Apple: Missstände bei Foxconn sollen bald der Vergangenheit angehören
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Apple: Missstände bei Foxconn sollen bald der Vergangenheit angehören

 

Die aufgrund der massiven negativen Berichterstattung über die Arbeitsbedingungen beim wichtigsten Apple-Lieferanten Foxconn initiierte Inspektion, deckte über 50 Mängel auf. Foxconn hat vor, laut FLA, diese in Zusammenarbeit mit Apple auch zu beheben.

 

(30. 03. 2012; 12:00) Nachdem Anfang des Jahres erste Berichte über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferer Foxconn bekannt wurden, dauerte es eine Weile bis der in Cupertino ansässige Konzern auf die Vorwürfe reagierte. Im Februar wurde von Apple die FLA, Fair Laber Association, beauftragt Kontrollen in den Fabriken der Endmontage-Zulieferer, besonders bei Foxconn in Shenzen und Chengdu in China durchzuführen. Ersten Berichten zufolge sollen die Arbeitsbedingungen bei Foxconn besser als die in China übliche Norm sein, dennoch weist die Mängelliste der FLA über 50 Punkte auf.

Insgesamt wurden von der FLA drei Foxconn-Fabriken untersucht. Insgesamt wurden über 35. 000 Arbeiter interviewt. In allen drei Werken kommt es in der Regel zu 60 Arbeitsstunden pro Kopf pro Woche, statt der in China gesetzlich vorgeschriebenen 40 Stundenwoche. Um bestimmte Liefertermine einhalten zu können, wird die durchschnittliche Arbeitszeit nochmals erhöht. Überstunden wurden bislang nicht als solche ausbezahlt. Eher das Gegenteil war der Fall, denn Foxconn vergütete üblicherweise in abgeschlossenen 30-Minuten-Blöcken, das heißt: Auch wenn ein Arbeiter 28 Minuten länger gearbeit hat, bekam er diese nicht bezahlt, bei 57 Minuten wurde nur eine halbe Stunde gerechnet. Das Problem ist aber, dass die meisten Arbeiter freiwillig dieses Stundenpensum erfüllen, um mehr Geld zu verdienen, denn in den letzten Jahren sind die Lebenshaltungskosten in China massiv angestiegen.

Dennoch hat Foxconn zugesagt, bis Juli 2013 die Arbeitszeiten an die gesetzlich vorgeschriebenen anzupassen und auch die Löhne sollen erhöht werden. Derzeit verdient man als Arbeiter bei Foxconn durchschnittlich 240 Euro, inklusive Zuschlägen für Nachtarbeit und Überstunden.

Zudem kommen mangelhafte Sicherheits- und Gesundheitsschutzbedingungen. Bisweilen wurden bei Foxconn nur solche Zwischenfälle registriert, die auch zu einer Unterbrechung der Produktion geführt haben. Aufgezeichnet wurden keine "kleineren" Arbeitsunfälle, wie Verletzungen an der Hand oder Unfälle mit Fabrikfahrzeugen, sogar die Aluminiumstaub-Explosionen, bei denen es insgesamt 77 Verletzte gab, wurden nicht aufgezeichnet. Dennoch kann die FLA in diesem Fall Foxconn eine positive Entwicklung bescheinigen, denn im Laufe des Jahres wurden Maßnahmen gesetzt, um derlei Unfälle zu verhindern.

Neben Inspektionen der Werke Foxconns sollen auch weitere Apple-Zulieferer wie Quanta oder Pegatron kontrolliert werden. Der größte Zulieferer hat den Empfehlungen der FLA zugestimmt und will diese auch in Zusammenarbeit mit Apple umsetzen. Neben Apple zählen aber auch Amazon, Nintendo, HP, Samsung, IBM, Dell, Lenovo, Sony und Toshiba zu den Kunden Foxconns.

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