Südkorea: Videospiel-Sucht als Untauglichkeitsgrund für den Militärdienst
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Südkorea: Videospiel-Sucht als Untauglichkeitsgrund für den Militärdienst

 
 

Eine nun im Zuge der aktuellen Gesetzesdebatten zum Thema Videospielsucht öffentlich gewordene Satzungsänderung zeigt auf, dass südkoreanische Männer vom Militärdienst befreit werden können, wenn sie nachweislich videospielsüchtig sind.

 (17.07.2014, 14:45) Ein südkoreanischer Gesetzesentwurf sieht vor, "Internet-Spiele und andere digitale Medieninhalte" in die  Kategorie der potentiell sucht-auslösenden Faktoren zu reihen, zusammen mit Alkohol, Drogen und Glücksspiel.

In Südkorea haben Videospiele einen sehr hohen Stellenwert, in den vergangenen Jahren haben sich Fälle von Videospielsucht und darauf zurückzuführende Gewalttaten deutlich gemehrt.

Aktuell wird unter Politikern und Fachleuten darüber diskutiert. Inmitten dieser Debatte hat die Internet-Community passend dazu eine im Jahr 2010 verfasste Satzungsänderung der gesetzlichen Regelung betreffend den verpflichtenden Militärdienst ausgegraben.

Südkoreanische Männer sind verpflichtet, mindestens 21 Monate Militärdienst abzuleisten. Unter den üblichen Ausschlussgründen findet sich seit der vor bereits vier Jahren getroffenen Satzungsänderung auch der Fall, das ein Wehrpflichtiger "für mindestens sechs Monate wegen Alkohol-, Drogen- oder Videospielsucht in Behandlung war".

Allerdings muss hinzugefügt werden, dass laut offiziellen Angaben in diesen vier Jahren noch keiner der Wehrpflichtigen wegen Videospielsucht vom Militärdienst befreit wurde. Auf der anderen Seite wurde diese Regelung zu einem Zeitpunkt abgefasst, als Videospielsucht noch nicht als nationale Angelegenheit angesehen wurde und es zur Zeit außerdem keine konkrete Methode gibt, Videospielsucht eindeutig zu diagnostizieren.

 Dass die Debatte um die Videospielsucht nun an Stärke gewinnt wird von der südkoreanischen Politik auch damit begründet, dass es Bürger im Land geben, die durch ihre Online-Spielsucht nicht in der Lage wären ein normales Leben zu führen. Diese Menschen könne auch die Spiele-Industrie nicht länger ignorieren, die Unternehmen sollen Suchtkliniken mitfinanzieren.

Eine offizielle Debatte zum Thema zwischen Regierungsvertretern, Fachleuten und Repräsentanten der Industrie, welche Anfang Juli stattfand, thematisiert auch die Erziehung und das Verhältnis von Eltern und Kindern als einen der Hauptfaktoren. Jugendliche stehen unter immer stärker werdendem Leistungsdruck, auch durch ihre Eltern, und flüchten sich oft in Videospiele.

Sollte die Gleichsetzung der Videospielsucht mit der Abhängigkeit von Drogen und Alkohol durchgehen, dürfte auch mehr Augenmerk auf mögliche Behandlungsmethoden beziehungsweise Methoden zur Diagnose gelegt werden. Fälle von Jugendlichen, welche im Zuge dessen dann vom Wehrdienst befreit werden, dürften danach wohl auch zunehmen.

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Quelle: via CNet

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