Sony Xperia XZ im Test: die Champions League der Smartphones

Sony Xperia XZ im Test Sony Xperia XZ im Test
Das Xperia XZ gehört zu den besten derzeit verfügbaren Smartphones. Sein besonderer Charme liegt aber darin, dass es ein wohltuend eigenständiges Design hat, das sich vom Einheitsbrei abhebt.

(09.10.2016, 17:45) Seit dem ersten Xperia Z Modell baut Sony Smartphones der absoluten Spitzenklasse. Technisch sind die Geräte immer an der vordersten Front und beim Design spielt Sony seit jeher in einer eigenen Liga. Ab dem Z4 haut es aber mit der Namensgebung nicht so ganz hin. Das Z4 war gleichzeitig auch das Z3 Plus. Und warum XZ verstehe ich gar nicht, denn das Compact Modell heißt einfach nur Xperia X Compact (unser Testbericht).

Anfang März beim MobileWorld Congress hörten wir noch, dass das das Flaggschiff Xperia X Performance bei uns nicht zu haben sein würde, was aber dann doch nicht stimmte. Bei der IFA kam dann das Xperia XZ, das nun das aktuelle Flaggschiff von Sony ist. Und das diesen Namen voll verdient.

Design und Verarbeitung

Das Xperia XZ hat wieder die typisch rechteckige Form der Xperia Serie. Doch die Form wirkt es diesmal um einiges komplexer und vielschichtiger als früher. Das liegt einerseits an den leicht gerundeten Seiten, was dem an sich flachen Display einen ähnlichen Eindruck verleiht, wie die Edge Displays von Samsung. Andererseits wird die Umrahmung durch einen ganz leichten Überstand betont.

Sony Xperia XZ im Test

Das Gehäuse besteht zum Großteil aus "absolut reinem ALKALEIDO-Metall", eine Eigenentwicklung von Sony, das sich auch angenehm angreift. Trotz Metall kommt es ohne die von anderen Smartphones bekannten, unschönen Antennenstreifen aus. Die gerundeten Seiten bewirken auch, dass es angenehm in der Hand liegt.

Zwei Frontlautsprecher oben und unten sorgen für den guten Ton. Der USB C Stecker unten und der 3,5 mm Stecker oben benötigen keine Abdeckung und trotzdem ist das Xperia XZ nach IP68 wieder wasserdicht.

Sony Xperia XZ im Test

Nicht geschickt gewählt sind die Tasten. Sony setzt wie Google auf On-Screen Tasten, was in den Apps entweder Platz wegnimmt oder die Bedienung umständlicher macht. Unterhalb des Displays wäre sehr wohl nach Platz für kapazitive Tasten gewesen. Der Power Button, in den auch der verzögerungsfrei reagierende Fingerprint Sensor eingebaut ist, ist gut erreichbar. Für die im unteren Drittel liegende Lautstärkewippe braucht man die zweite Hand, in einer Autohalterung ist sie überhaupt unerreichbar. Gut dagegen der als Hardware Taste ausgeführte Auslöser für die Kamera mit zwei Druckpunkten, obwohl er mir auch etwas weiter nach innen gerückt lieber wäre, damit man auch einhändig fotografieren kann.

Sony Xperia XZ im Test

Komplett flach sind die 23 MP Kamera und der Blitz an der Rückseite links oben im Eck untergebracht. Damit liegt das Xperia XZ völlig flach und ohne wackeln am Tisch. Deshalb und auch weil das Metallgehäuse einen extrem soliden und widerstandsfähigen Eindruck macht, bin ich nie auf die Idee gekommen, dass eine Hülle sinnvoll oder nötig wäre.

Sony Xperia XZ im Test

An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen und das Design hat wahrscheinlich auch zur Folge, dass recht lange keine Gebrauchsspuren erkennbar sein werden.

Display und Hardware

Mit 5,2 Zoll (genau 5,15 Zoll) Diagonale trifft das XZ so ziemlich den derzeitigen Hotspot bei der Display Größe. Sony hat sich nach den Experimenten mit UHD Displays diesmal für FullHD, also eine Auflösung von 1080 x 1920 Pixel entschieden. Damit wird eine Pixeldichte von 428 ppi erreicht, was absolut perfekte Bilder zu liefern vermag, ohne dabei den Prozessor oder den Akku zu überlasten. Es lässt jedenfalls nichts an Schärfe, Detailgenauigkeit, Kontrast, intensiven Farben und stabilen Blickwinkeln vermissen. Die Spiegelungen halten sich in Grenzen.

Als Prozessor liefert der mit maximal 2,15 GHz getaktete Snapdragon 820 im Verein mit der Adreno 530 GPU hervorragende Performance. Im AnTuTu Benchmark schlägt sich das in etwa 140.000 Punkten nieder, im Geekbench 4 kommt das XZ auf 1596 Punkte im Single-Core- und 3580 Punkte im Multi-Core-Score.

Zum Arbeiten stehen dem Prozessor 3 GB RAM zur Verfügung. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das allerdings etwas mager, 4 GB wären bei dem Preis von knapp 700 Euro standesgemäß und helfen beim Switching zwischen Apps. 32 GB Userspeicher sind dagegen in Ordnung, insbesondere da man den Speicher durch microSD Karten erweitern kann.

Der Akku des Xperia XZ ist mit 2900 mAh etwas größer als beim Xperia X Performance geworden. Geladen wird der Akku erstmals bei Sony über einen USB-C-Anschluss mit Schnellladefunktion. Mit dabei ist die neue Ladetechnik Qnovo. Steckt man das Handy abends an, pumpt das Netzteil das Xperia XZ bis etwa 90 Prozent voll, dann wird das Niveau von 90 Prozent gehalten. Die letzten zehn Prozent werden erst kurz vor dem Morgen aufgeladen. So wird vermieden, dass der Akku trotz voller Ladung noch am Netzteil hängt, was laut Sony die Lebensdauer deutlich erhöhen soll. Etwas befremdlich finde ich, dass der in der Verpackung zu findende Netzstecker nicht auf Quick Charge ausgelegt ist. Das muss man also noch nachkaufen.

An der Laufzeit gibt es nichts auszusetzen und wer ohne Pokémon GO auskommt, hat locker bis in die Nacht genug Strom.

Software

Standardmäßig ist Android 6.0.1 an Bord. Diese Woche gab es ein Software Update auf Build-Nummer 39.0.A.1.250. Sony hat sich eine Angabe darüber erspart, was neu ist oder geändert wurde. Die Android-Sicherheitspatch-Ebene blieb jedenfalls bei 1. Juli 2016. Das obwohl Sony normalerweise recht flott mit Updates ist.

Sony hat beim User Interface gegenüber Googles Standard relativ wenig geändert, was einerseits gut ist, weil es eben rasche Updates verspricht, aber andererseits das reichlich vorhandene Verbesserungspotenzial ungenutzt lässt. Neben einigen Standard-Apps in der hauseigenen Ausführung spendiert Sony noch Anwendungen, wie Xperia Lounge, Lifelog oder Playstation und installiert auch Facebook, Amazon Shopping und AVG Protection vorab. Diese Apps kann man nicht löschen, sondern nur deaktivieren, was aber den Speicher fast zur Gänze freigibt und auch die häufigen Updates vermeidet.

Sony Xperia XZ im TestSony Xperia XZ im Test

Wem das Xperia UI nicht gefällt, kann sich jederzeit einen anderen Launcher aus dem Play Store holen. Sony hat einiges darin investiert, dass Schlüsse aus dem Verhalten der User gezogen und Verbesserungsvorschläge gemacht werden. Man wird gefragt ob die Nutzeroberfläche passt, ob man mit der Anzahl an Benachrichtigungen zufrieden ist, oder ob es zu viele oder zu wenig sind, bekommt Vorschläge zu den Displayeinstellungen und wird zum Aufräumen des Speichers animiert.

Sony Kamera mit 23 MP

Sony liefert Kamera Sensoren so ziemlich für die gesamte Branche, jedenfalls jedoch für die absoluten Top Phones. Natürlich verbaut man in die eigenen Smartphones die eigenen Kameras, beim Xperia XZ einen 23 MP Sensor hinten und einen 13 MP Sensor vorne, jeweils im 4:3 Format. Die Hauptkamera hat als erste bei einem Sony zusätzlich zum Hybrid-Autofokus einen Laser-Autofokus erhalten. Der soll vor allem bei Dunkelheit und Motiven auf kurzer Distanz die Fokussierung beschleunigen.

Bei der Bildqualität überzeugen die sechsteilige Sony G-Linse mit f/2.0-Blende und der IMX300 Bildsensor mit scharfen Aufnahmen und einer hohen Detailgenauigkeit. Bei der Blende bleibt das Xperia XZ aber deutlich hinter dem Samsung Galaxy S7 und Note 7 mit f/1.7 und dem iPhone 7 mit f/1.8 zurück, was sich insbesondere bei Dunkelheit und schwachem Licht bemerkbar macht.

Sony verpasst auch dem Xperia XZ eine umfangreiche Kamera-App mit "überlegener Automatik" für Schnappschüsse und einem manuellen Modus für alle, die die Einstellungen gerne selbst vornehmen möchten. Darüber hinaus stehen auch wieder zahlreiche Erweiterungen für die Kamera zum Download bereit oder sind direkt installiert.

Sony Xperia XZ Test - Kamera

Sony Xperia XZ Test - Kamera

Im Gegenlicht bleibt die Kamera recht realisitisch ohne Bereiche übertrieben aufzuhellen.

Sony Xperia XZ Test - Kamera

Mit dieser Lichtkatastrophe - stark blendende LED Leuchten - kommt das XZ erstaunlich gut zurecht.

Sony Xperia XZ Test - Kamera

Sony hat seinem neuen Top-Modell auch einen RGB-Farbsensor spendiert, der beim Weißabgleich hilft und so für eine natürlichere Farbgebung der Fotos sorgen soll. Mit dabei ist auch wieder der prädiktive Autofokus, der Bewegungen mitrechnet und so den optimalen Fokuspunkt setzen kann.

Die Hauptkamera von Sony dreht nun auch Videos in 4K. Beim Xperia XZ wird die Tonspur sogar mit zwei Mikrofonen aufgezeichnet, per Digital Noise Cancelling sollen Störgeräusche rausgefiltert werden.

Verbessert hat Sony auch die Bild- und Videostabilisierung. Während Kipp- und Drehbewegungen bereits beim Xperia X ganz gut herausgefiltert wurden, kann das Xperia XZ nun auch Bewegungen in X- und Y-Richtung herausrechnen. Dazu werden unter anderem die Daten vom Gyrosensor genutzt. Ähnliches haben wir kürzlich auch von Google bei den neuen Pixel Phones gehört.

Fazit

Das Sony Xperia XZ ist ein würdiges Flaggschiff Smartphone und überzeugt in allen Belangen. Vor allem das Design gibt dem Gerät eine besondere Note und hebt sich wohltuend vom sonst sich immer mehr verbreitenden Einheitsbrei ab.

Bei dem Preis sollte allerdings der Quick Charge Stecker mit dabei sein. Jedenfalls ist es das beste Sony Smartphone des Jahres und spielt leistungsmäßig in der Champions League.

Bei Amazon ist das Sony Xperia XZ derzeit um etwa 689 Euro in verschiedenen Farben zu haben:

Sony Xperia XZ Smartphone (13,2 cm (5,2 Zoll), 32 GB Speicher, Android 6.0) Forest Blue

Sony Xperia XZ Smartphone (13,2 cm (5,2 Zoll), 32 GB Speicher, Android 6.0) Platinum

Wenn du immer über die wichtigsten News informiert sein willst, so folge uns auf FacebookTwitterGoogle+YouTube, klicke auf den RSS Button ganz oben rechts oder abonniere hier den Newsletter.

Verwandte Themen

Reaktionen auf diesen Artikel


Alex, 11.10.2016
Aha
Die gezeigten Bilder sind eine Katastrophe.
Und das liegt definitiv nicht am Smartphone, denn das hatte ich bereits selber in der Hand.

Bitte nächstes Mal die Linse abwischen und nicht an den Einstellungen rumpfuschen, wenn man es nicht drauf hat.

Antworten

Kommentar hinzufügen

Telekom Presse Dr. Peter F. Mayer KG
Ziegelofengasse 29, A-1050 Wien, E-Mail: office@telekom-presse.at, Tel. +43 664 400 15 55
Devices | Mobility | Entertainment