Aktienmarkt: Horrorjahr für RIM und Nokia
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Aktienmarkt: Horrorjahr für RIM und Nokia

 

Die europäische Finanz-und Schuldenkrise hatte einen sehr starken Einfluss auf die Märkte weltweit. Vor allem auch auf die Technologiebranche. Zu den größten Verlierern im Jahr 2011 gehören Nokia und RIM, die einen Trend verschlafen haben und sich nun in einer äußerst prekären Lage befinden. Apple zählt, was den Kursgewinn betrifft zu den Gewinnern, konnte aber, trotz explodierenden Umsätzen und Gewinnen, bei den Kursanstiegen nur den Platz 2 belegen. In diesem Metier besetzte IBM den ersten Platz.

 

(29.12.2011; 12:45) Zu den Gewinnern in der Tech-Branche zählten 2011 IBM, Apple und Intel.

 

IBM: + 25 Prozent bei Aktienwert

Im problematischen Börsenjahr konnte vor allem der Tech-Champion IBM punkten und mit einem Anstieg des Aktienwertes von 25 Prozent überraschen. Der hoch kapitalisierte Tech-Gigant bzw. "Big Blue" lieferte auch in unsicheren Zeiten Quartal für Quartal stabile Ergebnisse, was dazu führte, dass Anleger nun mit Aufschlägen von 25 Prozent belohnt werden. Im abgelaufenen Quartal war der Umsatz der Tech-Größe um 8 Prozent auf 26,2 Mrd. Dollar gestiegen. Insgesamt blieben dabei 9 Prozent Gewinn zurück.

 

Während Apple bei den Anlegern durch den Tod Steve Jobs in einer Vertrauenskrise steckt, konnte sich IBM über ein gigantisches Investment von 10 Mrd. Dollar der Anlagen-Legende Warren Buffet freuen – nicht nur wegen der eingenommenen Dollar ein Glückstreffer, sondern auch insbesondere hilfreich für das Image.

 

Zudem konnte IBM in diesem, für das Unternehmen hervorragenden Geschäftsjahr, einen alten Rivalen, nämlich Microsoft, überholen. Seit Herbst ist IBM mit 230 Mrd. Dollar mehr wert als das Tech-Urgestein. Apple stellt indes, mit einem Börsenwert von 370 Mrd. Dollar, immer noch unbestritten die Nummer eins dar.

 

Rekordjahr bei Apple: +24 Prozent

Der Apple-Konzern konnte im Todesjahr des Gründers Steve Jobs explodierende Gewinne verzeichnen. Insgesamt konnten 108 Mrd. Dollar Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschaftet werden, was einem Plus von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Ein in der Technologiebranche noch nie gesehener Umsatzsprung. Die Gewinne konnten um 85 Prozent gesteigert werden und betragen in diesem Jahr 26 Mrd. Dollar.

 

Trotz des enormen Wachstums im Rekordgeschäftsjahr wurde Apple lediglich mit einem Wertzuwachs von 24 Prozent bewertet. Warum sich der Aktienkurs nicht proportional zum Gewinnwachstum entwickelte bzw. nicht, zumindest wie im Vorjahr, um 50 Prozent zulegte, hat einen einfachen Grund: Der Tod von Steve Jobs führt dazu, dass zahlreiche Anleger Apple-Aktien mit einem Discount handeln.

 

Auch Intel konnte, was den Aktienwert betrifft, 16 Prozent zulegen. Das Konzernergebnis summierte sich auf 3,5 Milliarden Dollar.

 

Große Verlierer: Nokia (-52 Prozent) und RIM (-76 Prozent)

Die großen Verlierer des Jahres 2011 sind Nokia und RIM (Research in Motion). Nokia entwickelte sich vom einstigen Branchenführer zu einem der größten Verlierer des Tech-Bereichs. Eine Position, an die sich das Unternehmen scheinbar erst gewöhnen muss. Im Februar 2011 wurde vom neuen CEO, Stephen Elop, der von Microsoft kam, angekündigt, dass man in 2011 auf das Betriebssystem Windows Phone 7 setzten werde - eine Entscheidung mit gravierenden Folgen, wie sich heute zeigt.

 

Auch die Markteinführung des Lumia 800 lies zu lange auf sich warten und als es schlussendlich erhältlich war, trübten Software- und Akku-Probleme die Gemüter. Dieses Bild wird nun auch am Aktienmarkt reflektiert. Nokia verliert sowohl an Marktanteil als auch an Börsenwert. Zu Bestzeiten war die Nokia-Aktie 66 Euro wert, nun wird sie um traurige 3,50 Euro gehandelt. Insgesamt brach der Aktienkurs um 52 Prozent ein. Ein Ergebnis, dass den Konzern auch vor weiteren Fehlentscheidungen warnen sollte.

 

Noch Schlimmer erwischte es dieses Jahr Research in Motion. Nach Gerüchten über den Verkauf des Konzerns ist klar: 2011 war ein wahres Horrorjahr für den Blackberry-Hersteller. Die Aktie kollabierte geradezu mit einem Minus von 76 Prozent. Im Vorjahr wurde die Aktie um 58 Dollar gehandelt. Nun ist der Wert gerademal 14 Dollar gerutscht. Zwar möchte RIM im laufenden Quartal noch 11 Millionen Blackberrys verkaufen, Wachstum wird das Unternehmen aber voraussichtlich keines verzeichnen. Dies ist letztendlich aber erforderlich, um die Aktienkurse ansteigen zu lassen.

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