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Staatspreise sind für Internet und Multimediaprojekte kein Anreiz mehr. Staatsmonopole werden das Internet nicht behindern können.
Die heurige Gala des Staatspreises für Multimedia & Internet geriet zur Peinlichkeit. In den Kategorien Geschäftsverkehr & Handel sowie Marketing & Unternehmenspräsentation gab es nicht mal einen Kategoriengewinner und von den eingereichten Projekten erhielt statt der üblichen drei nur je eines eine Juryauszeichnung. Für die neun Kategorien bewarben sich nur mehr 208 Projekte, ein Rückgang um ein Drittel gegenüber früheren Einreichungen.
An Peinlichkeit grenzte der Aufruf der Jury, Firmen mögen doch mehr wagen und innovativer sein. Peinlich auch der in der Buchpräsentation abgedruckte Aufruf des OgilvyInteractive Geschäftsführers Jörg Spreitzer Projekte beim Staatspreis einzureichen. Firmen brauchen keinen Staatspreis mehr für ihre Web-Portale oder multimediale Präsentationen. Denn den Lorbeerkranz vergeben die User, die eine Site besuchen und letztlich der kommerzielle Erfolg. Es gibt mehr als genug ausgezeichnete Sites, die sich offensichtlich vom Etikett Staatspreis nicht einen User oder einen Euro mehr Umsatz erwarten.
Ein Staatspreis macht einen Sinn, wenn der Öffentlichkeit die Bedeutung von Multimedia & E-Business nahe gebracht werden sollen. Unternehmen und User haben das längst begriffen - der Staatspreis ist zum Anachronismus geworden.
Der Sieg ging, zum Jahr passend, an eine Multimedia Installation für das Mozarthaus Vienna. Die gleiche Agentur, die hervorragende Arbeit leistet, erhielt auch den Preis in der Kategorie Öffentliche Information & Dienste für das Besucherzentrum Parlament Österreich. Die Peinlichkeit, dass der in Vertretung von Minister Martin Bartenstein agierende Landwirtschaftsminister Josef Pröll einen Staatspreis an den ebenfalls anwesenden und sich im Erfolg des Projektes sonnenden Parlamentspräsidenten Andreas Kohl übereichte, blieb dem geduldigen Publikum dann doch erspart - Wirtschaftsministerium verleiht Staatspreis an Parlament unter dem Motto 'dös hamma guat g’macht'.
So wenig wie ein Staatspreis der Internet- und Multimedia-Branche hilft, so wenig werden ihr rabiate Aktionen von Staatsmonopolen schaden. Wetten, dass die Leute im Internet wetten werden, wie viele Vorstände von einer Recht brechenden Justiz und Polizei auch noch in Handschellen ins Gefängnis verfrachtet werden.
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