Samsung Galaxy S5 im Test - Design, Hardware, Android und TouchWiz

Samsungs neuestes Flaggschiff wartet mit vielen positiven Neuerungen auf. Im ersten Teil unseres Testberichtes sehen wir uns die wichtigsten Neuerungen und einige Benchmarks an.

(03.04.2014, 09:20) Samsungs neues Flaggschiff ist eindeutig wieder ein großer Schritt nach vorne. Es bringt jede Menge kleiner Verbesserungen und auch einige tolle Innovationen. Es folgt dem Trend zu immer größeren Displays und mehr Sensoren, die uns und die Umgebung wahrnehmen, wie etwa den Fingerprint Sensor sowie dem Pulsmesser.

Über das Design und dass es - schon wieder - aus Plastik ist, wurde schon viel gemeckert. Wir haben gleichzeitig das HTC One M8 im Test, mit dem angeblich so hochwertigen Metall Gehäuse. Aber es ist das gleiche wie mit dem iPad Air - Metall fängt im täglichen Gebrauch wesentlich mehr Schmutz ein und ist anfällig gegen Kratzer und Beulen. Was tut man dagegen? Man steckt es zum Schutz in Plastikhüllen. Das Galaxy S5 erweist sich dagegen als ziemlich resistent gegen Schmutz und noch mehr gegen Beschädigung.

Design und Handhabung

Samsung ist seiner erfolgreichen Designlinie mit dem S5 treu geblieben. Es ist nicht nur von der Größe her ein Mittelding zwischen dem Galaxy S4 und dem Galaxy Note 3. Es fällt weniger rund aus als das S4 und die Rückseite mit der fast gummiert wirkenden Oberfläche ist angenehmer als die glatte beim S4 und hat eine ähnliche Textur wie das Leder Imitat des Note 3.

Es liegt dadurch auch ausgezeichnet in der Hand und ist gerade noch einhändig bedienbar, was bei den richtigen Phablets ja nicht mehr der Fall ist. Die Anordnung der Tasten - links Lautstärke, rechts Ein/Aus - ist gleich geblieben. Ebenso die Anordnung der Kameras, des Lautsprechers und des USB Steckers.

Zu einer größeren Änderung hat sich Samsung aber durchgerungen. Bei den Buttons am unteren Ende des Displays - sie sind erfreulicherweise noch immer nicht ins Display integriert - wurde die Menütaste links vom Home Button durch die Taste für den Task Manager ersetzt. Damit hat man sich dem Standard von Android weiter angenähert und ist auch benutzerfreundlicher geworden. Der Task Manager wird einfach öfter benötigt als Kontext-Menüs. Allerdings wirkt die Tast auch als Menü-Taste, drückt man sie etwas länger.

Eine weitere wesentliche Änderung ist die Zertifizierung nach dem IP67 Standard, was es als staubdicht sowie wasserdicht für die Dauer von 30 Minuten bei 1 Meter Wassertiefe ausweist. Deshalb hat es auch beim USB Stecker einen wasserdichten Verschluss, was optisch auch einen Fortschritt gegenüber der freien Öffnung darstellt.

Hardware

Der Prozessor der in Europa üblichen LTE Variante ist wie bei anderen Top Smartphones der Snapdragon 801 von Qualcomm, allerdings bereits mit 2,46 GHz getaktet, was das bisher höchste am Markt ist. Es stehen ihm 2 GB RAM zur Verfügung, wovon Geekbench 3 immerhin 1,81 GB als verfügbar ausweist, etwas mehr als bei anderen vergleichbaren Geräten. Diese Ausstattung ist durchaus üppig, da Android 4.4.2 KitKat, das von Beginn am S5 drauf ist, einen geringeren Speicherbedarf hat, als frühere Versionen.

Es gibt zwei Speichervarianten und zwar mit 16 GB oder 32 GB. Das System belegt davon nur 4,18 GB. Dazu kommen aber noch nicht löschbare Apps und Systemdienste von etwa 0,9 GB, womit also etwa 11 GB für den User verfügbar bleiben. Dazu kann man das Galaxy S5 laut Angabe von Samsung mit microSD Karten bis 128 GB weiter aufrüsten.

Das Akku hat eine Kapazität von 2800 mAh, ist länglich gebaut und wirkt recht klein, kleiner als der 2600 mAh Akku im Galaxy S4. Was er an Laufzeit zu bieten hat, kann ich nach so kurzer Zeit noch nicht einschätzen, nach dem ersten Tag sieht es aber ganz gut aus. Wir werden später nochmals darauf zurück kommen.

Auf die Kameras - hinten 16Mpx im 16:9 Format und vorne 2MPx - gehen wir später nochmals gesondert und ausführlich ein. Die Hauptkamera ist jedenfalls sowohl was den Sensor und den Blitz sowie die Software anlangt, deutlich verbessert und weiter entwickelt worden. Auch bei den Videoaufnahmen gibt es mit UHD, HDR und Bildstabilisierung deutliche Verbesserungen.

Display

Die Diagonale wurde gegenüber dem S4 geringfügig auf 5,1 Zoll erweitert. Die Auflösung ist mit 1920 x 1080 Pixel gleich geblieben.

Deutlich verbessert wurde aber die Lesbarkeit des Super AMOLED Displays in der Sonne. Nach Messungen von Displaymate beträgt die Helligkeit bis zu 698 cd/m2, zum Vergleich kommt das iPhone 5S nur auf 556 cd/m2. Dazu reagiert die Software mit einer Verbesserung des Kontrastes. Ich habe mir das gestern in der Mittagssonne kurz angesehen und war positiv von der Lesbarkeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung und wolkenlosen April Himmel überrascht.

Bei den Farben hatten die AMOLED Tablets schon immer die Nase vorne. Das S5 macht da offenbar noch einen weiteren Schritt was Farbtreue und Brillanz anlangt. Schwarz war seit jeher eine Stärke der Technologie, die mit LCD Displays unerreichbar ist. Nun scheint man auch den leichten Blaustich losgeworden zu sein, der bisher bisweilen noch bemerkbar war - Weiß ist nun wirklich weiß.

Die Pixeldichte hat natürlich durch die Vergrößerung des Displays etwas auf 432 ppi abgenommen, dafür hat die Schärfe durch die so genannten Diamant Pixel aber etwas zugenommen. Solche Unterschiede sind aber ohnehin mit freiem Auge längst nicht mehr wahrnehmbar.

Special Features und Sensoren

Im Home Button ist nun wie beim iPhone 5s ein Fingerprint Sensor verbaut. Bis zu drei Finger kann man registrieren. Man muss dazu im Lernmodus 10 Mal über den Sensor streichen. Bis zu drei Finger können registriert werden. Verwendet werden kann er zur Entsperrung des Smartphones, um mit PayPal zu bezahlen und für den Zugang zum Samsung Konto.

Meine Erfahrung bisher ist sehr gut. Man muss zwar recht exakt und in der Mitte über den ganzen Home Button streichen, macht man es richtig, liegt die Erkennungsrate aber praktisch bei 100%. Wird der Finger nach drei Versuchen nicht richtig erkannt, so muss man ein alternatives Passwort eingeben.

Gänzlich neu ist der Pulsmesser. Der Sensor sitzt neben dem LED Blitz unterhalb der Kameralinse. Gestartet wird er über die Samsung App S Health. Die Messung selbst dauert einige Sekunden, wie bei jedem anderen Pulsmesser auch. Und weil man schon dabei war, hat man auch in die neuen Smartwatches Gear 2, Gear 2 Neo und Gear Fit ebenfalls Pulsmesser eingebaut. Ein Testbericht der Gear Fit folgt demnächst hier in der Telekom Presse.

Betriebssystem und TouchWiz

Als Betriebssystem ist die aktuellste Version Android 4.4.2 KitKat an Bord. Google hat da sowohl am Speicherbedarf als auch an der Performance wieder gedreht. Das wirkt sich auch beim Galaxy S5 deutlich aus. Die Übergänge sind deutlich flüssiger und weicher geworden. Auch der Start von Apps geht erheblich rascher, sowohl beim Neustart, als auch über den Task Manager. Besonders deutlich ist der Unterschied zum S4, das aber eine etwas schwächere Hardware besitzt, aber auch gegenüber dem Note 3 ist eine bessere Performance unverkennbar.

Es wäre nicht Samsung, hätte man nicht wieder Features verändert oder hinzugefügt. Allerdings hat man die Featuritis, die beim Note 3 die stärksten Blüten trieb, etwas zurückgefahren und hat Dinge wie Smart Scroll und ähnliches gestanzt. Einiges wie Multi Windows oder Air View, die ja durchaus Sinn machen, sind aber geblieben.

Als Verbesserung und optisch gelungen empfinde ich die Darstellung im Task Manager. Das Switchen zwischen Apps wird dadurch einfacher und sicherer.

Wenig gelungen finde ich dagegen die Veränderung bei den Einstellungen. Was früher in Gruppen gegliederte Text-Listen waren, kommt nun ziemlich unübersichtlich mit runden Icons daher, entweder in einer Rasteransicht. Listenansicht oder in einer Registerkartenansicht (Screenshot rechts). Gelungen finde ich dagegen die Umstellung bei den Schnelleinstellungen. Ebenfalls sehr positiv ist, dass man nun direkt aus der Einstellungs-App die Settings der wichtigsten Anwendungen direkt ändern kann. Auch die Zuweisung von Standardanwendungen zu bestimmten Aktionen kann nun einzeln gelöscht werden und nicht so wie bisher nur für alle gleichzeitig.

Optisch angenehm empfinde ich, dass die Icons für die Apps etwas größer dargestellt wird und der Leerraum dazwischen etwas reduziert wurde. Das habe ich auch schon beim Galaxy Note PRO 12.2 positiv vermerkt.

Bei den Homescreens ist ein neuer dazugekommen, der "My Magazin" betitelt ist. Über Widgets, ähnlich denen im Magazin UI kann man sich verschiedene Inhalte aus Flipboard anzeigen lassen. Die Inhalte sind sicher für Australier, Kanadier, Amis oder Chinesen (RenRen und SIMA Weibo Widgets) sehr interessant. Die Darstellung ist dann wie in Flipboard üblich magazinartig aber für meinen Geschmack völlig unübersichtlich. Zum Glück kann man aber diesen Homescreen komplett killen und muss sich nicht damit herumärgern wie am Note PRO.

Benchmarks

Ich habe seit jeher einen ziemlichen Vorbehalt gegen Benchmarks, da sie künstliche Szenarien testen, die möglicherweise gar nichts mit meiner Art der Nutzung zu tun haben. Dazu kommt noch, dass so ziemlich allen Herstellern bis auf Apple und Google mit den Nexus Geräten Cheating bei den Benchmarks nachgewiesen hat. Wurde eine Benchmark App erkannt, so wurden die Taktraten der Prozessorkerne auf das Maximum hochgeschraubt um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Dennoch - hier einmal die Werte des Geekbench 3, der so ziemlich die Performance der Hardware misst. AnandTech hat erst vor einigen Tagen wieder beim neuen HTC One M8 Cheating nachgewiesen. Die unverfälschten Werte liegen um etwa 15% niedriger als die in der Tabelle angegebenen, die wir selbst gemessen haben. Das trifft auch auf das Note 3 zu. Aber - Samsung hat mit dem Update auf Android 4.4.2 diese Praxis auch beim Note 3 wieder aufgegeben, womit die Werte die hier angegeben sind und noch unter 4.3 gemessen wurden um ebenfalls etwa 15% niedriger sein werden.

Beim Galaxy S5, das ja Android 4.4.2 hat, sollten die Werte daher korrekt sein. Damit würde das S5 sich doch deutlich an die Spitze setzen. Aber hier die Werte, wie wir sie derzeit gemessen haben:

Aussagekräftig sind dagegen die Werte des Sun Spider Benchmarks, der im Browser läuft. Hier wurde noch niemanden eine Verfälschung nachgewiesen und sie ist wohl auch etwas schwieriger zu bewerkstelligen. Der Browser ist noch immer die am meisten genutzte App auf Smartphones und damit ist seine Performance ganz besonders wichtig. Und da führt das Galaxy S5 wirklich ganz deutlich vor allen anderen Smartphones.

Weitere Testberichte werden sich mit der Gear Fit Smartwatch befassen, die gleichzeitig mit dem Galaxy S5 am 11. April auf den Markt kommt, der Kamera des S5 sowie mit der Software und den wichtigsten Apps. Sie erscheinen demnächst hier in der Telekom Presse.

Im Video könnt ihr das Galaxy S5 in Aktion sehen:

Das Galaxy S5 in den Farben Schwarz, Weiß und Blau gibt es bei so ziemlich allen Mobilfunkern und als entsperrte Version im Handel, wie hier bei Amazon:

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