Mobile Daten im Speckmantel
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Mobile Daten im Speckmantel

 
 

Während die EU-Kommission bei der Sprachtelefonie immer wieder Obergrenzen hinsichtlich der Kosten festsetzt, haben die Mobilfunker über die Preise beim Datenroaming noch freie Hand. Fraglich ist, wie lange noch. Telekom-Presse hat mit den Betreibern über die Regulierung gesprochen.

(Wien, 6.8.2009) Wenn es um Datenroaming geht, findet man einen beinahe noch größeren Dschungel, als es bei den verschiedenen Sprachtarifen der Fall ist. Eine Preisobergrenze seitens der EU wird sowohl bei Sprach- als auch SMS-Diensten im Ausland ständig neu auf eine Maximalobergrenze gesetzt. Im Gespräch ist mittlerweile auch, die mobilen Datendienste in die Mangel zu nehmen.

Sparsamkeit mit Mobilfunkdiensten
Fakt ist: Als Urlauber tut man gut daran, im Ausland möglichst nicht oder nur wenig im mobilen Datennetz zu surfen, da man nach Rückkehr womöglich tief in die Tasche greifen muss. Seit erstem Juli ist die bis dato letzte Verordnung der EU, die eine weitere Preisobergrenze für das Telefonieren im Ausland und SMS vorsieht, in Kraft getreten. Demnach darf ein SMS im Ausland maximal elf Cent kosten; abgehende Telefonate 43 Cent und für eingehende Anrufe dürfen die Betreiber höchstens 19 Cent verrechnen. Mit Juli nächsten Jahres wird die Obergrenze abermals gesenkt. Die mobilen Datendienste, die im Ausland für das Surfen verwendet werden, wurden von der EU-Kommission bis dato keiner Preisregulierung unterworfen. Doch es gibt hierzu bereits Überlegungen und bestimmte Vorschriften. Laut RTR müssen demnach seit vergangenem Juli alle Mobilfunkbetreiber jenen Kunden, die einen Datenroamingdienst nutzen, mittels automatischer Nachricht auf einen aktuellen Datenaustausch hinweisen. Ab dem ersten März 2010 sind die Mobilfunker dann dazu verpflichtet, ihren Kunden eine Kontrollfunktion zu ermöglichen. Diese sollen sich selbst eine Grenze setzen können, wie viel sie für das Datenroaming ausgeben möchten.

Stimmen zur EU-Verordnung
Florian Niedersüss, Head of Roaming bei Mobilkom Austria, über die EU-Verordnung: "Die EU-Kommission hat schon die erste Senkung der Preisobergrenzen für Sprachroaming damit argumentiert, dass die Mobilfunkanbieter keine signifikanten Umsatzeinbußen hinnehmen müssen, da die niedrigeren Preise zu intensiverer Nutzung führen würden. Das ist bei unseren Kunden nicht eingetreten. Eine aktuelle Marktforschung zeigt, dass auch nach der neuerlichen Senkung keine signifikante Steigerung der Sprachminuten zu erwarten ist. So meinen 72 Prozent, dass sie ihr Handy künftig nicht häufiger, sondern wie bisher einsetzen wollen. Alle Schritte die von der EU gesetzt werden, führen daher zu signifikanten Umsatzeinbußen, die die österreichischen Betreiber stärker treffen als andere, da mehr ausländische Gäste in Österreich telefonieren als Österreicher im Ausland. Die Obergrenzen für die Großhandelspreise im Datenroaming sind ein Aspekt, der diese Entwicklung verstärken würde."

Ohne Hehl und mit Begrüßung
Aus der Sicht von T-Mobile wird das Einmischen der EU in die Roaming-Tarife folgendermaßen bewertet:  "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass eine weitergehende Regulierung - egal ob Voice oder Data - der Telekommunikationsmärkte absolut unnötig ist. Dort herrscht Wettbewerb. Und gerade in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs sollten investitionswillige Unternehmen gestärkt werden und nicht durch immer stärkere Regulierung an Investitionen gehindert werden." Bei Orange wurde "kein Hehl daraus gemacht, dass wir eine Regulierung von Endkundenpreisen als kontraproduktiv erachten. Mobilfunk ist eine sehr wettbewerbsintensive Branche, die sich selbst reguliert. Der österreichische Markt zeigt dies vor." Der Mobilfunker Hutchison 3G, der mit der Marke Drei auftritt, "begrüßt" eigenen Angaben zufolge die regulierten Preise der EU und begründet eine einheitliche Verordnung mit Überschaubarkeit. Der Betreiber zeigt sich darüber womöglich auch deshalb positiv, da Hutchison 3G ohnehin einen Roaming-Tarif anbietet, beim dem es keinen Unterschied macht, ob die Kunden zuhause oder im Ausland telefonieren - die Preise sind dieselben (natürlich mit einer Beschränkung auf diverse Länder). Drei will bemerkt haben, dass durch die Regulierung die Hemmschwellen für das telefonieren und surfen bei den Kunden fallen. 

Einbußen
Wie viel an Einbußen entstehen aber den Mobilfunkern durch die ständigen Neuverordnungen der EU und auf welchem Sektor wird versucht, diese wieder hereinzuholen? Bei Hutchison 3G betrachtet man dies folgendermaßen: "Es ist davon auszugehen, dass Kunden bei günstigen Tarifen Roamingdienste verstärkt nutzen werden und sich so ein – für beide Seiten – faires Geschäftsmodell ergibt, an dem auch die Mobilfunker verdienen können." Der Betreiber Orange nennt diesbezüglich auch eine Summe: "Grundsätzlich entgehen uns durch die Regulierung natürlich Umsätze - die gesamte Branche wird heuer in etwa 100 Millionen Euro verlieren - die wir durch entsprechende Maßnahmen kompensieren müssen." Florian Niedersüß von der Mobilkom weiß zu diesem Thema folgendes zu berichten: "Die Regulierung führt zu wesentlichen Einbußen. Im November 2008 wurde eine Studie über die österreichische Mobilkommunikationsbranche vorgestellt, die die EBITDA Einbußen alleine für die drei größten Mobilfunkbetreiber von Jänner bis September 2008 mit 81,5 Millionen Euro bezifferte. Wir können dem nur durch Optimierungsmaßnahmen in allen Unternehmensbereichen sowie bei den Investitionen begegnen und müssen dabei Wert darauf legen, unseren Kunden ein gutes Angebot zu liefern."

Der hinterste Gebirgsstall
Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass es den Mobilfunkern nur Recht ist, dass noch keine Vorschriften hinsichtlich des Datenroaming gegeben sind - immerhin ermöglichen die Roamingpreise ein Auffetten der Kasse. So meint man bei Orange diesbezüglich: "Man darf nicht vergessen, dass natürlich die Mobilfunker auch hierzulande von ausländischen Gästen profitieren. Auch deshalb war es möglich, flächendeckende Mobilfunknetze mit hoher Qualität zu errichten, das heißt auch im hintersten Gebirgstall eine Netzabdeckung zu gewährleisten." Wie es sich mit dem Telefonieren in Gebirgsställen verhält, kann man nur erahnen. Für Orange steht jedoch fest, dass die Kunden nicht vergessen dürfen, auch von den höheren Kosten im Ausland zu profitieren, da "in Maßnahmen zugunsten der Kunden investiert werde".

Preisniveau
"In den letzten Jahren sind die Preise für Datenroaming kontinuierlich stark gesunken, und zwar als Resultat eines intensiven Wettbewerbs und nicht aufgrund einer EU Regulierung," wie Florian Niedersüss von Mobilkom Austria meint. "Gerade österreichische Kunden profitieren heute von vergleichsweise niedrigen Preisen. Während im Jahr 2005 Datenroaming noch wenig genutzt wurde und aufgrund der hohen Großhandelspreise A1 Kunden noch zwischen 12 und 15 Euro pro MB bezahlt haben, sind die Preise aufgrund der stärkeren Nutzung auf bis zu 50 Cent pro MB gesunken." Hutchison 3G dazu: "Das Preisniveau ist in Österreich durch den hohen Wettbewerb sicherlich niedrig, das zeigt auch der internationale Vergleich. Dies aber auf dem Rücken von Roamingkunden ausgleichen zu wollen, ist der falsche Weg. Durch solche Methoden erzeugen die Anbieter lediglich Angst und Hemmschwellen in der Nutzung von Roamingdiensten. Wir sind der Ansicht, dass faires Roaming eine entscheidende Voraussetzung für eine moderne Informationsgesellschaft ist und durch eine vermehrte Nutzung zu günstigen Preisen ein erfolgreiches Geschäftsmodell entsteht. Geld verdienen kann man in einem Massengeschäft  nur mit einem Massenprodukt. Roaming ist eindeutig kein Massenprodukt, das heißt das Geld muss im Heimatmarkt durch geeignete Produkte verdient werden."

"Transparent"
Auf die Frage, ob denn nun bald überschaubare Tarife geplant seien und diese dann auch bald zur Anwendung kommen, antworteten alle Mobilfunker, dass sie solche bereits im Angebot hätten. Dem Kunden bleibt wohl weiterhin nichts anderes übrig, als sich weiterhin durch den Tarifdschungel zu manövrieren. So könnte zum Beispiel aus der Sicht T-Mobiles "die Transparenz im Daten-Roaming kaum größer sein."

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