Die nächste Phase der Entwicklung von Smartphones beginnt jetzt

Smartphones der 4. Generation Smartphones der 4. Generation
Apple und Google haben mit ihren nächsten Versionen ihrer mobilen Betriebssysteme zwei recht unterschiedliche Entwicklungslinien vorgezeigt. Die eine vergrößert den Unterschied zwischen Web und Apps, die andere versucht ihn zu verringern.

(04.07.2014, 12:25) Ende dieses, Anfang nächsten Jahres werden wir Smartphones der vierten Generation auf dem Markt zu sehen beginnen. Das erste Smartphone der ersten Generation war der Nokia Communicator im Jahr 1996. Die zweite Phase läutete dann BlackBerry ein und vor sieben Jahren begründete das iPhone die dritte Generation.

Wie der britische Analyst Ben Evans in einem Blog Post scheibt, war die Entwicklung seit dem ersten iPhone davon gekennzeichnet, dass nur das hinzugefügt wurde, was auf der Wunschliste steht um den Usern das zu liefern, was sie nötwendig brauchen. Dabei hatte manchmal Android die Nase vorne, wie etwa mit den Benachrichtigungen, oder iOS mit Fingergesten. Aber im Grunde waren dies keine Neuheiten, sondern das, was sich jeder User wünscht um alle seine Computing Tasks am Smartphone komfortabel ausführen zu können.

Apples WWDC und Googles I/O im Juni haben aber gezeigt, dass sich Android und iOS nun jenseits der Basis-Notwendigkeiten in zwei ziemlich unterschiedliche Richtungen zu entwickeln beginnen. Und die haben natürlich auch etwas mit den Geschäftsmodellen von Apple und Google zu tun. In diesem Sinne ist iOS 8 eigentlich in Wahrheit die Version 2.0, wie Jean-Louis Gassée feststellt, und Google spricht ja bisher nur von Android L.

Der WWDC handelte hauptsächlich davon, wie die Cloud als Befähiger (Enabler) für umfangreiche native Apps dient.

Die I/O handelte dagegen davon, wie die Unterschiede zwischen Webseiten und Apps minimiert werden sollen. In zukünftigen Versionen von Android werden Webseiten aus dem Chrome Browser einzeln im Taskmanager angezeigt, genauso wie offene Apps. Suchresultate können sowohl auf eine Webseite als auch in eine App zeigen und Chromebooks können direkt Android Apps ausführen. Es sieht so aus, als würde Google damit die alte Diskussion 'App versus Web' obsolet machen. Alle Inhalte sollen Teil des Web werden, suchbar und linkbar durch Google.

Im Gegensatz dazu gehen Apples Anstrengungen mit iOS 8 dahin die Benutzung des Web überflüssig zu machen und alles aus der Cloud in Apps zu bringen. Die Unterschiede zwischen App und Web werden dadurch größer. Apps können direkt miteinander kommunizieren ohne Umwege über das Web.

In den beiden unterschiedlichen Ansätzen spiegeln sich die beiden Geschäftsmodelle von Apple und Google. Apple verdient an den iDevices und dem was die User damit kaufen. Google dagegen verdient an den Werbekunden, die ihre Inhalte in der Suche und im Web präsentieren wollen.

Apple verlegt deshalb die Intelligenz und das Wissen in seine Geräte mit den Apps darauf und die Cloud bleibt nur ein 'dummer' Lieferant im Hintergrund. Google sieht Geräte mit seiner Plattform dagegen als das Mittel oder Fernglas für den User in eine intelligente Cloud zu schauen.

In der weiteren Entwicklung wird dies natürlich zu unterschiedlichen Abläufen und Methoden führen, wie man die Dinge auf den beiden Plattformen erledigen kann. Der Arbeitsfluss wird unterschiedlich sein. Die Methoden der Interaktion werden anders sein und sich auseinander entwickeln.

Die Unterschiede der beiden Entwicklungen werden sich aber wohl erst im nächsten Jahr zeigen, wenn zunehmend Smartphones und Tablets mit iOS 8 und Android L auf den Markt kommen. Mit 4G/LTE sind die mobilen Netze aber auch bestens gerüstet für diese neuen Entwicklungen.

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Quelle Ben Evans

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