zur S-Bahnstation warten soll, oder lieber die eine oder zwei Stationen gehen soll, so muss man den Fahrplan verlassen, in den Monitor gehen und dann den Fahrplan wieder neu aufbauen. Und das kann dann durchaus mühsam werden – siehe oben.

Kein Wunder, dass die Kritiken im Apple Store und im Market überwiegend negativ sind. Hier eine aus dem Apple Store: „Die Benutzerführung ist mit erstaunlicher Treffsicherheit an jeglichem Use-Case der Realität vorbeigebaut. Die Entscheidungsträger der Wiener Linien und die Entwickler fahren vermutlich selbst nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.“

Noch eine Kleinigkeit: Nett wäre es auch, wenn man einen Fahrplan in den Kalender übernehmen kann, wie man das in anderen Fahrplan-Apps mit einem Mausklick erledigen kann.

Fazit: Die neue Version stellt sich als ziemlicher Flop heraus. Es ist zu hoffen, dass nun dank der Open Data Schnittstelle eine gute App von privat produziert werden wird. Für den Verkehrsverbund Ostregion gibt es einige andere Apps, die Qando mindestens gleichwertig oder überlegen sind, nämlich: Öffi, Fahrplan Österreich, SMS Ticket und A1 Fahrschein.

Die Trennung von Fahrplan und Ticketkauf ist ein ziemliches Ärgernis und die Kinderfeindlichkeit der App sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit von Tickets fast schon unglaublich. Dass die App dann gar nicht funktioniert, also offenbar nie getestet wurde, ist ein weiterer Beweis für die mangelnde Professionalität.

Dass Symbian und Windows Mobile/Phone nicht mehr mit einer App beglückt werden, lässt darauf schließen, dass die Mehrheit der Kunden den Wiener Linien egal sind. Die dürfen auf eine mobile Website gehen – und diese ist nochmals um zwei Klassen schlechter als die App. Mir ist diese Einstellung gegenüber der Mehrheit der Kunden wirklich unverständlich. Aber solche Apps und Websites werden häufig mit Blick darauf gebaut den Vorstand oder Geschäftsführer zu befriedigen, der aus Standesgründen ein iPhone besitzt.

Systemvoraussetzungen:

Android oder iOS (Qando im Android Market  und im Apple Store)

Preis: kostenlos

+ Fahrpläne für VOR
+ aktuelle Info über die nächsten Öffis bei einer Haltestelle

- Verschlechterungen gegen Vorversion
- mangelhafte Ortsbestimmung
- altmodische Karte
- schlechte Bedienbarkeit
- nur mehr Android und Aplle unterstützt

Bewertung:
Bedienung: *
Design: **
Funktionalität: ** (von je fünf möglichen Punkten)

( )

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Reaktionen auf diesen Artikel



MC, 01.07.2011
schlechte Recherche!
Generell freue ich mich ja über Testberichte, aber dieser ist der mit Abstand schlechteste, den ich seit langem gelesen habe:

1) Nicht die Android-Version wurde an die iPhone-Version angepasst, sondern umgekehrt. (Wer beide Telefone hat, dienstlich und privat bspw., der bemerkt sowas!)

2) Ich wüsste nicht, welcher Menüpunkt überflüssig sein soll. Es wird auch nicht näher darauf eingegangen. Monitor die Echtzeit? Fahrplan für die Wegabfrage? Karte für die Umgebung UND die Netzpläne (Schnellverbindungen, Nachtnetze - ja, wirklich überraschend beide Nachtnetze!), Info - die mir zB. alle Störungen meiner Favoriten anzeigt? About - darüber könnte man streiten, aber diese Dinge sind gesetzlich vorgeschrieben, also müßig zu diskutieren.

2) Kein In-App-Ticketkauf. Das könnte man noch als Schwäche auslegen, wenn man nicht gleichzeitig das geringe Ticket-Sortiment bekrittelt. So gibt es nun für das Ticket-Sortiment die App "Wiener Linien", die im Wesentlichen dem Online-Ticketshop entspricht.
Und zur sonstigen Recherche: das SMS-Ticket-System kommt von A1 - klarerweise braucht es etwas Zeit, wenn A1 eine neue Ticket-App auf den Markt bringt, bis andere System diese integrieren können. Womit hat sich dieser Tester eigentlich auseinandergesetzt???

3) Die ungenaue Ortsbestimmung ist in der Regel Endgeräteabhängig und so wie bei der Googlekarte wird von ungenauerem Fokus immer näher verbessert. Der angesprochene Screenshot erklärt sich von der Ortsbestimmung, der einen Fußweg einrechnet. Solange das qando glaubt, man sei weiter entfernt, kann keine frühere Abfahrt gezeigt werden.

4) Eine glatte Lüge ist die Behauptung, dass man von der Fahrplanansicht nicht zur Echtzeit kommt. Am Screenshot sieht man eindeutig in der Zeile "Handelskai" das Monitor-Symbol. Dort draufgeklickt kommt man sofort zur Echtzeit!

5) Adresssuche - ja, das mag seltsam wirken... ABER ich war schon Nutznießer davon: denn ich wollte zur Station "Wiedner Hauptstraße - Johann Strauß Gasse", die bis dahin in meiner Welt nur "Johann Strauß Gasse" geheißen hat. Mit dieser Eingabe hätte ich aber nie die "echte" Stationsbezeichnung gefunden. Somit macht es durchaus Sinn, über den gesamten Stationsnamen zu suchen.

6) OS
Da ist wiedermal die Recherche des Autors schwach. Ich habe mich mal schlau gemacht, welche Nutzerzahlen welches Handy-OS verwenden: über 90% der Nutzer von qando in der Zeit, als es noch die Java und andere Versionen gab, waren iOS und Android. Woher nimmt der Autor die Behauptung, dass die meisten potentiellen Nutzer qando nun nicht verwenden können. Im Gegenteil, jetzt mit der web-Version können wirklich alle qando nützen!

Wie gesagt, ich bin schwer enttäuscht von diesem Testbericht, da ich solch schlechtes Niveau hier nicht gewohnt bin!
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