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Microsoft schneidet bei immer mehr Android Geräten mit

 

Wie Microsoft blogt soll schon der halbe Android-Markt Patentgebühren an das Redmonder Unternehmen abführen. Wer nicht zahlt, wird geklagt.

 

(24.10.2011, 15:25) In ihrem aktuellen Blog-Post beschreiben Brad Smith, Chef der Microsoft-Rechtsabteilung, und Horacio Gutierrez, verantwortlich für Microsofts "Intellectual Property", die neuesten Erfolge ihres Unternehmens bei der Lizensierung von Android Geräten.

Microsoft hat ein weiteres Patentabkommen mit einem Hersteller von Android- und Chrome OS-basierten Geräten bekanntgegeben. Ab sofort zahlt mit Compal einer der größten Vertragsfertiger der Welt für jedes Android-Gerät eine Lizenzgebühr an den Konzern aus Redmond. Nach Quanta und Wistron zahlt damit auch der dritte große Auftragsfertiger (Original Design Manufacturer, ODM) von Smartphones, Tablets und Notebooks Lizenzgebühren für Android-Geräte. Auf diese drei Unternehmen entfallen laut Microsoft 55 Prozent des weltweiten Umsatzes im ODM-Markt – allein Compal erzielt jährlich etwa 28 Milliarden US-Dollar Umsatz. Auch Compal hat damit offenbar gescheut, sich gegen die von vielen Linux und Open Source Unterstützern als völlig illegale Aktionen Microsofts zur Wehr zu setzen.

Hintergrund ist die Behauptung Microsofts, dass Googles Android eine Vielzahl von Patenten verletze, die mobile Technologien abdecken. Wichtiger als das eigentliche Patentabkommen ist aber, dass Microsoft nun für mehr als die Hälfte der von den ODMs produzierten und in den USA verkauften Android-Smartphones & -Tablets Lizenzabgaben einstreicht! Durch die mit HTC, Samsung, Acer, ViewSonic, Onkyo und den drei Vertragsfertigern Quanta, Inventec und Compal geschlossenen Verträge kann man in Redmond also mittlerweile kräftig abkassieren. Wobei die Lizensierungen mit Samsung wenig mit Android zu tun haben dürften, da Lizenzabkommen schon seit 2007 bestehen. Die Spindoktoren bei Microsoft und ihre bezahlten Handlanger wie Lobbyist Florian Müller, stellen dies aber als Niederlagen von Android, Linux und Google dar.

Auch bei den Unternehmen, die Android-Smartphones selbst herstellen, kassiert Microsoft mit: Samsung und HTC, beide Lizenznehmer von Microsoft, seien zusammen für 52 Prozent des Umsatzes mit Android-Smartphones in den USA verantwortlich. Als weitere Lizenznehmer für Android-Geräte nennt Microsoft Acer und ViewSonic sowie Onkyo, General Dynamics Itronix und Velocity Micro. Motorola Mobility (jetzt Teil von Google), Barnes & Noble, Foxconn und Inventec, die für ihre Android-Geräte keine Lizenzgebühren an Microsoft abführen, habe das Unternehmen verklagt. Eine Grafik fasst die Klagen und Lizenzgeschäfte Microsofts im Android-Markt zusammen. Diesen Behauptungen Microsofts wird aber von vielen Quellen massiv widersprochen.

Smith und Gutierrez weisen den Vorwurf zurück, dass das Patentdickicht rund um Smartphones keine Entwicklungen mehr ermögliche. Das zeige auch das Interesse der Android-Gerätehersteller und -Anbieter, denen Microsoft faire Deals ermöglicht, die allen Beteiligten langwierige Prozesse ersparen. Für die anderen Unternehmen, die sich derzeit noch in rechtlichen Streitigkeiten befinden, sei es daher Zeit aufzuwachen und den Abschluss von Patentabkommen anzustreben. Letztlich sei dies für alle Beteiligten der richtige Weg. Die 45% “unlizenzierte” Geräte stammen vom weltgrößten Vertragsfertiger Foxconn, gegen den Microsoft bereits geklagt hat. Wie diese Klagen ausgehen, ist aber völlig offen. Es ist gut möglich, dass sie mit der völligen Niederlage Microsoft s enden. Was auch durchaus im Interesse der Konsumenten und der gesamten Softwarebranche wäre, da es sich eben um völlig unsinnige Softwarepatente handelt.

Microsoft kassiert zwischen wohl zwischen 5 und 12 Dollar für jedes verkaufte Android-Gerät, während Google das Betriebssystem unter einer Open-Source-Lizenz kostenlos verteilt. Der Internetkonzern verurteilte das Verhalten der Redmonder daher jüngst auch als “feindliche, organisierte Kampagne”, die mit “betrügerischen Patenten” geführt werde. Micorosft wiederum behauptet einfach, dass man nicht nur versuche, sich die eigenen Innovationen durch Lizenzzahlungen bezahlt machen zu lassen, sondern selbst auch reichlich Geld für die Lizenzierung der Patente von anderen ausgibt. Im letzten Jahrzehnt habe Microsoft dafür insgesamt 4,5 Milliarden Dollar ausgegeben – weil man das geistige Eigentum anderer eben im Gegensatz zu anderen Anbietern (also Google & Co) respektiere. Allerdings verdient Microsoft in der Zwischenzeit an Android mehr als an Windows Phone. Offenbar ist die Recchtsabteilung besser als die Entwickler.

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