ZTE Grand X In im Redaktionstest - klein, aber fein

ZTE ist nun seit knapp einem Jahr unter eigener Marke auf dem Markt und konnte sich zum fünftgrößten Hersteller (nach Stückzahl) hochkämpfen. Statt auf Chiphersteller wie Qualcomm und Co. zu setzen, entschied man sich für Intel. Durchaus eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen. Mit dem Grand X In hat man nun den Anfang gesetzt. Wir haben es in der Redaktion genauer unter die Lupe genommen.

 

(12.02.2013; 15:45) Schon zu Beginn zeigt sich, dass ZTE nicht nur im Low-End-Bereich punkten kann, denn mit dem Grand X In ist ihnen ein durchaus solides und gut verarbeitetes Device gelungen. Vor allem in der vom Unternehmen angestrebten Preisklasse (UVP 279) Euro, kann sich das Smartphone gegen die Konkurrenz mehr als behaupten.

Vorangestellt muss werden, dass es sich bei diesem Device mit Sicherheit um keinen würdigen Gegner für das Galaxy S3 beziehungsweise HTC One X+, oder einem iPhone behaupten kann.

Verarbeitung

Das Grand X In ist sehr gut verarbeitet, denn an keiner Stelle gibt es Spaltmaße, oder markante Schwachstellen. Auffallend ist nur, dass sich der Akkudeckel extrem schwer ablösen lässt, aber sobald er wieder drauf ist, glaubt man fast, dass hier alles fest miteinander verbaut ist. Auch die geriffelte Rückseite ist sehr angenehm und macht es auf schiefem Untergrund beinahe rutschfest. Das Display ist sehr schön in die Front eingelassen und auch hier gibt es keinen Grund zu meckern.

Display

Das 4,3 Zoll große TFT-Display löst mit 540 x 960 Pixel auf und während sich andere Hersteller mit Pixeldichte und Full-HD-Auflösungen gegenseitig versuchen zu übertrumpfen, ist die Darstellung von Bildern durchaus angenehm und auch die Farben (16,7 Millionen) sind sehr angenehm. Einziges Manko: Die Schmierflecken lassen sich nur schwer wieder entfernen. Ein einfaches Wischen über die Hose reicht hier definitiv nicht aus.

Die am unteren Rand des Displays angebrachten vier Soft-Keys sind mit einer Hand gut zu erreichen. Hier fehlt aber definitiv die Beleuchtung, in einer dunklen Umgebung kann es schon schwierig werden, den richtigen Button zu drücken. Sobald man aber das Gerät gewohnt ist, fällt die fehlende Beleuchtung auch nicht mehr auf.

Bei der Displaybeleuchtung hat ZTE ein wenig gespart, denn von automatischer Helligkeit bis maximale Beleuchtung ist kaum ein Unterschied festzustellen. Dies trägt aber mit Sicherheit zur Akkuausdauer mit dazu und die voreingestellte Helligkeit ist durchaus ausreichend, auch bei Spielen.

Harter Kern

Im Inneren des Smartphones werkelt ein Intel Atom Z2460/1/1600 Single-Core Prozessor. Auch hier war ich am Anfang skeptisch: Schafft es ein Einkerner mich zu überzeugen und viel wichtiger, schafft er eine moderate Leistung?

Intel setzt im Gegensatz zu seiner Konkurrenz auf Multi-Threading. Im Prinzip bedeutet das einfach nur, dass statt paralleler Abarbeitung unterschiedlicher Aufgaben, der Intel CPU zwei Aufgaben gleichzeitig bearbeiten kann. Das zeigt sich auch durchaus in der Leistung des Smartphones. Mit Dual-Core kann das Device definitiv mithalten und bei manchen Aufgaben (Hochladen von Fotos zu Google Drive) hatte ich sogar das Gefühl, dass das ZTE durchaus besser damit zu Rande kommt als mein HTC One X+.

Beinahe genau so wichtig wie der CPU ist der Akku. Dieser ist zwar mit 1.650 mAh relativ gering bemessen, aber im Alltagstest zeigte sich schnell, dass ein mehrmaliger Stopp an der Steckdose nicht nötig ist. Das Smartphone kommt gut über den Tag, aber am Abend sollte man dem Device eine kleine Aufladung gönnen. Der von ZTE vorinstallierte Powermanager soll die Laufzeit durch genau angepasste Profile steigern.

Sobald man das Smartphone aber zum Spielen verwendet, oder generell aufwendigere Arbeiten damit erledigt, bemerkt man eine kontinuierliche Erwärmung auf der Rückseite. Es wird nie unangenehm, aber es fällt durchaus auf.

Kamera und Sound

Während Telefonate und auch die Soundwiedergabe bei YouTube-Videos tadellos ist, lässt die Kamera durchaus Wünsche offen. Die 8 Megapixel ist für Schnappschüsse und ein paar kleine Spielereien wie Panoramaaufnahmen durchaus geeignet, aber kein Vergleich zu der Qualität bei anderen Devices. Hier könnte ZTE durchaus nachlegen.

Links das Bild ist ohne Zoom und aus weiterer Entfernung geschossen worden, während die Distanz beim rechten Bild gleich. Bei beiden Bildern wirkt es, als würde ein grauer Schleier über dem Motiv liegen. Insgesamt handelt es sich hier um keine reale Farbdarstellung.
Ähnlich verhält es sich bei den beiden unteren Bildern. Wobei die Schneelandschaft wirklich so trist ist:

 

Weiche Schale

Bei der Software handelt es sich um Android 4.0.4 und ein Update auf Jelly Bean soll wie im Hands-on schon berichtet, im März erfolgen. Schön ist auch, dass ZTE hier kaum Veränderungen am User Interface vorgenommen hat. Die Menge von vorinstallierten Apps ist mehr als überschaubar. Das bietet den Vorteil, dass auch User mit wenig Android-Erfahrung kaum Probleme damit haben sollten. Die von ZTE geänderten Sachen sind aber durchaus von Vorteil, denn der vorinstallierte Dateimanager enthält eine Suchfunktion und der Browser hat zudem Flash vorinstalliert. Ebenfalls bei der Konfiguration des Sperrbildschirms „Mi-EasyAccess“ erlaubt dem User die Apps auszuwählen, in welche er dann vom gesperrten Device direkt aus starten kann.

Apps

Vielerorts war die Befürchtung, dass der verbaute Intel-Prozessor Kompatibilitätsprobleme verursachen könnte und einige Anwendungen aus dem Play Store auf dem ZTE Grand X In nicht funktionieren könnten. Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass es bei den zahlreichen Apps durchaus die eine oder andere Anwendung geben könnte, aber bislang ist mir persönlich keine aufgefallen und auch Martin Hunke (siehe unten) hat derartiges nicht festgestellt.

Das ZTE Grand X IN aus der Sicht eines Smartphone-Einsteigers:

Wir haben in der Redaktion immer wieder Geräte aus allen Preisklassen zum Testen in der Redaktion, deswegen ist es auch manchmal schwierig keine Vergleiche mit Modellen zu ziehen, welche definitiv nicht in der selben Liga spielen.

Martin Hunke beschreibt uns seine Erfahrungen mit dem ZTE Grand X In folgendermaßen: „Seit kurzem gab es dieses Smartphone dann bei getgoods und darauf habe ich es mir dort bestellt. Meine Anforderungen waren ein preiswertes Smartphone bis 250 €, höchstens 300 €. Zu diesem Preis gabs noch das Samsung Galaxy Advanced, aber es war im Arbeitsspeicher, Auflösung, Displaygröße, Kamera (bis zu 1080 P Aufnahme möglich) dem Grand X In unterlegen

Das ZTE Grand X In ist dazu mein erstes Smartphone, als ich es in der Hand hatte, dachte ich vorher immer "Naja, Hauptsache es fällt nicht auseinander beim Anfassen", aber dann habe ich eine gute Verarbeitung verspürt. Der Rückseitendeckel ließ sich nicht ohne weiteres einfach so "abreißen", aber dafür knarzte auch nichts mehr wenn man ihn wieder drauf gesetzt hatte. Es rastete alles sehr schön und sauber ein. Der Deckel an sich ist geriffelt und die Seiten sind etwas gummiert, was guten Halt in der Hand verspricht“

Zum System, es läuft wirklich sehr sehr flüssig und schnell, Browsen macht Spaß, Youtube Videos laufen gut, Google Maps läuft ohne große Ruckler beim rein/raus Zoomen, Spiele (Real Football 2013, kleines Fifa mit Manager
Modus) läuft ohne Ruckler, Apps laufen ohne "größere" Ladezeit sofort an, das Display reagiert super auf die Eingaben.“

Summa Sumarum

Das Smartphone ist im Preis-Leistungs-Verhältnis, denn in Deutschland ist das ZTE Grand X In bereits ab 216,32 Euro erhältlich, wobei es in Österreich derzeit noch mit 274 Euro zu Buche schlägt, mit Abstand eines der besten Devices. Es bietet zu einem absolut fairen Preis, ein gutes, solides verarbeitetes Device, welches vor allem Einsteigern ein guter Begleiter sein dürfte. Nichtsdestotrotz ist ZTE auf einem guten Weg, um auch in der Oberliga der Smartphones mitspielen zu können. Der potenzielle Kandidat dafür ist das Grand S, welches im Laufe des zweiten Quartals in Deutschland sowie in Österreich auf den Markt kommen soll und in der Liga von 1080p Auflösung mitspielt und in die Reihe der Phablets einzuordnen ist.

Mit bestem Dank an Martin Hunke für seine Eindrücke über das ZTE Grand X In.

Die technischen Spezifikationen hier noch einmal im Überblick: 


Intel Atom Prozessor Z2460
HSPA+ 21Mbps-Unterstützung mittels Intel XMM 6260 Platform 
EDGE 900/1800/1900
HSDPA 900/2100
DPA 21Mbps, UPA 5.76Mbps
Android Ice Cream Sandwich
RAM 1GB, ROM 16GB/4GB, Erweiterungen via MikroSD bis zu 32GB
10,9 cm hochauflösendes Display, QHD (960x540), 16M, TFT, kapazitiv
1650 mAh, Lithium-Ion-Akku
8 Megapixel Kamera mit AF/Flash + 0.3Mpx Frontkamera
GPS, WLAN 802.11 b/g/n, WiFi Direct, Bluetooth 2.1 + A2DP
Beschleuniger, Gyro-Sensor, Kompass, Distanzsensor, Lichtsensor
DLNA, 1080p Aufnahme, 1080p Wiedergabe
FOTA, HD Voice, Dual-Mikrofon
Maße: 127 x 65 x 9,9 mm
Gewicht: 140.8g (inklusive Akku)

 

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