Samsung Galaxy Note 7 Version 2 im Test: das beste Smartphone am Markt

Samsung Galaxy Note 7 Version 2 Samsung Galaxy Note 7 Version 2
Samsung hat begonnen die Neuauflage des Galaxy Note 7 auszuliefern. neben einem sicheren Akku bietet sie viele wünschenswerte Features. Im ersten Teil des Testberichts geht es um Hardware und Design.

(24.09.2016, 12:40) Es muss für Samsung wirklich mega-ärgerlich sein, dass das bisher bei weitem beste Smartphone, das das Unternehmen entwickelt und produziert hat, das Problem mit dem Akku hatte. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, auf die Verfügbarkeit dieses Super-Phones zu warten. Was nun neu an den Austauschgeräten und in der Version 2 mit dem sicheren Akku ist, haben wir schon hier beschrieben. Aber nun schön der Reihe nach, wie sich dies für einen ordentlichen Testbericht gehört.

Design und Verarbeitung

Das Phablet gibt es in den Farben Black Onyx, Blue Coral und Silver Titanium zu einem Preis von 849 Euro mit 64 GB internem Speicher. Eine goldene Version gibt es zwar auch, sie wird aber zunächst nicht in der DACH-Region angeboten. Die allgemeine Verfügbarkeit wird in der DACH-Region wieder ab der ersten Oktoberhälfte gegeben sein.

Samsung Galaxy Note 7

Das Design hat sich an dem erfolgreichen Galaxy S7 orientiert. Der Aufbau ist grundsätzlich ähnlich mit vorne und hinten einer Glasoberfläche mit dem hochfesten Gorilla Glass 5. Darunter lassen sich die Farben unterbringen, sodass keine Gefahr der Veränderung durch Microabrasion oder ähnliches gegeben ist. Beim Galaxy S7 edge, das ich jetzt seit mehr als ein halbes Jahr in Betrieb habe, sind kleine Kratzer sichtbar, die aber weder farblich etwas ändern, noch dem Gesamteindruck schaden. Das Note 7 verwendet das widerstandsfähigere Glass 5 gegenüber Glass 4 beim S7 edge.

Ich bin an sich kein Freund von Hüllen aber von Olixar gibt es farblich gut abgestimmte bzw. farblose Hüllen, die gut dazu passen, ohne die Ästhetik des Gerätes zu zerstören. Damit lässt sich die Rückseite noch etwas besser konservieren.

Samsung Galaxy Note 7

Ein Metallrahmen umschließt das Note 7 so wie das S7. Alle Bedienelemente sind am gleichen Platz, es gibt nur zwei Änderungen: rechts unten der Stift (S Pen) und USB C. Lautstärke-Wippe und Power Button sind dort wo sie hingehören, nämlich relativ weit oben an unterschiedlichen Seiten. Man erreicht sie problemlos ohne Verwechslungsgefahr und mit der Smartphone Halterung im Auto klemmt man sich nichts unabsichtlich ein.

Der Home Button mit dem Fingerprint Sensor ist etwas flacher verbaut und leichtgängiger als beim S7. Hier würde ich mir aber auch einen kapazitiven Button wünschen, wie das bei den Nexus und anderen Android Smartphones schon länger der Fall ist und nun auch im iPhone 7.

Galaxy S7 edge mit Galaxy Note 7

Gegenüber dem S7 bringt das etwas weniger nach hinten gezogene Display eine deutliche Verbesserung. Man berührt dadurch weniger leicht die Seitenteile des Displays mit Daumenballen oder Fingern beim Halten und löst so keine ungewollten Aktionen mehr aus. Die Krümmungen an der Vorder- und Rückseite sind nun symmetrisch.

Obwohl das Display des Note 7 mit 5,66 Zoll um fast 0,2 Zoll größer ist als das des S7 wirken die beiden Phones etwa gleich breit, das Note 7 ist nur etwas länger. Die Ecken sind auch etwas weniger gerundet. Das Note 7 misst 153,5 x 73,9 x 7,9 mm, das S7 edge 150,9 x 72,6 x 7,7 mm. Im Vergleich dazu ist das iPhone 7 Plus mit kleinerem Display, kleinerem Akku, ohne Stift und ohne 3,5 mm Stecker sogar deutlich größer: 158,2 x 77,9 x 7,3 mm.

Samsung Galaxy Note 7

Samsung Galaxy Note 7

Dank der Edge-Technologie hat es Samsung geschafft ein 5,7 Zoll Display völlig randlos in ein Smartphone der Größe eines 5,5 Zoll Displays oder weniger einzupassen. Somit erhält man sehr viel Displayfläche, ohne dabei das Smartphone unmäßig zu vergrößern. Und noch dazu schmiegt es sich sehr angenehm in die Hand.

Das Galaxy Note 7 ist auch wieder wasserdicht und zwar nach der IP68 Zertifizierung, inklusive des S Pen. Damit ist dank des Stylus auch die Bedienung des Phablets im starken Regen möglich, ohne es in einer Plastikhülle vergraben zu müssen.

Noch ein Wort zur Verarbeitung. Samsung beherrscht mittlerweile perfekt diese Verbindung der Materialien Glas, Metall und biegsames Display. Das Phone ist wie aus einem Guss gefertigt, nirgends ist ein auch nur ein noch so winziger Spalt zu finden und die Bedienelemente sind solid und stabil verbaut.

Samsung Galaxy Note 7 Display

Die Displays, die Samsung in den Flaggschiff Smartphones verbaut, gehören nun schon seit Jahren zum besten was es am Markt gibt. Es handelt sich wieder um ein Super-AMOLED-Display mit WQHD-Auflösung (2.560 x 1.440 Pixel) in der Dual Edge Ausführung, nur eben mit einer Display Diagonale von 5,7 (genau 5,66) Zoll.

Es gibt dabei einige Premieren, so da sind: Blaulicht-Filter, HDR10 Unterstützung und einstellbare Auflösung zwischen HD, FullHD und QuadHD.

Samsung Galaxy Note 7Samsung Galaxy Note 7

Wozu dann also QuadHD Auflösung? Für Bilder und Videos kann - ausdrücklich kann - es Sinn machen. Im Normalfall macht es keinen, es verbraucht lediglich mehr Strom und könnte die Performance etwas drücken. Bei dem mächtigen Prozessor allerdings ohnehin nicht mehr merkbar. Ich habe jedenfalls auf FullHD zurück geschaltet, mir ist eine längere Akkulaufzeit lieber als eine für mich nicht erkennbar bessere Auflösung.

Mit FullHD hat das Note 7 eine Pixeldichte von 389 dpi, also völlig ausreichend und weit jenseits der bereits als gut geltenden Pixeldichte von 300 ppi. Mit QuadHD schnellt die Pixeldichte auf 515 ppi hoch. Die 4,7 Zoll iPhones 6, 6s und 7 haben HD Auflösung, die entsprechenden 5,5 Zoll Plus Modelle haben FullHD - und das scheint einigen Käufern auch zu genügen.

Laut den Spezialisten von DisplayMate ist das Display des Note 7 das beste, das sie je getestet haben, mit vielen Verbesserungen selbst gegenüber dem bisherigen Primus Galaxy S7 edge. So wurde etwa die maximale Helligkeit im Automatik-Modus auf über 1.000 Nits hochgeschraubt. Im hellen Sonnenlicht ist das Display noch immer bestens lesbar. Dazu kommen nun zwei Sensoren, die das Umgebungslicht messen und die Reaktion und Genauigkeit der Anpassung konnte nochmals beschleunigt werden.

Aber nun zu HDR10. HDR ist ein neuer Standard, der auch auf TV Geräten mehr Qualität, lebendigere Farben und mehr Dynamik bringen soll. Die zweite Neuerung liegt im "10" begründet. Bisher war der 8-bit Farbraum Standard bei Displays in Smartphones, Monitoren oder Fernsehern - damit lassen sich etwa 256 Grau-Töne darstellen, mit 10 Bit dagegen 1024. Dazu kommen Modi für anpassungsfähige Anzeige, AMOLED-Kino und AMOLED-Foto. Insgesamt wird damit ein wesentlich lebendigeres Bild erzielt.

Neu ist auch der Blaulichtfilter. Er lässt entweder dauernd aktivieren, nach der Sonne stellen oder mit vordefinierten Zeiten ein- und ausschalten. Der Sinn davon ist am Abend und in der Nacht den blauen Lichtanteil auszublenden oder zumindest zu reduzieren. Damit werden einerseits die Augen geschont und andererseits die Produktion des Schlafhormons Melatonin nicht unterbunden. Ich verwende dafür seit Jahren die App Twilight, die nun wegbleiben kann, da das Galaxy Note 7 den schädlichen blauen Lichtanteil im Bereich 460 bis 480 Nanometer auf Systemebene ausfiltert.

Ach ja, dann gibt es noch den Seitenbildschirm, den man von der Seite hereinwischen kann um verschieden Funktionen, Apps etc aufzurufen. Ich schalte das regelmäßig ab, denn zumindest ich aktiviere ihn erheblich öfter ungewollt als absichtlich.

Samsung Galaxy Note 7

Und dann noch das Always on Display. Sehr praktisch, zeigt die Zeit an und neue Nachrichten, zumindest per Symbol. Und es kann auch abgeschaltet werden, zum Beispiel in der Nacht. Das alles war schon beim S7 so, mit dem Note 7 kann man sich aber per Stift selbst eine Erinnerung darauf hinterlassen.

Sicherheit und Iris Scanner

Samsung hat die in Android üblichen Sicherheitsmechanismen implementiert, nämlich Verschlüsselung der Daten, sowie Entsperrmöglichkeiten mit Muster, PIN oder Passwort sowie den im Home Button integrierten Fingerprintscanner. Dieser funktioniert mittlerweile rasch und zuverlässig. Voraussetzung ist allerdings, dass die Finger nicht nass, fettig oder verschmutzt sind. Dann kann er nämlich nicht funktionieren.

Samsung Galaxy Note 7

Aber es gibt noch eine Entsperrmethode, nämlich mit dem Iris-Scanner. Dieser ist nicht für die dauernde Nutzung gedacht, zu umständlich ist die Methode sich das Phone in 25 cm Abstand in der richtigen Höhe vor das Gesicht zu halten. Und es funktioniert auch nicht bei zu hellem, zu dunklen oder sonst nicht passendem Licht. Oder wenn man zu müde ist und die Augen dadurch zu klein sind. Aber zur Entsperrung des sicheren Ordners kann man es etwa verwenden.

Samsung hat mit Knox und dem sicheren Ordner weitere Ebenen eingezogen, mit denen man seine Daten schützen kann. Im sicheren Ordner kann man private Daten, Bilder aber auch Kopien von Apps ablegen, die vor unbefugten Augen geschützt werden sollen.

Der Iris Scanner ist deutlich sicherer als der Fingerabdrucksensor, der aber deutlich schneller arbeitet als der Iris Scanner. Im Alltag ist daher der Fingerabdruck wohl die Methode der Wahl, als Backup oder für den sicheren Ordner kann man den Iris Scanner verwenden.

Hardware und Performance

Wie das S7 ist das Note 7 in der europäischen Version mit Samsungs eigenem Exynos 8890 Prozessor mit bis zu 2,6 Ghz Taktung und der Mali-T880 GPU ausgestattet. Es stehen 4 GB RAM sowie 64 GB Speicher zur Verfügung, der per microSD Karte um bis zu 256 GB erweitert werden kann.

Wenig überraschend schneidet das Note 7 im Geekbench 4, der nur den Prozessor misst und somit für die Praxis wenig relevant ist, etwa gleich ab wie das Galaxy S7 edge. Hier zuerst der Geekbench 4 mit dem Galaxy Note 7 und dann der vom Galaxy S7:

Samsung Galaxy Note 7Samsung Galaxy S7

In der Praxis performen beide absolut zufriedenstellend. Auch das RAM Management ist hervorragend gelöst, bei früheren Samsung Firmware Versionen mitunter ein Schwachpunkt. Sechs große Apps (Pokémon GO, Ingress, Firefox, Hootsuite, Galerie und Hangouts) werden mühelos im Speicher gehalten und können ohne neu laden abwechselnd geöffnet werden.

Der Akku ist mit 3500 mAh recht gut dimensioniert, obwohl um 100 mAh kleiner als beim S7 edge. Die Lauzeit ist ebenfalls ausgezeichnet, ich komme bei meinem sehr intensiven Nutzungsszenario fast über einen ganzen Tag. Aufgeladen wird nun auch über ein USB C Kabel - die Umstellung darauf ist wohl unaufhaltsam.

Beim Laden geht die Akkutemperatur nicht über 36 Grad hinaus, auch dann nicht wenn andere Werte höher sind, weil man das Gerät in der Sonne liegen hat und gleichzeitig Pokémon GO spielt. Da hat Samsung nun die Temperaturführung absolut in den Griff bekommen. Nach den Problemen kann man wohl auch davon ausgehen, dass dieser Akku der sicherste ist, der in einem Smartphone zu haben ist.

Audio und Sprache

Die Galaxy Serie 7 Smartphones gehören in Sachen Audio nicht unbedingt zu den herausragenden Geräten. Der Lautsprecher an der Unterseite ist allein, Stereo nicht vorgesehen - bringt aber auch nicht wirklich etwas bei der Größe eines Smartphones. Der Ton ist etwas gedämpft um die IP68 Zertifizierung zu garantieren und Eindringen von Wasser zu vermeiden.

Galaxy S7 edge mit Galaxy Note 7

Wer aber ordentlich Musik hören will sollte sich einen guten Kopfhörer an den 3,5 mm Stecker anschließen oder via Chromecast auf Boxen oder eine Anlage gehen. Die mitgelieferten Kopfhörer sind auch relativ gut. Wie im Note 5 ist auch hier wieder ein Equalizer implementiert, mit dem der Sound von Musik oder Videos entsprechend angepasst werden kann. Hierbei spielt es keine Rolle, aus welcher Quelle, also aus welcher App, der Ton stammt.

Der Lautsprecher für Anrufe ist sehr gut und auch die Mikrofone können überzeugen. Die Stimme wird klar und deutlich aufgenommen und Nebengeräusche werden akkurat gefiltert.

Im Teil 2 wenden wir uns der Kamera zu, einem Prunkstück des Note 7, so viel sei schon jetzt verraten. Auch die Software, die gegenüber dem S7 einiges an Veränderungen erfahren hat, werden wir ausführlich covern.

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