MPAA will Megaupload-Daten als Grundlage für Klagen speichern
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MPAA will Megaupload-Daten als Grundlage für Klagen speichern

 
 

Die Filmindustrie möchte den Filehoster Megaupload nicht davon kommen lassen und fordert die Plattform nun auf, aller Server-Daten zu speichern. Diese Daten sollen als Beweismittel für zukünftige Klagen dienen, wobei man nicht nur gegen die Betreiber vorgehen möchte, sondern auch gegen Nutzer, die Inhalte hochgeladen haben.

 

(22.03.2012, 12:45) Der mächtige Verband der Filmstudios in Hollywood, Motion Picture Association of America (MPAA), fordert vom bereits als illegal eingestuften und gesperrten Filehoster Megaupload die Speicherung aller 66,6 Millionen Nutzer-Daten. Dabei soll der Provider Carpathia Hosting, der sich im US-Bundesstaat Virginia befindet, rund 25 Petabyte an Daten aufbewahren, die als Grundstock für Klagen dienen sollen.

 

Geklagt werden sollen nicht nur die Betreiber von Megaupload, sondern unter Umständen auch Nutzer des Dienstes. Zwar ließ man telefonisch verkünden, dass die Studios nicht beabsichtigen, einzelne Benutzer zu verklagen, sondern erwägen, Klage gegen Megaupload zu erheben oder gegen diejenigen, die an der Plattform beteiligt waren.

 

Gerade bei der Frage, wer an der Plattform beteiligt war, ergibt sich aber ein breiterer Definitionsspielraum. Die Hollywood-Studios würden bei einfachen Nutzern kaum mit Klagen wegen der Verletzung von Urheberrechten durchkommen, wenn diese lediglich Daten herunter- aber nicht hochgeladen haben.

 

Bei den Nutzern, deren Daten auf den Servern gespeichert sind und die gegen Bezahlung Filme hochgeladen haben, sieht es aber anders aus. In diesem Fall wird man rechtlich nicht von Nutzern ausgehen, sondern vielmehr den Wortlaut "Intermediaries" gebrauchen und diese somit als Mittelsmänner bezeichnen. Damit sind diese Personen aber durchaus an der Verletzung der Schutzrechte beteiligt und können Klagen befürchten.

 

Über den Antrag der MPAA wird nun gerichtlich in einer Verhandlung im April entschieden. Die Löschung der Daten ist dabei eine heikle Angelegenheit. Auf der einen Seite kostet die Aufbewahrung der Daten bei Capathia täglich 9.000 Dollar. Andererseits besteht der Vorwurf, dass Megaupload mit dem Betrieb der Plattform einen geschätzten Schaden von 500 Millionen Dollar verursacht hat.

 

Vor allem die Nutzer, die Inhalte hochgeladen haben, werden den Befürwortern der Verschiebung der Datenlöschung nun nicht mehr positiv gegenüberstehen. Die Daten hätten bereits seit längerem gelöscht werden sollen. Allerdings haben sich einige dagegen ausgesprochen, da auch legale Daten von Nutzern bei Megaupload zwischengespeichert wurden. Auch Kim Schmitz, der mutmaßliche Drahtzieher der Plattform, setzte sich für eine Aufbewahrung der Daten ein. Ihm nach können unzählige private Nutzerdaten wie Bilder und Dateien aus Büroanwendungen mit Sicherheit keine Urheberrechte verletzten und müssen daher unbedingt gesichert werden. Die Löschung wurde aufegschoben, was sich nun aber die Filmindustrie zu nutzen machen kann.

 

Auch die Bürgerrechtsorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) versuchte über die Webseite megaretrieval.com gemeinsam mit der Firma Carpathia Hosting allen legalen Megaupload-Nutzern den Zugriff auf ihre Daten zu verschaffen. Wer auf den Servern legale Daten hinterlegt hat, konnte diese mit einer E-Mail and die Adresse megauploadmissing@eff.org vor der endgültigen Löschung retten.

 

Ohne diese Verhinderung der Löschung, die Megaupload wohl in erster Linie für zur Imagewäsche unterstütze, wären die Daten bereits nicht mehr vorhanden.

 

Auch Betrüger machen sich gerade die brenzlige Situation, in der sich ehemalige Nutzer des Filehosters befinden, zunutze. Zahlreiche Megaupload-Kunden erhielten nämlich, US-Medienberichten zufolge, falsche Abmahnungen einer nicht existierenden Anwaltskanzlei in Deutschland. Darin forderten Unbekannte 147 Euro, die man an eine Adresse in der Slowakei überweisen sollte, um damit Ansprüche von Copyright-Inhabern wie den Plattenfirmen Universal oder EMI zu befriedigen.

 

Bei Megauplaod konnten Nutzer Filme und Serien streamen sowie Dateien auf Internet-Server hochladen und für andere bereitstellen. Die Plattform wurde nicht nur für urheberrechtlich geschützte Daten, sondern auch für die Speicherung anderer digitaler Medien genutzt. Das FBI hatte den Zugriff zur Filehosting-Plattform Megaupload am 19. Jänner gesperrt und sieben Mitarbeiter inklusive des Gründers und CEO Kim ‚Dotcom’ Schmitz verhaftet. Die Anklage lautete auf illegales Filesharing und Verletzung von Copyrights.

 

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