MegaUpload: Die Kriminalisierung eines Menschen und die Aussichtslosigkeit auf einen Prozess
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MegaUpload: Die Kriminalisierung eines Menschen und die Aussichtslosigkeit auf einen Prozess

 

In den Augen des FBI, maßgeblich initiiert von Rechteinhabern, ist Kim DotCom ein Schwerverbrecher der für viele Jahre hinter Gitter muss, doch für viele, darunter auch Steve Wozniak, ist er alles andere als ein Schwerverbrecher.

 

(26.6.2012; 13:00) Im Jänner dieses Jahres wurde der MegUpload-Gründer Kim Schmitz verhaftet. Die USA beschuldigen den Gründer des Filesharing-Portals sich der Urheberrechtsverletzung in mehreren Millionen Fällen schuldig gemacht zu haben.

Damit, so das FBI, sei es ihm möglich gewesen einen Gewinn von 175 Millionen Dollar zu erwirtschaften. Damit ist aber nicht genug, denn die Anklageschrift listet noch weitere Punkte gegen Kim DotCom auf. Neben der Geldwäsche werden ihm auch kriminelle Geschäfte vorgeworfen.

Einen Monat nach der Festnahme saß DotCom nach wie vor in Untersuchungshaft. Das gesamte Vermögen wurde eingefroren und seine Familie aus dem Haus entfernt. Seitdem gelang es aber den Verteidigern mehrere Gerichtsbeschlüsse in Neuseeland zu Gunsten des Beklagten zu entscheiden.

Er wurde gegen Kaution freigelassen, ein Teil seines Vermögens ging an DotCom zurück und vor allem muss das FBI laut einem Beschluss die Beweise offenlegen. Ansonsten, so der Richter David Harvey, sei das Recht auf eine faire Verteidigung in dem Auslieferungsprozess nicht gegeben. Allerdings wurde seitens der USA die Veröffentlichung des Materials bereits abgelehnt.

Seit einigen Tagen besitzt Kim DotCom wieder einen eigenen Twitter-Account und versucht darüber auch seine eigene Geschichte und Version zu erzählen. Binnen zwei Tagen hatte er über 30.000 Follower und die Fan-Gemeinde wächst.

In seinen Tweets finden sich vor allem Familienfotos und Kommentare über sich, seine Frau und seine Kinder. Natürlich liegt hier eine eindeutige Strategie dahinter: das konträre und vielleicht eher realistische Bild von Kim DotCom zu zeichnen und nicht das Champagner schlürfende und von kaum bekleideten Frauen umgebene Ekelpaket, als das er sonst in den Medien gezeigt wurde.

Nun bekommt er aber auch noch prominente und vor allem auch sympathische Hilfe von Apple-Mitbegründer Steve Wozniak, der den unter Hausarrest stehenden Kim DotCom nicht nur in Neuseeland besucht hat, sondern sich auch in einem CNET-Interview sehr kritisch gegenüber der US-Regierung äußert und vor allem auch seine Sympathie und Unterstützung für den MegaUpload-Gründer bekräftigt.

"Wenn Verbrechen mit Hilfe der Post verübt werden, wird wohl auch nicht das Postamt geschlossen", so Wozniak am Sonntag in einer Mail an das Online-Magazin CNEt. Die Kläger setzen alles daran, Gesetzeslücken zu ihren Gunsten zu nutzen und für Wozniak ist es für DotCom ein Vorteil, dass er in einem Land lebt, in dem Menschenrechte noch ge- und vor allem beachtet werden.

Zudem äußert er heftige Kritik daran, dass Kim Schmitz zwar zum Bestreiten der Lebenskosten auf das eigentlich eingefrorene Vermögen zugreifen darf, aber die Anwaltskosten nicht. Das sei ein klarer Versuch den Beklagten finanziell "aushungern" zu lassen und aufgrund mangelnder Verteidiger ins Gefängnis zu müssen. Seine Anwälte spielen dabei aber anscheinend nicht mit, denn diese arbeiten seit nunmehr einem halben Jahr ohne Bezahlung.

Sollte es tatsächlich zu einer Verhandlung kommen, drohen den Angeklagten, darunter auch Dotcom, eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren. Sollte er aber frei gesprochen werden, wäre es dies vor allem ein herber Rückschlag für die Bemühungen von US-Präsident Barack Obama gegen Urheberrechtsverletzungen strikter vorzugehen.

Die amerikanische Regierung hat in den letzten Monaten eine mediale Hetzjagd gegen den MegaUpload-Gründer gestartet und dabei nichts unversucht gelassen, diesen so unsympathisch und kriminell wie möglich darzustellen. Ein Pirat und ein Schuft der es nicht anders verdient hat, als für Jahre ins Gefängnis zu gehen.

Wobei hier auch außer Acht gelassen wird, dass man wohl daran interessiert war die urheberrechtsverletzenden Dateien von der Plattform zu entfernen.

Die nächste Anhörung findet am 6. August in Neuseeland statt, wo man versucht herauszufinden wer das Recht hat, über die Herausgabe von persönlichen Daten von Kim DotCom zu bestimmen.

Zudem soll in einer weiteren Anhörung darüber entschieden werden ob das FBI überhaupt die Befugnis hatte, eine Untersuchung gegen ein Unternehmen einzuleiten, deren Hauptsitz in Hong Kong ist.

Die Anwälte bewerfen sich indes immer wieder mit neuen Anträgen und es scheint, dass sich die von Richter Liam O'Grady getätigte Aussage durchaus erfüllen könnte und es tatsächlich nie zu einem Prozess kommen wird.

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