Lokale Marken und niedrige Preise sollen Chinas Smartphonemarkt pushen
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Lokale Marken und niedrige Preise sollen Chinas Smartphonemarkt pushen

 

Laut den neuesten Prognosen der Analyse-Firma Canalys, wird China für nahezu ein Drittel des weltweiten Anstiegs bei den Smartphone-Auslieferungen in 2012 gegenüber 2011 verantwortlich sein. Gründe für den Boom werden im Aufstreben lokaler Marken und den immer günstigeren Preisen von Smartphones gesehen.

 

(19.06.2012, 15:30) Schon jetzt ist China der weltweit größte Markt für Smartphones. Nun soll der Markt aber noch weiter wachsen und zwar in einem solchen Ausmaß, dass China für nahezu ein Drittel der Zunahme der Smartphone-Auslieferungen von 2011 bis 2012 verantwortlich sein soll.

Canalys geht davon aus, dass vor allem Einsteiger-Modelle zu diesem Wachstum beitragen werden und sieht voraus, dass in 2015 Geräte unter 200 Dollar bereits 40 Prozent des Marktes ausmachen werden. Derzeit schafft es diese Geräte-Klasse gerade mal auf 25 Prozent.

Vor allem lokale Marken sollen eine immer wichtigere Rolle spielen, ist sich das Marktforschungsunternehmen sicher. Und hier werden es wieder die günstigeren Modelle sein, die den Zuschlag erhalten.

„Die Preiserosion steigt an“ meint Nicole Peng, Canalys Research Director für China. „Neue, günstige Modelle, wie etwa das Lenovo A65, kommen um rund 110 Dollar auf den Markt. Im vierten Quartal des letzten Jahres waren Geräte mit ähnlichen Spezifikationen noch für rund 160 Dollar erhältlich.“

Einer der Hauptgründe für den Preisverfall sind neue Mindestanforderungen an Smartphone-Hardware seitens chinesischer Mobilfunkbetreiber. China Unicom etwa fordert seit Beginn 2012 für Geräte der oberen Preisklasse mindestens einen 4-Zoll-Bildschirm sowie einen 1-GHz-Prozessor. Zuvor waren es nur ein 3,5-Zoll-Bildschirm und ein 600-MHz-Prozessor. Das macht es den Herstellern schwieriger, ihre Geräte zu hohen Preisen zu verkaufen.

„Auch bringen immer mehr lokale Unternehmen Geräte auf den Markt, was den internationalen Wettbewerb antreibt“, fügt Peng hinzu. „Bereits etablierte Hersteller wie Yulong, Gionee und K-Touch, haben wegen der guten Beziehungen zu lokalen Betreibern einen Vorteil.“

Darüber hinaus wollen auch lokale Internetunternehmen den mobilen Markt in China stärker in den Fokus nehmen. Neben Baidu und Alibaba haben eine Nummer anderer Internetkonzerne angekündigt, mit lokalen Herstellern von Geräten zusammenarbeiten zu wollen. Dies soll die Preise von Smartphones ebenfalls weiter nach unten kurbeln. Zudem werden Online-Verkäufer am Smartphone-Markt in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen.  

Canalys erwartet, dass internationale Hersteller wie Samsung, Apple und HTC weiterhin im High-End-Markt die Nase vorn haben werden. Dieses Segment soll im Jahr 2016 auch noch immer rund zwei Drittel des Marktes ausmachen, so Canalys.

Chinesische führende Hersteller wie ZTE und Huawei versuchen gerade auch in Europa Fuß zu fassen und mit Produktdiversifizierung im Low-End-Bereich entsprechende Absatzzahlen zu generieren. Allerdings bedarf es für das Bekanntwerden der Marken einem funktionierenden Marketingansatz und dies erfordert vor allem Eines: Zeit. Nach Canalys ist Produktdifferenzierung der beste Weg für chinesische Marken, um den Anteil auch im High-End-Bereich steigern zu können.

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