Nexus 4 im Redaktionstest: edles, solides Design - innen wie außen [Teil I]

Das Nexus 4 ist nun endlich bei uns in der Redaktion eingetroffen und natürlich haben wir es einem ausführlichen Test unterzogen. Das Device bietet nicht nur pures Android, sondern hat auch einiges unter der Haube. Es hat aber auch seine Macken und Schwachstellen.

 

(6.12.2012; 16:00) Vor einigen Wochen hatten wir bereits die Möglichkeit das Nexus 4 einem kurzen Hands-on zu unterziehen und hatten dabei natürlich vordergründig die optischen Merkmale im Fokus unserer Betrachtungen. Im ersten Teil widmen wir uns vor allem auch darum, was das Nexus 4 unter der Haube hat.

Das positive Gesamtbild des Designs und der Oberfläche hat sich auch im täglichen Gebrauch bestätigt. Es liegt mehr als gut in der Hand und auch die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen. Die Druckpunkte der einzigen zwei vorhandenen Hard-Keys sind optimal und die Kamera steht nicht hervor, sondern ist plan mit der Rückseite, welche durch seine glänzende, pixelige Oberfläche durchaus nochmals in puncto Design punkten kann.

Die Vorder- sowie auch die Rückseite sind mit Cornings Gorilla Glass 2 ausgestattet. Lediglich für die Lautsprecher am oberen Rand des Displays gibt es logischerweise eine Aussparung. Nachdem das Device aus einem Unibody-Gehäuse besteht und sich somit der Akku auch nicht entfernen lässt, hat die SIM-Karte unter dem Lautstärkeregler auf der linken Seite Platz gefunden. Einsetzen beziehungsweise herausnehmen lässt sich die Karte mittels beigelegtem Dorn.

Das Nexus 4 ist mit seinen 134 x 69 x 9 Millimetern und einem Gewicht von 139 Gramm durchaus mit den gängigen Flaggschiff-Modellen vergleichbar; also nicht unbeschreiblich leicht oder dünn. Aber das macht auch nichts, denn der 4,7 Zoll große Screen muss ja auch irgendwie Platz haben und dieses ist bündig in das Gehäuse eingelassen. Auch hier gibt es kein Knarzen oder irgendwelche unschönen Abschlüsse beziehungsweise Übergänge. Das Smartphone sticht durch seine gute Verarbeitung positiv hervor.  

Bei den Anschlüssen zeigt man sich, wie für Nexus-Geräte typisch, spartanisch, denn lediglich ein microUSB-Anschluss ist vorhanden, damit Dateien via Kabel übertragen werden kann und das Gerät auch aufgeladen werden kann und das ist durchaus nötig, aber dazu später mehr. Auch hier wurde auf einen microSD-Slot verzichtet, weswegen der 8 GB beziehungsweise 16 GB Speicher doch ein wenig knapp bemessen ist. Alternativen wie Google Drive oder Dropbox erleichtern aber das haushalten mit dem Speicher.

Das Display kann sich mehr als nur sehen lassen, denn mit einer Auflösung von 1280 x 768 Pixel und einer Pixeldichte von 320 ppi ist es durchaus im High-End-Bereich. Der 4,7 Zoll True HD IPS-Touchscreen bietet neben seiner durchaus realistischen Farbdarstellung auch ein sattes Schwarz. Natürlich könnte im ersten Moment der Eindruck erscheinen, dass es im Vergleich zu AMOLED-Displays die Farben weniger kontastreich wiedergibt, aber für mich persönlich ist es eine willkommene Abwechslung, denn bei manchen Geräten hat man mittlerweile eine etwas sehr überzeichnete und übersättigte Farbdarstellung.

Wirklich überzeugend ist der Touchscreen, denn wie auch beim Optimus G verzichtet LG auf zwei Harzschichten zwischen den Layern, weswegen man den Eindruck bekommt, dass man gar nicht mehr am Display ankommen muss und schon werden die Befehle umgesetzt. Der Screen wirkt generell bei der Eingabe sehr weich und nachgiebig. Durchaus ein sehr willkommenes Feature.

Das Nexus 4 kommt mit zwei Kameras, wobei die auf der Rückseite 8 MP bietet und die Frontkamera mit 1,3 MP. Die Qualität der Fotos könnte durchaus besser sein, zwar sind die Farben recht natürlich, aber in puncto Weißabgleich hapert es vor allem dann, wenn die Lichtverhältnisse nicht unbedingt die besten sind. Auch der Autofokus scheint manchmal ein bisschen langsam. Positiv sind die neuen Features in der App, denn mit der Panoramafunktion lassen sich durchaus nette Bilder machen, die sogar eine Kugelansicht ermöglicht. Das ist vor allem sehr schön zu sehen, in dem kürzlich von LG veröffentlichten Werbespot zum Nexus 4. Außerdem ist die Bedienung der Foto-Anwendung nur mit einer Hand auch möglich, denn das Menü kann mit einem Tipp auf den Screen aufgerufen werden und erscheint dann als Kreis, wo man die verschiedenen Features wie Blitz, Autofokus, Wechsel auf Frontkamera kurzerhand direkt am Bildschirm einstellen kann. A propos Frontkamera: hier hat sich die Bildqualität gegenüber dem Vorgänger-Modell durchaus gebessert.

Panoramafunktion:

 

Wo man vielleicht an Anschlüssen gespart hat, legt man bei den weiteren technischen Spezifikationen ordnungsgemäß nach, denn mit dem Snapdragon S4 Quad-Core-Prozessor, welcher mit 1,5 GHz getaktet ist und dem Adreno 320 sorgt das Nexus 4 für ordentlich Leistung wie sich in den Benchmark-Tests auch widerspiegelt und das Galaxy S3 sowie auch das iPhone 5 in seine Schranken weist. Ebenso ist ein 2 GB großer RAM verbaut.

 

Bei entsprechender Auslastung fällt auf, dass das Nexus 4 auf dem oberen Teil der Rückseite und auch am unteren Rand durchaus dazu neigt, übermäßig Wärme zu erzeugen. Bis zu 40 Grad Celsius sind dabei keine Seltenheit. Die Temperaturentwicklung ist aber nicht unangenehm, also es wird nicht übermäßig heiß, wie es vielleicht hie und da mal bei HTCs One S durchaus der Fall sein konnte.

Je wärmer ein Gerät wird, desto mehr Akku saugt es im Moment und hier ist der große Knackpunkt beim Nexus 4, denn bei unserem ersten Hands-on zeigte sich das Device auch nach dem Download von mehreren Apps und einigen Benchmark-Tests sowie WLAN-Verbindung mehr als unbeeindruckt, doch im Alltagstest spiegelt sich dieser Eindruck leider nicht wieder. Der 2.100 mAh starke Akku kann nicht mit der Leistung und Ausdauer eines HTC One X+ mithalten. Ständig habe ich das Gefühl, dass ich bald wieder dringend eine Steckdose brauchen werde und einen Tag ohne Zwischenstopp an einer Stromquelle hab ich bis jetzt nicht überstanden.

Wer also gerne auch grafiklastige Games auf dem Nexus 4 spielen möchte, sollte das eher mit einer ständigen Stromanbindung machen. Besonders in solchen Fällen vermisst man dann die Möglichkeit etwas zur Energieeffizienz beitragen zu können. Eine entsprechende App dazu fehlt aber und auch die Displayhelligkeit herunterzufahren hat keine sonderlichen Auswirkungen. Die vom Hersteller angegebenen 15,3 Stunden Sprechzeit können wir also auf keinen Fall unterschreiben.

 

Die technischen Spezifikationen im Überblick:

Chipset: Qualcomm Snapdragon S4 Pro Prozessor mit 1,5 GHz Quad-Core Krait CPUs
Betriebssystem: Android 4.2, Jelly Bean
Netzwerk: 3G (WCDMA), HSPA+
Display: 4,7 Zoll WXGA True HD IPS Plus (1280x768 Pixel)
Speicher: 16 GB
RAM: 2 GB
Kamera: 8,0 Megapixel auf der Rückseite / 1,3 Megapixel HD auf der Vorderseite
Akku: 2,100 mAh Li-Polymer (integriert) / Sprechzeit: 15,3 Stunden / Standby: 390 Stunden
Größe: 133,9 x 68,7 x 9,1 mm
Gewicht: 139 g
Sonstiges: kabellose Aufladung, NFC

Hier gehts zum zweiten Teil des Testberichts.

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