Lumia 930 im Test - das letzte Nokia Smartphone
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Lumia 930 im Test - das letzte Nokia Smartphone

 
Nokia Lumia 930 im Test
 

Das Lumia 930 ist das jüngste und wohl letzte Smartphone der Lumia Serie von Nokia. Es überzeugt bei Design und Gediegenheit, aber schwächelt wie seit den ersten Modellen in der Abteilung Software und Apps. Für Nokia Fans aber vielleicht die letzte Gelegenheit noch ein echtes Nokia zu erwerben.

 

(29.07.2014, 17:00) Nokia Flaggschiff Smartphones haben immer ein Bezeichnung mit einer 9 voran, während das 1020 und 1520 als Kameraphone bzw. Phablet Sondermodelle sind. Das 930 löst nun das 925 (Testbericht) als neues Spitzenmodell ab.

Nokia wusste ziemlich genau, dass seine Top Smartphones mit denen anderer Hersteller nicht mithalten können und setzt deshalb den Listenpreis mit 599 Euro auch um 50 Euro unter dem anderer Hersteller an. Der Preis verfällt allerdings rascher als bei der Konkurrenz, weshalb das 925 bereits auf etwa 280 Euro zurückgefallen ist und das 930 gleich zu Beginn etwa 500 Euro kostet, gleich viel wie andere schon länger am Markt befindliche Top Smartphones.

Dennoch verkaufen sich die 9xx Modelle recht schlecht. Bei einer installierten Basis von etwa 33 Millionen Windows Phones kommt das 920 gerade einmal auf 6,9% und das 925 auf 3,7%. Dagegen kommen die Billigmodelle 520/521 auf immerhin auf 36,4% Anteil. 

Das Lumia 930 ist eine überarbeitete Version des 6 Zoll Phablets Lumia 1520, nur eben mit einem kleineren 5 Zoll Display. Es ist in vier Farben erhältlich, nämlich in einem Neon-Orange und Neon-Grün, sowie in Schwarz und Weiß. In der schwarzen Version ist der Metallrahmen ebenfalls schwarz gefärbt, sonst bleibt er eben in der silbrigen Metallfarbe.

Größe, Design und Bedienelemente

Gegenüber dem Vorgänger ist das 930 etwas leichter geworden, aber gegenüber der Konkurrenz ist es mit 167 Gramm noch immer deutlich schwerer. Auch die Dicke wurde um etwa 1 mm auf 9,8 mm reduziert. verwendet man aber das Cover, das es als Accessoire gibt, kommt man locker über 12 mm.

Das Design hat sich seit dem ersten Lumia nur geringfügig verändert, Nokia ist da seiner Linie treu geblieben. Rückseite und Display sind zu den Rändern hin leicht abgerundet, was es angenehm zu halten macht. Da die Kamera nicht vorsteht, weil das Gerät ohnehin schon sehr dick ist, liegt es gut flach am Tisch ohne bei der Bedienung zu wackeln.

Auf der rechten Seite finden sich die Bedienelemente in der klassischen Nokia Anordnung: Oben der Lautstärke Regler, darunter Ein/Aus und weiter unten der Kamera Auslöser.

Der Stecker für den USB-Anschluss findet sich unten und oben dankenswerterweise ebenfalls in der Mitte der 3,5 mm Klinkenstecker, sowie ein Slot für die SIM Karte. Obwohl Nokia hier wieder leider eine Nano SIM verwendet ist diese wenigstens benutzerfreundlich eingebaut. Den Schuber kann man mit einem Fingernagel lösen, ohne dazu ein Büroklammer oder einen speziellen Stift zu benötigen. Eine Änderung der SIM Karte erfordert allerdings, wie das bei Windows häufig der Fall ist, einen Neustart des Smartphones.

An der Vorderseite findet sich die Frontkamera für Videocalls oder Selfies, sowie Sensoren für Proximity und Licht. Am unteren Ende des Displays gibt es die drei üblichen Touch-Tasten für "Zurück" bzw lange gedrückt den Task Manger, den Home Button sowie eine Taste für die Suche.

Eine microSD Karte ist nicht vorgesehen. Standardmäßig sind auch nur 15 GB freier Speicherplatz in Microsofts OneDrive vorhanden, gegenüber 50 GB in der Dropbox bei Samsung Geräten.

Display

Nokia ist dem allgemeinen Trend gefolgt und verbaut ein 5 Zoll Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (FullHD). Das ergibt bei dem Seitenverhältnis von 16:9 eine Pixeldichte von 441 ppi.

Die verwendete Technologie ist ClearBlack OLED mit einem polarisierenden Filter, der es im Sonnenlicht recht gut lesbar macht. Hier der Vergleich mit dem Galaxy S5, das einen Tick besser abschneidet, sowohl in den helleren als dunkleren Bereichen:

Standardmäßig ist eine automatische Anpassung der Helligkeit an die Umgebung eingestellt, man kann aber auch manuell justieren. Das geht allerdings nur in drei Stufen, nämlich niedrig, mittel oder hoch. Zusätzlich lassen sich noch das Helligkeitsprofil und das Farbprofil an eigene Vorlieben anpassen.

Akku

Der fix verbaute Akku hat eine Kapazität von 2420 mAh und kann nach dem Qi Standard auch drahtlos geladen werden. Nokia selbst gibt als Nutzungszeiten an eine Sprechzeit mit GSM von 21,7 Stunden, mit UMTS/3G 17,9 Stunden, für Musikwiedergabe 75 Stunden und für Video Playback sowie Web Browsing mit WiFi 9 Stunden.

Das alles sind allerdings theoretische Zeiten. Bei moderater Nutzung kommt man jedoch über den ganzen, bei intensiver Verwendung mit häufigen Datenzugriff schafft man das wie bei anderen Smartphones aber nicht.

Hardware und Performance

Das Lumia 930 wird standardmäßig mit 32 GB Speicher geliefert. Als verfügbar davon werden 25 GB angezeigt, tatsächlich sind es aber nur etwas über 20 GB wegen Systemdaten und vorinstallierten Apps. Dazu kommen noch die 15 GB in OneDrive, aber das war's dann schon auch, denn eine microSD ist eben nicht installierbar. In den meisten Fällen wird das aber komfortabel ausreichen.

Beim Lumia 1520 kann man zwar eine microSD installieren, aber bei Aufnahmen von Fotos und Videos auf die Karte kommt es häufig zum Crash, was eher ein Problem von Windows Phone sein dürfte, weshalb wohl Nokia beim 930 auf die Erweiterungsmöglichkeit gleich verzichtet hat.

Als Prozessor wird ein Qualcomm Snapdragon 800 verbaut, der mit 2,2 GHz getaktet wird. Das ist zwar nicht der aktuellste Prozessor aber in Verbindung mit den 2 GB RAM schafft er eine absolut ausreichende Performance bei allein für Windows Phone verfügbaren Apps.

Im SunSpider Test, der im Browser läuft und ein halbwegs realistisches Maß für die dem User sichtbare Performance liefert, schafft es das 930 sogar wie das Lumia 1520 in die Spitzengruppe und bleibt derzeit nur hinter dem Galaxy S5, dem iPhone 5s und dem Galaxy Note 3 zurück und liegt etwa gleichauf mit dem Galaxy S4.

Hat man den richtigen Vertrag mit einem Mobilfunker kann man LTE Cat 4 mit Geschwindigkeiten bis 100/50 Mbps nutzen. Im Netz von A1 getestet schafft das Lumia 930 Spitzenwerte bis 99 Mbps im Download und 47 Mbps im Upload. Das ist für den Snapdragon 800 auch der Standardwert. Die weitere Ausstattung mit WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, NFC sowie Bluetooth 4.0 ist auch zeitgemäß. USB 3.0 würde nicht schaden, so man längere Videos vom Smartphone auf den PC transferieren möchte.

Kamera

Die Kamera wird immer wieder als eines der Highlights der Lumia Smartphones hingestellt. Das 930 hat so wie das 1520 auf der Rückseite eine Kamera mit Carl-Zeiss-Optik und einer maximalen Auflösung von 20,7 Megapixel eingebaut. Der optische Bildstabilisator ist wie üblich mit an Bord, er funktioniert wie im Lumia 920 und 1520 mit einer flüssigkeitsgelagerten Linse.

Das Nokia Lumia 930 verfügt über einen Dual-LED-Blitz, der bei Dunkelheit nähere Objekte gut ausleuchtet. Die Blende der Kamera liegt bei f2.4, die Sensorgröße bei 1/2,5 Zoll. Mit der Nokia Camera App werden simultane Aufnahmen von zwei JPG-Dateien mit 5 und 16 bzw. 19 Megapixel (je nach Bildformat 16:9 oder 4:3) gemacht. Der digitale Zoom ist mit nur 2-facher Vergrößerung etwas knapp bemessen.

Wie schon das Lumia 1020 brilliert die Kamera des 1520 bei von hinten kommenden Licht, schwächelt aber bei hoher Dynamik, Gegenlicht oder in bei Dunkelheit. Einen HDR-Modus, der in solchen Fällen Abhilfe schafft, gibt es unverständlicherweise noch immer nicht. Der Dual-LED-Flash sorgt allerdings bei Distanzen bis 3 Metern für eine gute Ausleuchtung.

Hier der Vergleich des Lumia 930 (links) mit dem Galaxy S5:

Sound und Multimedia, Accessoires

Beim Telefonieren versteht man gut und die zwei Mics nehmen auch sehr gut und unverzerrt auf - allerdings mitunter auch die Umgebungsgeräusche. Hervorragend Nokia Rich Recording mit den vier Mics - ein Feature, das das Lumia 930 heraushebt.

Die Qualität der Lautsprecher ist so ziemlich Durchschnitt. Voll aufgedreht kommt es zu leichten Verzerrungen, die maximale Lautstärke könnte durchaus größer sein. Lästig ist auch, dass man beim Streamen aus OneDrive erst auf den Ein/Aus Knopf drücken muss und dann Entsperren bevor man zur Musik-Steuerung kommt.

Wem der Lautsprecher an Bord nicht reicht, der kann allerdings den tragbaren Bluetooth Lautsprecher zulegen. Dieser sieht verblüffend dem Briefmarkenbefeuchter ähnlich, wie er vor den selbstklebenden Postalia in Büros und bei der Post in Verwendung war.

Er kann via Bluetooth oder 3,5 mm Klinkenkabel verbunden werden und liefert einen satten kräftigen Sound. Ist das Telefon nicht in der Nähe, kann man über einen Knopf Gespräche annehmen oder ablehnen. Geladen wird der Speaker via USB Anschluss.

In der Abteilung Video gibt es gegenüber den Vorgängern auch nichts Neues zu vermelden. Videos können mit 720p und 1080p sowie 24, 25 oder 30 fps aufgenommen werden. In den Einstellungen versteckt sich zudem ein Audio-Bassfilter, der sich auf 100 oder 200 Hz schalten oder deaktivieren lässt. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen und hören lassen, der Bildstabilisator sorgt für eine ruhige Hand, die vier Mikrofone im Nokia Lumia 1520 nehmen Töne ausgewogen auf für originalgetreue Wiedergabe.

Software - Windows Phone 8.1

Windows Phone 8.1 haben wir hier in der Preview Version ausführlich getestet und beschrieben. Am Lumia 930 hat sich kaum etwas verändert.

Etwas schräg ist, dass sich das Gerät noch immer nicht die richtige Uhrzeit aus dem Netz holt, obwohl 'Automatisch einstellen' aktiviert ist. Beim Versuch mit meinem Google Konto zu verbinden erhält man daher einen kryptischen Fehlercode.

Sehr eigenartig ist auch, dass drei Apps  installiert sind, die aber offenbar nicht mehr verfügbar sind, denn beim Antippen erhält man die Meldung "App nicht verfügbar".

Die Apps sind noch immer die große Schwachstelle von Windows Phone. Die Blockbuster sind zwar alle verfügbar, wenn auch keineswegs in der gleichen Qualität wie für iOS oder Android. Noch unangenehmer ist aber das Fehlen der vielen lokalen Apps wie etwa von Banken oder Kaufhäusern, die wohl bei der geringen Verbreitung von Windows Phone nicht mehr nachgeliefert werden. Obwohl - hier hat sich Microsoft sehr bemüht auch lokale Apps zu bekommen und es gibt schon einige Apps etwa von Banken, aber eben bei weitem nicht das Angebot, das Android und iOS auszeichnet.

Fazit

Das Lumia 930 bietet sich für jene an, die entweder strikt in einer Microsoft Welt leben und leben wollen, oder für Nokia Fans, die unbedingt noch eine Weilchen über ein echtes Nokia Smartphone verfügen möchten. Die taiwanesische DigiTimes vermutete ja vor kurzem, dass Microsoft die Verwendung der Marke Nokia demnächst sogar gänzlich aufgeben wird.

Abgesehen von Windows und der hohen Integration in die Microsoft Umgebung verfügt das Lumia 930 aber über kein Alleinstellungsmerkmal, das es gegenüber anderen Smartphones mit Android oder dem iPhone heraushebt. Es ist aber zweifellos guter Durchschnitt und sehr solide entwickelt und gefertigt.

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( Peter F. Mayer )

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Fotos: Nokia Lumia 930 im Test
Reaktionen auf diesen Artikel



Matti S., 30.07.2014
Tolles und oft verkanntes Handy mit einigen Schwachpunkten
Sehr geehrter Autor,
ich kam nicht umhin zu bemerken, dass Ihre Meinung an einigen Stellen mangelndes Wissen zur Schau stellt.
Dass Apps bei einer Vorabversion eines Updates vielleicht nicht mit der aktuellen Version des Betriebssystems kompatibel sind, sollte wohl ersichtlich sein. Die nicht aktuelle Uhrzeit kenne ich persönlich nicht von meinem Lumia 820 und war eher erstaunt, wie schnell es die richtige Zeit finden konnte. Ausschließen kann ich das bei diesem Modell jedoch auch nicht.
Die von Testberichten allseits beliebte Aussage, dass der Store nicht so viele Apps besitzt, wie die beiden großen Konkurrenten ist sicherlich korrekt und in manchen Belangen auch sehr traurig. Allerdings muss man auch erwähnen, dass dort relativ zur Gesamtanzahl der Apps deutlich weniger Schrott-Software vorhanden ist.
Zur technischen Seite des Lumia 930 kann ich leider keine Erfahrungen beisteuern, sehe allerdings das fehlen eines SD-Kartenslots auch als Mangel.
Das höhere Gewicht der Lumias finde ich, wahrscheinlich als einziger im Internet, jedoch sehr angenehm, da vor allem die Samsung Handys trotz ihrer guten Technik und dem sicherlich hochwertigen Design wegen ihres geringen Gewichtes auf mich eher wie Spielzeug wirken. Aber das ist wie so vieles persönliches Empfinden.
An Ihrem Artikel hinken Vergleiche wie zwischen dem externen Lautsprecher und einem Briefmarkenbefeuchter, welche beide rund sind und teilweise eine ähnliche Farbe besitzen, zwar kreativ, aber an den Haaren herbei gezogen.
Im ganzen finde ich das Lumia durchaus konkurrenzfähig, wenn auch mit dem ein- oder anderen Abzug.
Einen weniger contra Nokia/Windows gefärbten und mehr sachlich/offenen Bericht hätte ich jedoch trotzdem gern gelesen.

Vielen Dank führ Ihre Mühe und den Versuch eines sachlichen Berichts. Es ist ihnen in den meisten Abschnitten gut gelungen.
Falls Sie das Handy nicht mehr benötigen, ich nehme es Ihnen gern ab.
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