Foxconn kündigt Lohnerhöhung an
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Foxconn kündigt Lohnerhöhung an

 
 

In Zukunft sollen Mitarbeiter bei Foxconn mehr Gehalt bekommen. Dies hat der berüchtigte Konzern, der in der Vergangenheit stark wegen schlechten Arbeitsbedingungen und geringer Bezahlung in Kritik stand, am Samstag angekündigt.

 

(20.02.2012, 16:00) Seit einem Enthüllungsbericht zu den Arbeitsbedingungen bei Foxconn steht der Auftragshersteller und Apple-Lieferant zunehmend in Kritik und scheint nun als Reaktion auf den Druck erste Schritte für eine Verbesserung des Images einzuleiten. Am Samstag kündigte der taiwanische Elektronikkonzern eine Lohnerhöhung von 16 bis 25 Prozent für seine Belegschaft in China an.

 

Zuvor kam es zu harscher Kritik gegen den Hersteller und dem bekannten Auftraggeber Apple. "Apple kümmert sich um nichts anderes als die Erhöhung der Produktqualität und sinkende Herstellungskosten. Das Wohl der Arbeiter hat nichts mit ihren Interessen zu tun", ließ ein ehemaliger leitender Angestellter bei Foxconn verkünden und brachte den Konzern damit in Erklärungsnotstand. Auch ehemalige Apple Manager gaben bekannt, dass man im Unternehmen schon seit vielen Jahren über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen Bescheid weiß, allerdings nichts dagegen zu unternehmen gedenkt.

 

Foxconn wurden schon länger unmenschliche Arbeitsbedingungen vorgeworfen. In den Fabrikhallen gäbe es Sprechverbot, Arbeitszeiten, die Menschen an die äußersten Grenzen körperlicher Ausdauer bringen  und kaum Sicherheitsvorkehrungen. Arbeitsunfälle mit Toten und Verletzen sind nicht selten. 2011 starben in einer Fabrik, in der Aluminiumgehäuse für iPads poliert werden, drei Arbeiter bei einer Explosion.

 

Anfang dieses Jahres hat der bekannte Apple-Zulieferer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt, nachdem mehr als 300 Angestellte des Unternehmens mit kollektivem Massenselbstmord gedroht hatten, wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht ändern würden. Die Arbeiter waren mit der Herstellung von Xbox 360 Konsolen beschäftigt und einigten sich darauf, gemeinsam vom Dach der Fabrik zu springen. Mit dem dadurch ausgelösten medialen Aufsehen verschlechterte sich auch das Image des Auftraggebers Apple zunehmend.

 

Mitte Januar veröffentlichte der Tech-Gigant als Reaktion auf die anhaltende Kritik einen Bericht und gab damit Namen der wichtigsten Zulieferer des Konzerns bekannt. Zudem wurden die Arbeitsbedingungen in einem ersten Anlauf evaluiert und diesbezüglich Missstände bei den Herstellern eingeräumt. Des weiteren trat der Konzern aus Cupertino als erste Tech-Größe der Organisation Fair Labor Association (FLA) bei, welche sich weltweit für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt.

 

Mitarbeiter der FLA nehmen die geplanten Überprüfungen in China derzeit vor und gelangten bei einer ersten Einschätzung vergangene Woche zu einem überraschenden Ergebnis: Foxconn soll, so die Gutachter, bessere Arbeitsbedingungen aufweisen als in ähnlich gelagerten Fabriken in Asien üblich.

 

Das Ergebnis der Überprüfung fiel damit überraschend positiv aus. FLA-Präsident Auret van Heerden ließ verkünden, dass die Fabriken von Foxconn im Vergleich zu Textilherstellern in Asien, welche die Organisation normalerweise überwacht "erstklassig" wären. Die Arbeitsumgebung sei ruhig. Das Problem liege nicht in der Überarbeitung der Mitarbeiter, sondern vielmehr in der andauernden Monotonie des Arbeitsprozesses. Foxconn ist schon seit Jahren dafür bekannt, Arbeiter ähnlich Robotern einzusetzen und tayloristische Arbeitspraktiken anzuwenden. Der Nachrichtenagentur Bloomberg gegenüber hat Auret van Heerden zudem erklärt, dass es bei Foxconn eine "Unmenge an Problemen" gäbe.

 

Offenbar sollen Mitarbeiter nun wegen dieser Probleme besser entlohnt werden. Das Monatsgehalt zahlreicher Arbeiter soll, so Foxconn, auf rund 400 Dollar ansteigen. Auch die Zahl der geforderten Überstunden möchte der Hersteller reduzieren. Die Gehaltssteigerung soll rückwirkend zum 1.Februar 2012 in Kraft treten. Foxconn hatte in der Vergangenheit allerdings schon häufig Lohnerhöhungen und verbesserte Arbeitsbedingungen in Aussicht gestellt, sich aber nicht daran gehalten.

 

Li Qiang von "China Labor Watch" in New York fordert von den FLA-Kontrolleuren Angaben über die Zahl der Handgriffe, die Foxconn-Arbeiter pro Minute machen müssen, "damit jeder selbst urteilen kann, ob die Arbeitsintensität ein Problem ist". Laut ihm kündigen jedes Jahr 80 Prozent aller Foxconn-Arbeiter. Gleichzeitig bewerben sich aber jährlich unzählige Jobsuchende bei dem berüchtigten Hersteller, was auf die dramatische Lage am chinesischen Arbeitsmarkt für gering ausgebildete Arbeitskräfte hinweist. In anderen Fabriken seien die Sicherheitsvorkehrungen und Arbeitsbedingungen nämlich nicht unbedingt höher, die Lohnzahlungen allerdings weitaus unsicherer.

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