Facebook geht von 50 Millionen 'Fake-Nutzern' aus

Nach Schätzung des Unternehmens sind fünf bis sechs Prozent der 845 Millionen Nutzer des sozialen Netzwerks Fake-Profile.

 

(09.03.2012, 10:00) Nach einer vorsichtigen Schätzung des Unternehmens sind fünf bis sechs Prozent der Facebook-Seiten Fakeprofile, was bedeutet, dass sich Nutzer entweder doppelt eingetragen haben oder einen falschen Namen beziehungsweise eine falsche Identität benutzen. Grundsätzlich verstößt dies gegen die Facebook-Policy. Das Netzwerk erlaubt zwar die Verwendung von Spitznamen, sieht in den Regeln aber vor, dass die eigene Identität dargestellt werden muss.

 

Insgesamt sind also nach eigenen Angaben zwischen 42 und 50 Millionen der Facebook-Konten "gefaked", weshalb man - rechnet man diese unechten Profile weg - nur noch von etwa 800 Millionen aktiven Nutzern ausgehen kann.

 

Die Schätzungen wurden von Facebook im Rahmen einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) veröffentlicht. Beim Gang an die Börse ist es erforderlich, der SEC die Risiken des Geschäftsmodells aufzulisten. Darunter fanden sich auch die Zahlen der geschätzten fiktiven Personen, die bei Facebook angemeldet sind.

 

Die Zahl der Nutzer ist insbesondere für Investoren bedeutend. Je mehr Anwender das Netzwerk aktiv nutzen, umso leichter ist es, eine Vielzahl von Personen mit Werbeschaltungen zu erreichen. Mit 845 Millionen Nutzer ist Facebook ein wichtiges Werbemedium für die rasche Ansprache von Zielgruppen und diesbezüglich eine wahre Goldgrube.

 

Als weiteres Risiko wurde von Facebook die Patentstreitigkeit mit Yahoo genannt. Yahoo pocht auf die Einhaltung von Patenten und fordert von Facebook Zahlungen für die Nutzung von Schutzrechten aus den Bereichen „Anzeigen“, „Soziale Netzwerke“ und „Personalisierung“ sowie „Messaging“. Insgesamt sind bis zu 20 Patente zu Online-Technologien betroffen, deren Verletzung Yahoo dem beliebtesten Netzwerk vorwirft. Eine Patentklage wäre für Facebook ein Hindernis auf dem Weg an die Börse und könnte diesen auch verzögern. Es kam zwischen Yahoo und Facebook bereits zu mehreren Gesprächen, bei denen aber nicht viel erreicht werden konnte. Yahoo scheint, jüngsten Medienberichten zufolge, wegen dem unbefriedigenden Ergebnis der Verhandlungen nun schwerere Geschütze auffahren zu wollen und möchte den Social-Network-Konzern voraussichtlich klagen.

 

In dem Bericht an die SEC bestätigt Facebook zudem die Aufnahme eines acht Milliarden Dollar-Kredits, um Steuerverpflichtungen auf Aktienoptionen von Mitarbeitern nachzukommen.

 

Der Gang aufs Parkett soll zwischen April und Juni 2012 erfolgen. Zu den Banken, die den Börsengang begleiten, zählen Citigroup, Deutsche Bank, RBC Capital Markets und Wells Fargo. Auch die bekannten Finanzdienstleister Morgan Stanley und Goldman Sachs werden eine führende Rolle beim IPO (Initial Public Offering) einnehmen.

 

Telekom Presse Dr. Peter F. Mayer KG
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