HTC One M8 im Redaktionstest - HTC Sense 6.0, Motion Gestures und Duo Kamera [Teil II]

Der erste Teil war dem Design, der Hardware und dem Akku gewidmet. Im zweiten Teil widmen wir uns vorrangig der neuen Software-Funktionen und natürlich auch der Kamera. Und jetzt auch hier lässt sich bereits sagen, dass HTC hier ordentlich nachgelegt hat.

(28.03.2014; 15:30) Während wir uns im ersten Teil hauptsächlich der Hardware und dem Design gewidmet haben, geht es im zweiten Teil unseres Testberichts maßgeblich um Software, neue Apps sowie natürlich auch die Duo Kamera und ihren neuen Funktionen.

Software - HTC Sense 6.0, Motion Gestures

Als Betriebssystem kommt Android 4.4.2 zum Einsatz sowie auch HTC Sense in der Version 6.0. Während der Präsentation nannte HTC es selbst immer wieder "the sixth sense" als Verweis auf den sechsten Sinn und ja, der Hersteller hat tatsächlich Verbesserungen vorgenommen, aber nach wie vor greift man stark in das System ein.

Die Zahl der Homescreens ist auf fünf begrenzt, denn der sechste ist für HTCs eigene Nachrichten-App Blinkfeed fix reserviert. Die Screens lassen sich also nicht nach Bedarf erweitern, was ein eigentliches neues Feature in Android Kitkat darstellt.

An vorinstallierten Apps finden sich im Vergleich zum Vorgänger ein paar Neuzugänge, wobei hingegen Best Deals nicht mehr an Bord ist, aber auch TuneIn Radio, die Musik-Streaming-App, welche kostenlos Streams von Radiosendern geliefert hat, musste weichen.

Dafür gibt es nun Kritzeln, eine hauseigene Notiz-App mit einer Reihe an Vorlagen wie Notizblock, Packpapier, Schwarze Tafel oder auch eine To-Do-Liste. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Zur eigenständigen App wurde Zoe. Damit werden die mit dem HTC One M8 gemachten Fotos durch ein eigenes Verfahren zu einer Bilderserie umgewandelt und als kurzer Videoclip gespeichert. Doch vorerst ist die App nur installiert, aber noch ohne Funktion. Das soll im Sommer erfolgen und dann soll die Anwendung nicht mehr nur HTC-User vorbehalten sein, sondern auch auf anderen Geräten genutzt werden.

Ebenfalls neu ist Fitbit und damit folgt HTC dem Fitness-Trend der Konkurrenz. Statt aber eine Smartwatch damit koppeln zu müssen, kann auch das Device selbst die Aktivität per pedes messen. So ist ein Schrittzähler integriert und auch ein Ernährungsplan kann erstellt werden. Ebenfalls möglich ist es, seine Flüssigkeitsaufnahme zu dokumentieren. Hier muss man konsequent bleiben und auch jedes Mal alles eintragen.

Motion Gestures

Wie eingangs bereits erwähnt sorgt die Platzierung des Power-Buttons bei einigen Usern für Verstimmung. Mit den Wischgesten kann dem aber abgeholfen werden, denn wie auch das "Knock-on"-Feature von LG kann das HTC One M8 durch zweimaliges Tippen auf den Bildschirm aus dem Standby-Modus geholt werden.

An sich funktionieren die Gesten durchaus gut, wobei in manchen Fällen einfach ein zweiter Versuch fällig wird.

Wischgesten kurz erklärt:

Von links nach rechts öffnet sich der Blinkfeed
Von rechts nach links gewischt, landet man im entsperrten Homescreen
Von oben nach unten wird man direkt zu einem Voice-Dialer geführt, um per Spracheingabe jemanden anzurufen
Von unten nach oben landet man in der letzten aktiven App
Doppeltippen: Anzeige des gesperrten Bildschirms
Im Querformat: Drücken der Lauter-Taste öffnet sofort die Kamera

  • Diese Funktionen können nur dann genutzt werden, wenn man kein Sperrmuster oder Pin-Sperre eingegeben hat.

Kamera

HTC weigert sich nach wie vor im Megapixel-Kampfwettrüsten mitzumachen und geht seinen eigenen Weg. Nicht nur dafür verwendet der Hersteller, welcher nach wie vor versucht wieder hochzukommen, Respekt, sondern erst recht für die Bilder, welche man mit der Kamera in der Lage ist zu machen. Einziger Haken: es gibt keinen optischen Bildstabilisator.

Zuerst einmal die harten Fakten: Bei der Frontkamera hat HTC ordentlich nachgelegt, denn nun bietet diese statt 2,1 nun satte 5 MP mit Weitwinkelobjektiv und HDR-Funktion. Damit folgt HTC dem Selfie-Trend und gibt den Usern die Möglichkeit wirklich guter Selbstaufnahmen.

Grundsätzlich wirkt die App nun um einiges aufgeräumter. Ein Eindruck der sich wie ein roter Faden durch HTC Sense 6.0 zieht. Nichtsdestotrotz, die Kamera-App lässt nun auch Aufnahmen im Dual-Modus zu und ermöglicht so ganz nette Spielereien mit der Kamera.

Duo-Kamera

Es war einer der ersten Leaks, die Rückseite des HTC One und lange wurde vermutet, dass es sich um einen integrierten Fingerprint-Scanner handeln wird. Doch dieser bleibt nach wie vor dem HTC One Max vorbehalten und das ist auch gut so, denn die DuoCamera ist mit Sicherheit ein besseres Feature als der Fingerprint-Scanner.

Die primäre Kamera ist wieder eine Ultrapixel-Kamera mit 4MP. Es kommt eigentlich die gleiche Kamera wie auch schon beim HTC One zum Einsatz. Hinzu kommt die zweite Kamera, welche für die Tiefeninformationen zuständig ist. Dadurch wird es möglich mit der Funktion UFOCUS den Fokus im Bild im Nachhinein zu verändern. Dadurch verschwimmt der Rest des Bildschirms bis auf den ausgewählten Ausschnitt.

Im Prinzip macht dieses Feature durchaus Spaß und funktioniert ohne großen Aufwand. Doch nicht jedes Motiv eignet sich dafür und bei manchen Bildern passieren durchaus Ungenauigkeiten, welche aber nur unter genauer Betrachtung auffallen. So sind die Übergänge manchmal etwas zu schwammig und der fokussierte Bereich nicht zu 100 Prozent scharf.

Wie lange diese Nachbearbeitung dauert? Nicht einmal in einer Sekunde ist der neue Fokus übernommen. Also überhaupt kein Aufwand.

Auch sonst bietet die Kamera-App einige weitere nette Features um seine Bilder ein wenig aufzumotzen. Hier können in Bilder Jahreszeiten eingefügt werden. Für den Frühling gibt es Kirschblüten, Löwenzahn für den Sommer, Ahornblätter als Sinnbild für den Herbst und Schneeflocken erklären sich wohl von selbst. Die Fotos können dann als ebensolches oder auch als Video abgespeichert werden. Am besten seht ihr euch das Ergebnis selbst an:

Dimension Plus gibt dem User ein wenig 3D-Feeling bei der Kamera. So entsteht beim Kippen des Bildes ein 3D-Effekt. Das ist ganz nett, bringt aber nicht wirklich einen erheblichen Mehrwert für den User. Eine nette Spielerei, mehr aber nicht.

Bilder bei Nacht:

Preis und Verfügbarkeit

Somit wird das HTC One ab 4. April in den Verkaufsregalen landen. Für eine UVP von 679 Euro, gleich viel wie der Vorgänger zum Zeitpunkt des Release, gibt es das HTC One M8. Die Preise beginnen aber bereits jetzt nach unten korrigiert zu werden und derzeit ist in Österreich Saturn mit 649 Euro der günstigste Anbieter [Geizhals/28.03.14].

Zubehör

Das Unibody-Gehäuse aus Aluminium ist hochwertig, aber im Gegensatz zu Polycarbonat verzeiht es wenig und Frauen, welche ihr Device in der Handtasche mit sich herumtragen, sollten sich den Kauf einer Hülle überlegen, denn nach nur einem Tag in meiner übervollen Tasche hat sich schon der erste kleine Kratzer eingefunden. HTC hat hier gleich zwei entsprechende Hüllen im Angebot.

Das Dot-Matrix-Flipcover lässt sich kurzerhand aufstecken und sobald man dieses öffnet entsperrt sich auch automatisch der Bildschirm. Drückt man den Power-Button bekommt man die Uhrzeit angezeigt. Auch hier kann man durch zweimaliges Tippen sich die Uhrzeit anzeigen lassen, wobei Tippen das falsche Wort ist, denn man muss schon ein bisschen fester tippen, um auch wirklich etwas angezeigt zu bekommen.

Aber das Device ist dadurch bestens geschützt, wobei über das Design kann man streiten und durch die löchrige Vorderseite ist das Flipcover auch ein Schmutzmagnet.Der Kostenpunkt beläuft sich hierbei auf 39 Euro, wobei sich auf Amazon bereits jetzt zahlreiche Alternativen finden.

Fazit

Es gibt eigentlich nicht wirklich großartig etwas am HTC One M8 zu bemängeln, denn auch bei grafisch aufwändigen Spielen hält sich das Device wacker und der Akkuverbrauch ist durchaus im Erträglichen. Der Extreme Energiesparmodus sollte wenigstens die Möglichkeit bieten, selbst festlegen zu können, welche Apps man noch am Laufen halten möchte. Bei der Hauptkamera hätte HTC durchaus noch etwas nachlegen können und nicht einfach wieder das Vorjahresmodell einbauen, denn die sekundäre Kamera für die Tiefeninformationen ist zwar nett, aber das Funktionsangebot ist noch relativ gering und ist an sich auch "nur" eine nette Spielerei.

Positiv ist aber vor allem das Design, der vorhandene MicroSD-Slot, das überarbeitete Sense 6.0 sowie auch die grundsätzliche Performance hervorzuheben. HTC hat sich auf jeden Fall gesteigert.

Die Specs des HTC One M8 im Vergleich zum Vorgänger:

HTC One M8

HTC One M7

Display

5 Zoll FullHD

4,7 Zoll Full HD

Auflösung

1920 x 1080/441ppi

1920 x 1080/469ppi

Prozessor

2,3 GHz Snapdragon 801

1,7 GHz Snapdragon 600

GPU

Adreno 330

Adreno 320

RAM

2 GB

2GB

Interner Speicher

16 GB (9 GB)

32 GB

microSD

Ja, bis zu 128 GB microSDX

Nein

OS

Android 4.4.2

Sense 6.0

Android 4.4.2

Sense 5.5

Hauptkamera

(primär)

4 MP Ultrapixel HTC Imagechip 2 und Dual-LED-Blitz

4 MP Ultrapixel HTC Imagechip 2 und OIS

(sekundär)

3D-Tiefeninformation

n.a.

Frontkamera

5 Megapixel

2 Megapixel

Akku

2.600 mAh

2.300 mAh

LTE

Cat 4

Cat 3

SIM-Karte

nanoSIM

microSIM

Abmessungen

146,36 x 70,6 x 9,35 mm

137,4 x 68,2 x 9,3 mm

Gewicht

160 Gramm

143 Gramm

UVP zum Zeitpunkt des Release

679 Euro

679 Euro

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