Huawei Ascend P7 im Redaktionstest - 5 Zoll Leichtgewicht mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis

Huawei Ascend P7 Huawei Ascend P7
Der chinesische Hersteller Huawei in seinem aktuellen Flaggschiff durchaus High-End-Specs verbaut und auch das schlanke Design kann sich sehen lassen. Beim Prozessor setzt man auf eine hauseigene Lösung. Wie sich das Device schlägt und ob beim Ascend P7 "außen hui, aber innen pfui"gilt, klärt der folgende Testbericht.

 

(25.06.2014; 17:15) Im Vorjahr hat Huawei mit dem Ascend P6 mehr als nur einen Achtungserfolg erzielt. Trotz oder gerade wegen der Ähnlichkeiten zu Apples iPhone. Nun hat der chinesische Hersteller den Nachfolger, das Ascend P7 auf den Markt gebracht. Nach wie vor gibt es Ähnlichkeiten zu Apples iPhones, aber auch Merkmale einer anderen Smartphone-Linie sind zu erkennen. 

Design und Haptik

Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass Huawei beim Design nochmals nachgelegt hat. Waren beim Ascend P6 Reminiszenzen an Apples iPhones wiederzuerkennen, hat man jetzt auf eine Mischung aus Apple- und Sony-Geräten gesetzt. Das in Aluminium eingefasste Gehäuse ist auf der Vorder- und Rückseite mit Glas überzogen. Gänzlich auf Rechts wurden die Hardware-Tasten und die Einschübe für microSIM und microSD gelegt. Besonders der runde Power-Button und der darüber liegende Lautstärkeregler erinnern hier stark an die Aufmachung der Xperia Z-Linie.

Beim Ascend P6 hat Huawei in die Klinkenstecker-Buchse einen Dorn integriert, welcher einerseits dazu dienen sollte, um den SIM-Slot öffnen zu können und wohl auch, um die Buchse selbst vor Verschmutzungen zu schützen. Klarer Nachteil lag darin, dass man diesen überarbeiteten Dorn leicht verlieren kann. Das dürfte auch der Grund sein, wieso Huawei dieses Mal drauf verzichtet hat.

(Der von Huawei integrierte Dorn im Ascend P6.)

(Kein Dorn, aber dafür bessere Platzierung der Buchse)

In puncto Design kann das Ascend P7 vor allem aber auch durch seine schlanke Bauweise glänzen. Die Ränder sind extrem schmal ausgefallen, weswegen man auf den ersten Blick  vermuten mag ein Device unter 5 Zoll in der Hand zu halten. Dadurch liegt das Device mit seinen Maßen von 139,8 x 68,8 x 6,5 Millimeter auch gut in der Hand

Verarbeitung

Das Device macht einen mehr als wertigen Eindruck und auch bei der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln. Keine Unregelmäßigkeiten, unerwünschte Spalten oder gar ein Nachgeben des Displays bei Druckausübung. Auch ist bei den drei vorhandenen Hardware-Tasten kein Wackeln festzustellen gewesen und die Einschübe sind plan mit dem Gehäuse. Vor allem angesichts des Preises eine mehr als lobenswerte Verarbeitung.

Display

Das 5 Zoll Display, somit ist das Device im Vergleich zum Vorgänger um 0,3 Zoll gewachsen, bietet eine Full HD Auflösung von 1920 x 1080 Pixel, wodurch sich eine Pixeldichte von 441ppi ergibt. Dementsprechend gut ist auch die Farbdarstellung. Klar, mit einem Galaxy S5 oder einem LG G3 kann das Device nicht wirklich mithalten, aber dabei darf man nicht vergessen, dass das Ascend P7 um ein paar Hundert Euro günstiger ist als die Flaggschiffe der Konkurrenz.

Zudem bietet Huawei zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten in Bezug auf das Display, damit sich jeder User selbst die optimale Bildschirmhelligkeit einstellen kann sowie auch die Farbtemperatur selbst - von Warm bis Kalt. Die Blickwinkel hingegen lassen keine Wünsche offen und auch bei starker Sonneneinstrahlung lässt sich das Display noch gut ablesen.

Unter der Haube hat Huawei aber nicht gespart. Prozessor-seitig setzt der Hersteller aber auf eine hauseigene Lösung und verzichtet im Gegensatz zur Konkurrenz auf den Einsatz eines Qualcomm-CPUs. Der Hisilicon Kirin 910 Quad-Core-Prozessor ist mit 1,8 GHz getaktet und wird zudem von einer integrierten Grafikeinheit unterstützt sowie von 2 GB RAM. Der CPU ist kein Kraftvieh à la Snapdragon 801, aber er ermöglicht ein ruckelfreies und verzögerungsfreies Surfen im Netz sowie Öffnen von Apps. Schwach ist jedoch die Leistung bei grafikaufwändigen Spielen. Hier kommt es doch zu Rucklern und kleinen Aussetzern. Aber im Alltagsgebrauch und für kleinere Spiele ist das Ascend P7 ein mehr als treuer Begleiter.

Laut Benchmarks ist das Ascend P7 im oberen Mittelfeld einzuordnen und ist mit dem HTC One und dem Galaxy S5 auf beinahe gleicher Stufe. Klar hinter dem Device liegen das Galaxy Note 2 und das Sony Xperia Z, wobei man dazu sagen muss, dass es sich dabei auch um Geräte aus 2012 und 2013 handelt.

  

Das Ascend P7 bietet im Gegensatz zu seinem Vorgänger auch den schnellen Funkstandard LTE und zudem werden auch alle gängigen Frequenzbänder werden unterstützt. Ebenso ist auch NFC (Near Field Communication) sowie Bluetooth 4.0 an Bord.

Einige Kollegen berichten, dass bei ihren Testgeräten Schwächen beim W-Lan zu bemerken waren. Diese Eindrücke können wir nicht bestätigen. Der Upload der Screenshots (Anzahl 20/14,74 MB) war innerhalb kürzester Zeit erledigt. Und auch wo das Galaxy Note 3 nur 3 Striche hatte, zeigte das Ascend P7 vollen WiFi-Empfang.

Beim Speicher stehen dem User 16 GB zur Verfügung, wobei insgesamt der tatsächliche freie Speicher bei knapp über 12 GB liegt. Vorteil ist hier der microSD-Slot, wodurch man sicherlich schwer Platzprobleme mit Fotos und Musik bekommen wird. Jedoch kann der microSD-Slot nur mit Kapazitäten von bis zu 32 GB umgehen, aber ganz ehrlich, wer braucht tatsächlich mehr als 44 GB Speicher für seine Daten? Hier gibt es also nichts zu meckern.

Bei der Software setzt Huawei auf Android 4.4.2 und seine eigene Oberfläche mit dem Namen Emotion UI. Auch hier hat aber Huawei maßgebliche Verbesserungen im Vergleich zum P6 vorgenommen. Erstmals zum Einsatz kam Emotion UI beim Ascend Y300. War das UI des 2013-Flaggschiffs noch sehr verspielt und verschnörkelt, setzt der chinesische Hersteller dieses Mal auf Geradlinigkeit. Dennoch, um ein klassisches Android-OS handelt es sich nicht, denn durch den Verzicht auf den App-Launcher erinnert es wieder stark an iOS. Bei Anwendern mit zahlreichen beziehungsweise vielen Apps könnte dadurch stark die Übersichtlichkeit verloren gehen.

   

  

Zur Auswahl stehen aber insgesamt neun Seiten, weswegen man durchaus die Möglichkeit hat sich darüber einen Überblick über seine Apps zu verschaffen, in dem man sie nach Kategorien ordnet.

Nervig ist aber hier nach wie vor, dass die Anwendungen nicht nach eigenem Belieben geordnet werden können. Sobald man zudem eine App entfernt bleibt dort auch eine Lücke übrig. Die Apps werden also nicht neu gereiht und heruntergeladene Apps werden nur hinten angefügt und die Reihung besteht lediglich nach dem Download-Datum.

Wer ein Fan von Kacheln ist, hat die Möglichkeit über die Einstellungen unter Startbildschirm zwischen zwei Optionen zu wählen, wobei die einfache Darstellung stark an eine stark vereinfachte Oberfläche von Windows Phone erinnert.

Hier zum Vergleich:

  

Bei den vorinstallierten Apps hat sich Huawei wie gewohnt zurückgehalten. So gibt es lediglich eine Notiz- und Spiegel-App sowie einen DLNA-Netzwerkplayer für Musik und Videos. Diese sind fest verankert und können auch nicht deinstalliert werden, während hingegen die vorinstallierten Games ohne Probleme vom Gerät entfernt werden können.

Kamera

Die Kamera, insbesondere die an der Front des Ascend P7 verbaute Kamera scheint mitunter eines der Herzstücke des Devices. Besonders Selfie-Fans dürfen sich freuen, denn mit der 8MP Frontkamera gelingen  gute Bilder und nachdem es sich um eine Weitwinkelkamera handelt, können auch noch mehrere Leute mit auf’s Bild. Huawei selbst nennt dieses Feature „Groufies“ - ob sich dieser Begriff aber jemals durchsetzt?

Leider fehlt der Frontkamera ein LED-Blitz, wodurch vor allem unter schlechten Lichtverhältnissen schnell ein Bildrauschen entsteht. Bei gutem Licht lässt sich nicht meckern, wobei hier manchmal überbelichtete Bilder entstehen können.

Die eigentliche Hauptkamera bietet 13 Megapixel. Bei Tageslicht kann die Kamera wirklich überzeugen. Die Farbdarstellung ist äußerst natürlich und detailgetreu. In manchen Fällen ist aber  bei einigen Bildern auch ein Rauschen zu erkennen, das sich verstärkt, wenn das Umgebungslicht nachlässt. Vor allem bei Dämmerung oder in der Dunkelheit wirken die Farben verlaufen und Details gehen verloren. Das sind aber Probleme, welche man auch bei anderen Smartphones nur allzu gut kennt. Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass die Kamera durchaus seine Zeit braucht, um scharf zu stellen. Hier könnte der zu fotografierende Moment schon längst wieder vorüber sein, bevor die Kamera überhaupt so weit ist.

 

Die Kameraperformance ist aber alles in allem mehr als in Ordnung und die oben angeführten vermeintlich negativen Punkte sind Kritik auf hohem Niveau.

Akku

Im Unibody-Gehäuse des Ascend P7 findet ein 2.500 mAh Akku Platz. Im Ascend P6 war es lediglich ein 2.000 mAh Akku. Und schon damals wurden meine Bedenken hinlänglich der Ausdauer binnen kürzester Zeit zerstreut. Auch dieses Mal schafft es der Akku trotz Intensivbeanspruchung locker über den Tag. Ein nächtliches Aufladen lässt sich aber nicht verhindern, um dann am nächsten Tag nicht in Stromnot zu kommen. Sollte man aber länger unterwegs sein, kann man kurzerhand auf den Ultra-Akku umschalten. Die Energiesparfunktion ist ähnlich aufgebaut wie im Galaxy S5 und HTC One M8. Dieser Modus verspricht durch extrem eingeschränkte Funktionalität ein Durchhalten von weiteren 24 Stunden. Als User hat man dann lediglich nur mehr Zugriff auf SMS und Anrufe sowie natürlich auch das Kontaktbuch.
 

 

Die Specs im Überblick und im Vergleich zum Vorgänger:

Spezifikationen

Ascend P7

Ascend P6

Display

5 Zoll

4,7 Zoll

Auflösung/Pixeldichte

1920 x 1080 Px 441ppi

1280 x 720 Pixel 312ppi

CPU/Quadcore-Prozessor

1,8 GHz Hisilicon Krin 910T

1,5 GHz K3V2

RAM

2 GB

2 GB

interner Speicher

16 GB

8 GB

SIM-Typ

microSIM

microSIM

microSD

ja, bis zu 32 GB

ja

Kameras

Front-Kamera
Hauptkamera

 

8 MP
13 MP

 

5 MP
8 MP

Akku

2.500 mAh

2.000 mAh

Software

Android 4.4.2

Android 4.2.2

Abmessungen

139,8 x 68,8 x 6,5 mm

133 x 66 x 7 mm

Gewicht

123 Gramm

120 Gramm

Preis

Offizieller Verkaufspreis für das Huawei Ascend P7, welches um ein Stück schmaler ausgefallen ist als sein Vorgänger, liegt bei 420 Euro. Nachdem das Device aber nun seit einigen Wochen auf dem Markt ist, ist dieser naturgemäß gefallen und steht nun bei knapp 348 Euro [Geizhals/Stand: 24.06.2014] und steht in den Farben Schwarz und Weiß zur Auswahl.

Fazit

Gemessen am Preis des Ascend P7 kann mit gutem Gewissen eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden. In puncto Design und Ausstattung kann es mit den High-End-Geräten der Konkurrenz mithalten. Lediglich beim Prozessor könnte man noch nachbessern und auch die Schwächen der Kamera bei schwachen beziehungsweise schlechten Lichtbedingungen sollten bei Huawei noch auf der Agenda stehen. Aber wie bereits erwähnt handelt es sich hier um Kritik auf höchstem Niveau. Das Gesamtpaket stimmt und der Preis ist ein gewichtiges Argument. In dieser Preisklasse bekommt man durchaus auch bereits deutlich schwächere und weniger gut verarbeitete Geräte.

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Reaktionen auf diesen Artikel


Frau Meier, 26.06.2014
Grammatikalisch leichte Defizite ;)
Hallo liebe Rezensentin,

der Artikel ist DURCHAUS gelungen. Zumindest die genannten Fakten kann ich als Besitzerin eines Huawei Ascend P7 Gerätes DURCHAUS bestätigen. Was mir allerdings DURCHAUS aufgefallen ist, ist das häufige Verwenden des Wortes DURCHAUS, was einem DURCHAUS ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert und DURCHAUS ab und an weg gelassen werden könnte. :)

MfG

F.Meier

Antworten


TKP Grech, 26.06.2014
:-)
Liebe Frau Maier,

danke für den Hinweis. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Dessen bin ich mir durchaus ;-) bewusst. Ich habe mich jetzt schweren Herzens von ein paar durchaus getrennt! :-)

Liebe Grüße

Antworten


F.Meier, 01.07.2014
Sie sind klasse!
Hallo noch mal,

ich liebe Menschen mit Humor und Sie scheinen welchen zu haben. GsD gibt es das noch.
Mein Kommentar war auf keinen Fall bösartig gemeint und Sie haben es genau so verstanden.
Ihre Beurteilung des Handys deckt sich absolut mit meinen Erfahrungen. Ich freue mich, wenn Sie wieder etwas testen und werde Ihre Rezension mit großem Vergnügen lesen.

Liebe Grüße

Antworten


Dave, 08.08.2014
Huawei Ascend P7 im Redaktionstest - Autor: Barbara Grech
Ein sehr guter und ausführlicher Testbericht. Für mich eine klare Kaufempfehlung! Herzlichen Dank, Frau Grech!

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