Testbericht Samsung NX20 - gelungene Schwenk-Systemkamera mit WIFI
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Testbericht Samsung NX20 - gelungene Schwenk-Systemkamera mit WIFI

 
 

Die Samsung NX20 ist eine der drei neuen Systemkameras des koreanischen Herstellers, die mit WIFI-Integration und schwenkbarem Display kommt. Wir durften die innovative Kamera bereits jetzt ausführlich testen.

 

(26.06.2012, 11:30) Samsung präsentiert drei neue Systemkameras seiner neuen NX-Reihe. Dabei sind die NX210 und die NX1000 die kompakten, kleineren Varianten, die Samsung NX20 hingegen erinnert an eine Spiegelreflexkamera und kommt mit WLAN und schwenkbaren Display.

 

Wir durften das Gerät genauer unter die Lupe nehmen und waren begeistert: Der 20-Megapixel-Sensor lässt tolle Bilder schießen und die Wifi-Integration ermöglicht es, Fotos auch unterwegs und ohne Umweg über den Computer auf diverse Plattformen hochzuladen oder per E-Mail zu versenden.

 

Design

Die NX20 ist vom Design her der Vorgängerin NX11 sehr ähnlich und erinnert an eine kompakte DSLR. Der Rahmen besteht aus schwarzem Kunststoff, wirkt aber solide und robust. Rechts befindet sich ein Handgriff, der mit einer Gummibeschichtung guten Halt bietet. Rechts neben dem Display befindet sich zudem eine Ablage für den Daumen aus Gummi, die garantiert, dass die Kamera beim Fotosschießen sicher in der Hand liegt und nicht verrutscht.

 

Das bewegliche, ausklappbare 3-Zoll-OLED-Display unterstützt eine Auflösung von 640 mal 480 Pixel (614.400 Bildpunkte, PenTile-Matrix) und kann nach oben und unten gedreht werden. Vor allem bei der Aufnahme von Selbstportträts ist dies sehr hilfrreich. Die Anzeige ist gut lesbar, auch bei starkem Lichteinfall.

 

 

Auf der Oberseite des Handgriffs sitzt der Auslöser, der von einem Ein/Aus-Schalter umgeben ist. Dahinter befindet sich ein Einstellrädchen, das sich auch bei der einhändigen Bedienung noch gut mit dem Zeigefinger drehen lässt.

 

Darunter gibt es einen Button zum Konfigurieren der Belichtungsmessung und eine grüne Taste, die diverse Einstellungen wieder auf die Standardoptionen zurücksetzt. Daneben befindet sich ein Rad zum Wählen von Modulen.

 

Neben den üblichen PASM-Modi kann man auch einen Custom-Modus wählen, unter dem Anwender drei Blöcke benutzerspezifischer Einstellungen für bestimmte Aufnahmesituationen hinterlegen können. Zudem kann man hier zwischend den Modi „intelligente Automatik“ und „Videomodus“ wählen und auch der WLAN-Betrieb, die Szenenprogramme und der i-Function-Betrieb lassen sich hier finden.

 

Neben der Ablage für den Daumen befindet sich ein Button zum Starten der Videoaufnahme. Rechts neben der Daumenablage gibt es zwei Tasten für Belichtungskorrektur und Belichtungsspeicher. Darunter findet sich ein Einstellrad, mit dem man durch das Menü navigieren kann. Die NX20 misst 122 x 89,6 x 39,5 Millimeter und wiegt rund 350 Gramm.

 

Ausstattung und ISO

Samsung baute in die NX20 einen APS-C CMOS-Sensor ein, der Bilder effektiv mit 20,3 Megapixeln auflöst. Auch Videos können mit Full-HD aufgenommen werden. Die maximale Lichtempfindlichkeit hat Samsung von ISO 3.200, die noch bei dem Vorgängermodell gegeben war, auf ISO 12.800 erhöht. Das macht vor allem bei dunklen Motiven Sinn, erhöht aber auch das Bildrauschen.

 

Mit der Kamera mitgeliefert werden ein 18 bis 55 Millimeter Objektiv, ein Aufsteckblitz und eine RAW-Konverter-Software.

 

WLAN-Integration
Besonders spannend ist die WLAN-Integration, die mit der NX20 zum ersten Mal für eine Systemkamera gegeben ist. Mit der WLAN-Funktion avanciert die NX20 zur mobilen Datenstation. Aufnahmen können ohne Umweg über den Computer auf diverse Plattformen wie Facebook und Co. hochgeladen oder per E-Mail verschickt werden. Mit einer entsprechenden App kann man sogar das Smartphone mit der Kamera verknüpfen und dieses als Sucher und Fernauslöder für die NX20 nutzen.

 

Mit Samsung AllShare Play überträgt das Gerät somit Fotos und Videos auf kompatible Smartphones, PCs und sogar auf die herstellereigenen Smart-TVs oder schickt sie gleich auf Facebook. Auch die Kommunikation mit anderen WIFI-fähigen Geräten ist möglich, sofern diese über WiFi Direct funktionieren.

 

In der Praxis lässt sich die WIFI-Funktion gut nutzen, auch wenn sich Fotos auf Facebook nur auf die eigene Pinnwand hochladen lassen und man nicht bestimmte Alben oder Pinnwände von Freunden anwählen kann. Auch das Tippen mit Hilfe der Onscreen-Tastatur ist mangels eines Touchscreens recht mühsam.

Zu kaufen gibt es die NX20 seit Mai für rund 1.100 Euro. Auf
Geizhals findet man das Gerät aber bereits um rund 980 Euro , wobei man nur hoffen kann, dass sich der Straßenpreis bald nach unten bewegt.

 

Leistung

Die Samsung NX20 hat eine enorme Serienbildgeschwindigkeit und schafft nach Angaben des Herstellers bis zu acht Fotos pro Sekunde. Was aber nachteilig ist, ist die lange Dauer für das Schreiben von Fotos auf die Speicherkarte. Pro JPEG-Aufnahme muss man durchaus mit ein bis zwei Sekunden rechnen. So ist nach dem Schießen von Serienbildern mit einer 10- bis 20-sekündigen Pause zu rechnen, was ärgerlich ist, wenn man ein Motiv aufnehmen will, das sich bewegt.

 

Bild und Videoqualität

Die Samsung NX20 liefert eine exzellente Bild- und Videoqualität. Allerdings hat die Kamera quer durch den gesamten Empfindlichkeitsbereich Probleme mit sehr intensiven Farben. Mit dem RAW-Format lässt sich dieses Problem jedoch lösen.

 

Testbilder

 

Fazit

Zwar ist die Kamera ein wahrer Alleskönner und mit der WIFI-Ausstattung der perfekte Begleiter für Vielfotografierer, die ihre Aufnahmen rasch teilen wollen. Dennoch scheint der Preis sehr ambitioniert und stellt im Gegensatz zum Vorgängermodell, der NX11, die um rund 360 Euro zu haben ist, einen gewagten Sprung dar. Alles in allem ist das Gerät aber Anspruchsvollen, die bereit sind etwas mehr für eine gelungene Systemkamera zu zahlen, auf jeden Fall zu empfehlen.

 

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