Kartellwächter in China haben Microsoft im Visier

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Nicht zum ersten Mal sieht sich Microsoft mit einer Kartelluntersuchung konfrontiert. Bereits 2009 musste der in Redmond ansässige Konzern den EU-Kartellwächtern Rede und Antwort stehen. Jetzt ist es in China so weit. Dort wirft die SAIC dem Unternehmen Verschleierung vor.

(26.08.2014; 14:45) „Microsoft hat Informationen zur Verknüpfung von Windows und Office nicht vollständig bekanntgegeben“, erklärt der Chef der staatlichen Verwaltung für Handel und Industrie, Zhang Mao, während der am Dienstag Vormittag abgehaltenen Pressekonferenz in Peking.

Die Untersuchungen kommen nicht überraschend, denn bereits Ende Juli gab es erste Anzeichen dafür. An vier Standorten in China, nämlich in Peking, Shanghai, Guangzhou und Chengdu wurden unangekündigte Besuche durch Verantwortliche der SAIC durchgeführt und dabei auch Mitarbeiter befragt. Eine Microsoft-Sprecherin bestätigte zwar die Durchsuchungen, aber den Grund wollte man damals nicht nennen: „Wir konzentrieren uns auf die Erschaffung der Produkte, um die Anforderungen von Kunden an Funktionalitäten, an Sicherheit und an Zuverlässigkeit der Produkte zu erfüllen. Wir werden an der Untersuchung der Behörden aktiv mitwirken und alle relevanten Fragen beantworten.

Microsofts Lizenzeinnahmen sind in China verschwindend gering, aber dennoch ist es die am meisten verwendete Software mit einem Marktanteil von über 87 Prozent. Über die Hälfte der PCs läuft aber mit dem von Microsoft nicht mehr länger unterstützten Windows XP.

Weil Microsoft aber sein Windows in China nach wie vor im Bundle mit dem IE und dem Media Player anbietet und in den Augen der chinesischen Kartellwächter nicht transparent genug ist, wird jetzt ermittelt. Bereits in der EU und in den USA gab es derartige Untersuchungen und es hat dem Unternehmen jedes Mal eine Menge Geld gekostet.

Dennoch, im Zusammenhang mit den Plänen Chinas ein von US-Unternehmen unabhängiges Betriebssystem zu erschaffen, scheinen die derzeitigen Untersuchungen in einem anderen Licht. Der Druck auf das Unternehmen steigt und die Gewinne sind marginal. Es könnte durchaus sein, dass man Microsoft einfach aus China bugsieren möchte, um die Etablierung des neuen OS zu erleichtern.

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Quelle Reuters

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