HTC U Ultra im Test: Phablet mit vielen Vorzügen

HTC U Ultra im Test HTC U Ultra im Test
HTC ist eines der ersten Unternehmen mit einem neuen Phablet für das Jahr 2017. Das Smartphone besticht mit einem exzellenten 5,7 Zoll Display mit einem kleinen Sekundärdisplay, zwei herausragenden Kameras, einem modernen Design mit Alurahmen und Glas sowie sehr ergonomischer Gestaltung wie etwa mit dem Fingerprint Sensor in der Home Taste.

(12.03.2017, 17:30) HTC hatte Anfang des Jahres seine neuen U Modelle angekündigt. Für den Test haben wir von A1 das HTC U Ultra erhalten, die es auch für Österreich exklusiv im Angebot haben.

Gleich vorweg: Das HTC  U Ultra ist ein richtiges Monster von einem Smartphone mit einem 5,73 Zoll Display, das mit 1440 x 2560 Pixel auflöst und damit auf eine Pixeldichte von 513 dpi kommt. Es hat also das gute klassische Format von 16:9. Und es sei auch gleich festgehalten, dass es damit auch wesentlich größer ist, als andere 5,7 Zoll Displays im 18:9 Format wie etwa das G6 von LG oder das kommende Galaxy S8 von Samsung. Das U Ultra bietet damit um etwa sechs Quadratzentimeter mehr Fläche für Daten als die 5,7 Zoll Displays im 18:9 Format. Und das noch abgesehen davon dass letztere auch noch Platz für die On-Screen Tasten verbraten.

Aber zurück zum U Ultra. Ich finde HTC hat so ziemlich alles richtig gemacht. Unterhalb des Displays finden sich die drei kapazitiven Tasten für Android, wobei die Home Taste mit dem integrierten Fingerabdruck Sensor extrem rasch reagiert. Und an dieser Stelle ist der Fingerbadruck Sensor auch immer erreichbar, wenn man das Phone nutzt, egal ob es am Tisch liegt, in einer Autohalterung steckt, oder ob man es in der Hand hat.

Design und Verarbeitung

HTC ist dem Modetrend zum völlig randlosen Display nicht gefolgt. Und es ist flach. Ich finde beides gut, denn man kann es damit sicher halten, ohne das Display unabsichtlich zu berühren und damit entweder Teile des Inhalts zu überdecken oder ungewollte Aktionen auszulösen. Und deshalb hält man es auch ermüdungsfreier, denn mit völlig randlosem Design und gerundeten Seiten greift man unwillkürlich mit "spitzen Fingern" und verspannt dadurch die Handmuskulatur.

HTC U Ultra im Test

HTC war mit dem One M7 sozusagen Erfinder des Unibody Designs aus Metall und viele andere wie etwa Apple sind gefolgt. Beim U Ultra ist HTC nun davon abgegangen und bedeckt auch die Rückseite mit Glas, wie das etwa Samsung seit dem S6 tut. Das sieht gut aus, die Bruchgefahr ist allerdings trotz des verwendeten widerstandsfähigen Gorilla Glass 5 groß. Dazu kommt, dass das Gerät sehr rutschig geworden ist und daher noch mehr die Tendenz hat am Boden zu zerschellen. Aber HTC verpackt eine Klarsicht-Hülle mit, deren Verwendung sehr empfehlenswert ist.

HTC U Ultra im Test

Das U Ultra gibt es insgesamt in den vier Farben Schwarz, Weiß, Pink und Blau - durch die Glas Abdeckung changieren die Farben sehr hübsch, wobei insbesondere Blau interessante Effekte ergibt. Fingerabdrücke sind auf dem Glas natürlich sofort sichtbar, aber dank einer besonderen Beschichtung auch leicht wieder entfernbar. Aber es empfiehlt sich ohnehin deine Hülle.

Die Verarbeitung ist grundsolide, nirgendwo sind Spalten oder andere Fehler sichtbar. An der rechten Seite in den Metallrahmen eingelassen finden  sich die Lautstärke Wippe und darunter die Ein-/Aus-Taste. Die Anbringung ist gut, weit oben genug jedenfalls um sie nicht unabsichtlich zu betätigen. Noch besser wäre nur die Anbringung an gegenüberliegenden Seiten.

HTC U Ultra im Test

Und hier mit der Hülle.

HTC U Ultra im Test

Die Kameralinse ragt deutlich vor, schließt aber mit der Hülle flach ab. An der Unterseite fällt zunächst auf, dass der 3,5 mm Stecker fehlt. Auch hier geht nun nur entweder Aufladen oder mit Kopfhörer Musik hören. Der Stecker dafür ist nun ebenfalls USB 3.1 Gen 1 Typ-C und gewährleistet auch rasches Laden der 3000 mAh Batterie.

HTC U Ultra im Test

Display und Sekundärdisplay

Kein neues Smartphone ohne Veränderung beim Display. HTC hat zwar darauf verzichtet die Ränder zu biegen oder das Display länger und schmaler zu machen, dafür hat man sich ein Sekundär-Display mit 2 Zoll einfallen lassen. Es ist oberhalb des Hauptdisplays angebracht und hat eine Auflösung von 1040 x 160 Pixel. Da es damit nicht die ganze Breite bedeckt, bleibt links davon Platz für die mit 16 MP auflösende Frontkamera.

Was kann man damit machen? Nun erstens zeigt HTC dort die Benachrichtigungen an, was recht praktisch ist, da damit keine Inhalte am Hauptdisplay überdeckt werden. Allerdings kann man keine direkten Aktionen auslösen, was den Nutzen doch wieder reduziert. Und dann kann man es noch dafür verwenden Apps anzuzeigen, die man von hier öffnen kann,  sowie Erinnerungen, Termine, Kontakte und es zur Steuerung der Musik verwenden. Das lässt sich über die Einstellungen verändern und anpassen.

HTC U Ultra im Test

Man kann es Aktivieren mit dem Hauptdisplay oder mit dem Sperrbildschirm. Über dem Hauptdisplay finde ich persönlich es störend und habe es deshalb ausgeschaltet. Am Sperrbildschirm kann man es durch Aufheben des Phones aktivieren - funktioniert nicht immer - oder durch einen Doppel-Tipp.

HTC U Ultra im Test

Aber nun zum Hauptbildschirm. Der Bildschirm in LCD Technologie ist klarerweise dank der hohen Auflösung gestochen scharf, die Farben wirken sehr lebensecht und dynamisch. Die Helligkeit und damit die Sichtbarkeit auch im Sonnenlicht ist gut, kommt aber nicht an die Spitzenwerte heran, die wir von der AMOLED Technologie kennen.

Hardware & Performance

Das HTC U Ultra hat unter der Haube die Quad-Core-CPU Snapdragon 821 mit 2 x 2,15 und 2 x 1,6 GHz sowie einen 4 GB großen Arbeitsspeicher. Die GPU ist wie üblich die Adreno 530 mit 624 MHz getaktet.

Die Benchmark-Tests sind gut, aber im Vergleich nicht überragend. Im 3D Mark schafft das Handy im Test Ice Storm Unlimted maximal 30.655 Punkte. Und im Antutu Benchmark sind 135.032 Punkte drin. Zum Vergleich: Das deutlich günstigere Xiaomi Mi 5s mit gleicher CPU erreicht 31.079 und 139.167 Punkte. Selbst ein Samsung Galaxy S7 Edge mit eigener Exynos-CPU und Android 6 kommt mit 28.778 und 128.636 Punkten an das Ergebnis annähernd heran.

In der Praxis fallen uns keine Verzögerungen oder lahmen Prozesse auf. Auch sehr anspruchsvolle Apps wie Pokemon GO laufen flüssig und ohne Ruckler. Der Snapdragon wärmt das Gerät aber dabei ganz ordentlich auf und interne Sensoren zeigen bis zu 60 Grad - ein altes Problem von Qualcomms Prozessorfamilie seit dem SD810.

Der interne Speicher entspricht mit 64 GB einem guten Standard und kann per microSD Karte um bis zu 2 TB aufgerüstet werden.

Der Akku fällt mit einer Kapazität von 3000 mAh etwas hinter die übliche Ausstattung zurück. Aber in der Nutzung ohne aufwändige Games kommt man bequem durch den Tag, wer Spiele auch unterwegs nutzen will, sollte sich ohnehin mit dem Kauf eines externen Akkus anfreunden.

HTC USonic und Audio

Dem HTC U Ultra liegt das neue Headset USonic bei. USonic optimiert mithilfe einer Analyse deines Innenohres durch Schallimpulse den Sound auf dein Gehör. Und tatsächlich zeigen die Optimierungen unterschiedliche Ergebnisse bei verschiedenen Testern. In den USonic-Optionen sind unterschiedliche Audio-Profile speicherbar.

Ohne Ohrhörer steht der BoomSound für interne Lautsprecher (oben und unten) zur Verfügung. Spielt man Musik, oder läuft zumindest eine App die HTC im Verdacht hat Laut zu geben wie etwa Pokemon GO, so hat man in den Benachrichtigungen die nicht abschaltbare Möglichkeit zwischen Musikmodus und Theatermodus zu wechseln. Der Unterschied ist durchaus merkbar.

HTC U Ultra im Test

Beim genauen Betrachten des HTC U Ultra wird man schnell vier kleine Bohrungen erkennen, jeweils einen auf der Rück- und Frontseite und jeweils einen oben und unten im Gehäuserahmen. HTC verbaut im U Ultra insgesamt vier Mikrofone, die für die Sprachsteuerung genutzt werden. Jedes der Mikrofone ist ein omnidirektionales Mikrofon, fast schon ähnlich wie bei Amazons Echo und Echo Dot. In einem Umkreis von zwei Metern um das U Ultra soll dann das Smartphone dank dieser Mikrofone verlässlich Sprachbefehle erkennen und Aktionen auslösen können. Besonders interessant ist das auch bei Video- und Tonaufnahmen für 3D-Sound.

Was die Sprachbefehle leisten konnten wir allerdings noch nicht ausprobieren. Teil des HTC U Ultra sollte der Sense Companion sein. Er wird erst im zweiten Quartal zum Download verfügbar sein.

Kamera

Der BSI-Sensor der Hauptkamera löst mit 12 Megapixel auf - hier kommt auch HTCs UltraPixel-2-Technik zum Einsatz. Die Pixelgröße ist 1,55µm und der Sensor ist auch in anderen Kamera wie etwa dem Google Pixel im Einsatz. Dank der Kombination aus Phasenvergleichs-, Kontrast- und Laser-Autofokus, tritt das typische Fokuspumpen nicht mehr so stark auf. Bei unserem Testgerät gab es zunächst Probleme mit der Fokussierung. Auf ein Pferd im leichten Trab in der Halle konnte nicht scharfgestellt werden. Mittlerweile hat die App ein Update erfahren  und die Kamera stellt schnell auch auf bewegte Objekte scharf.

Die Kamera bietet einen optischen Bildstabilisator (OIS) sowie eine weite f/1.8-Blende. Im Pro-Modus kann ich sämtliche Werte manuell einstellen und Bilder im RAW-Format abspeichern. Videos sind mit 4K möglich, bei Zeitlupen-Videos reduziert sich die Auflösung auf 720p bei 120 Bildern pro Sekunde.

Auch der HDR Modus liefert sehr gute Bilder, wie hier das folgende in einem recht dunklen Raum mit Sonne draußen. Das Foto entspricht jedenfalls dem, was meine Augen auch sehen und an Licht ausgleichen.

HTC U Ultra im Test

Die Frontkamera hat mit 16 Megapixel sogar eine höhere Auflösung als die Hauptkamera. Auch sie verfügt wie die Hauptkamera über Auto-HDR und man kann bei schlechteren Lichtverhältnissen in den UltraPixel-Modus wechseln. Damit werden 4 Pixel zu einem zusammengefasst und es sollte dadurch heller und schärfer werden. Tut es aber nicht, ich verschone euch besser mit einem Selfie von mir. Vielleicht kommt noch ein Update, oder aber das mit dem One M7 begonnene Ultrapixel Experiment sollte endgültig zu Grabe getragen werden. Die normale Auflösung produziert dagegen durchaus ansehnliche Ergebnisse, ebenso wie die Hauptkamera bei Dunkelheit oder schlechten Lichtverhältnissen.

HTC U Ultra im Test

Das Bild ist sogar besser als das was mit den Kameras von anderen Smartphones erreichbar ist.

Zusammenfassend ist zu den Kameras festzuhalten, dass sie absolut in der Champions League mitspielen.

Software

HTC stattet das U Ultra mit Android 7.0 aus, der Security Patch ist allerdings mit der Version vom 1. Jänner bereits etwas veraltet. Die Veränderungen von Standard Android durch seine eigene Benutzeroberfläche Sense UI hat HTC etwas zurückgefahren. Vieles von dem was HTC zu den Anfängen von  Android hinzugefügt hatte, wurde von Google entweder nachgezogen oder mit ähnlichen Funktionen ersetzt.

HTC typisch ist noch der Blinkfeed, der mit dem One M7 erstmals erschien und heute schon etwas antiquiert erscheint. Damit werden News aus verschiedenen Quellen zusammengetragen und damit oft verdoppelt. Lässt sich aber ausschalten und man kann selbstverständlich auch einen anderen Launcher einsetzen.

Etwas ärgerlich ist das RAM Management. Die 4 GB RAM sind laut Statistik für den Arbeitsspeicher in den Einstellungen im Durchschnitt zwischen 2 und 2,3 GB ausgenutzt. Wer Pokemon GO spielen will und möglicherweise auch noch Niantics anderes Spiel Ingress, darf sich auf Ärger gefasst machen: Wechselt man aus Pokemon GO oder Ingress in eine andere App oder zwischen den beiden, darf man sich auf häufige Neustarts gefasst machen. Und die dauern bei allem was von Niantic kommt.

Was genau die Probleme beim RAM Management verursacht, ist von HTC auch eine Woche nach der Anfrage durch die Telekom Presse nicht zu erfahren. Falls wir noch etwas dazu hören, werden wir es hier nachtragen.

Was noch fehlt ist der HTC Sense Companion. Der KI-Assistent soll vom User lernen und von dem was er macht. Beispielsweise soll er daran erinnern, sich warm anzuziehen, wenn Schneefall vorhergesagt ist. Oder er schlägt Ihnen ein Restaurant vor, wenn man auf Reisen ist. Ab dem zweiten Quartal soll der Assistent über den Google Play Store heruntergeladen werden können. Wie weit er nützlicher als Apples Siri, Microsofts Cortana oder Googles Assistent ist, muss sich erst herausstellen.

[Update 14.3.2017] Der Sense Companion ist nun bereits im Play Store eingetroffen. Erste Erfahrungen damit findet ihr hier.

Fazit

Das U Ultra ist ein rundum gelungenes Gerät. HTC hat alles richtig gemacht, zumindest was gute Benutzbarkeit, Funktionalität und Ergonomie betrifft. Auf Experimente hat HTC diesmal zum Glück verzichtet. Das Design ist auf der Höhe der Zeit, die Verarbeitung erstklassig. Der Preis ist etwas hoch, wird aber sicher bald nachgeben.

Will man es in Österreich von einem Mobilfunker, so ist es exklusiv über A1 zu beziehen. Bei Amazon ist das HTC U Ultra in allen Farben zum Preis von 749 Euro zu haben:

HTC 99HALT024-00 U Ultra Full HD Smartphone (13,2 cm (5,2 Zoll), 16 MP Frontkamera, 64GB Speicher, Android) blau

HTC U Ultra: Technische Daten

  • Chipsatz: Qualcomm Snapdragon 821, Max. Taktung: 2,15 GHz
  • RAM: 4 GB
  • Interner Speicher: 64 GB, erweiterbar durch microSD
  • Akkukapazität: 3000 mAh
  • Konnektivität: HSPA, LTE, NFC, Bluetooth 4.2
  • Display: Super LCD 5,7 Zoll QHD (2560 x 1440) + 2.0 Zoll Dual Display (160 x 1040) – 513 ppi
  • Kamera vorne: 16 MP (HTC UltraPixel Modus), ƒ/2.0-Blende, zahlreiche Selfie-Modi, Full HD Videoaufnahmen
  • Kamera hinten: 12 MP, PDAF, Laser-Fokus, OIS, Blende: ƒ/1.8, Saphir-Linse, 4K-Video mit 3D-Audio möglich
  • Blitz: LED
  • Sound: HTC Usonic, HTC BoomSound HiFi-Edition, 4 Mikros für 3D Audio-Aufnahmen, Rauschunterdrückung
  • Android-Version: 7.0 - Nougat
  • Benutzeroberfläche: HTC Sense
  • Abmessungen: 162,41 x 79,79 x 7,99 mm
  • Gewicht: 170 g

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