Smart Home – Wie digital wollen wir wohnen und gibt es echten Nutzen?

Nest Thermostat Nest Thermostat
Beim Safer Internet Day 2017 veranstalten Das Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz und der Bitkom gemeinsam eine Konferenz zu Chancen und Risiken der digitalen Heimvernetzung.

(14.02.2017, 12:30) Leben Sie schon smart oder wohnen Sie noch? Diese Frage wird vielleicht in Zukunft häufiger gestellt werden, denn längst besteht das digitale Zuhause nicht mehr nur aus Computern, Smartphones und Fernsehern, sondern die Vernetzung von Alltagsgegenständen und die Automatisierung im häuslichen Umfeld sind viel stärker vorangeschritten. Heizung, Licht oder Musikanlagen, die durch Apps oder per Sprache gesteuert werden und Teppiche, die Stürze erkennen können.

Die Elektronikbranche investiert enorm in dieses neue Hoffnungsgebiet. Es gibt aber noch viele offene Fragen, wobei derzeit vor allem die Sicherheit noch weiten Raum für Verbesserungen bietet. Die jüngsten DDoS Angriffe im Internet wurden über Botnetze lanciert, die hauptsächlich aus IoT Geräten bestanden. Und Geräte im Smart Home möchte natürlich niemand gehackt haben.

Offen ist auch der Nutzen in vielen Fällen. Ein smarter Thermostat kostet schon mal 270 Euro, dazu noch die Kosten für die Installation. Eine automatisierte Absenkung der Temperatur, wenn man das Haus verlässt, kann bei einem gut isolierten Haus bestenfalls minimale Ersparnisse bringen. Ein kürzlicher Ausfall unserer Heizung bei erheblichen Minustemperaturen brachte in den 24 Stunden bis zum Eintreffen des Servicetechnikers keine merkbare Abkühlung.

Nest Learning Thermostat Dritte Generation

Fraglich ist weiter auch, ob man sich durch das smarte Home einen erheblich höheren Aufwand gegenüber dem konventionellen einhandelt. Installation, Einstellung, laufende Security Updates, Fehlerbehebungen können sich zu einem erheblichen Zeitbedarf summieren.

Chancen und Risiken der vernetzten Wohnwelt werden heute anlässlich des Safer Internet Day 2017 im Umweltforum Auferstehungskirche diskutiert. Die Veranstaltung, bei der rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei sind, wird gemeinsam vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und dem Digitalverband Bitkom e.V. durchgeführt.

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, macht auch einige kritische Bemerrkungen:

„Die digitale Vernetztheit im eigenen Zuhause bietet große Möglichkeiten für viele Lebensbereiche. Allerdings, wo große Chancen sind, bleiben auch Risiken. Wie sieht es mit dem Schutz meiner Privatsphäre aus? Werde ich im eigenen Haus - und damit im Kernbereich privater Lebensführung - gläsern? Entscheidend sollte sein: Jeder sollte Geräte und Systeme nach seinen eigenen Wünschen nutzen können. Es darf keinen Zwang zur Datenerzeugung geben. Weniger ist mehr - diesen Grundsatz sollten die Anbieter von vornherein berücksichtigen. Smart zu leben, bedeutet auch smart zu entscheiden. Dafür müssen Unternehmen Verbraucherinnen und Verbraucher transparent, kundenfreundlich und umfassend informieren. Deshalb ist es auch die Aufgabe der Politik technische Neuerung kritisch-konstruktiv zu begleiten und wenn nötig Regelungen zu treffen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die die missbräuchliche Nutzung von Daten verhindern.“

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder ergeht sich dagegen wie zu erwarten hauptsächlich in Lobbying:

„Smart-Home-Lösungen werden in deutschen Haushalten künftig so selbstverständlich sein wie Strom, Licht und fließendes Wasser. Im Smart Home sparen die Verbraucher Geld und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Sicherheit der Geräte und der Schutz der erhobenen Daten sind zentrale Voraussetzungen für den Erfolg des Smart Home. Die Anbieter sollten bestimmte Mindeststandards bei der Sicherheit einhalten. Dazu gehört die Auslieferung von Geräten mit individuellen Passwörtern, die Gewährleistung schneller Sicherheits-Updates bei Hacker-Angriffen oder die Verschlüsselung personenbezogener Daten. Darüber hinaus müssen die Verbraucher aber auch selbst einen Beitrag leisten und schon bei der Anschaffung von Smart-Home-Geräten bewusst auf Sicherheits-Features achten.“

Einer neuen Umfrage zufolge zeigt über die Hälfte (55%) der östeerreichischen Bevölkerung Interesse an internetbasierter Steuerung von Haushaltssystemen, etwa ein Viertel ist sogar sehr interessiert daran. In der Zukunftszielgruppe der Digitalen Individualisten, die für die Entwicklung bzw. Implementierung neuer Trends in der Bevölkerung maßgebliche Treiber sind, erweisen sich sogar fast zu drei Viertel als affin. Interessant ist, dass es im Gegensatz zu früheren technologischen Entwicklungen keine geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich des Interesses mehr gibt.

Besonderes stark ist das Interesse (über 40%) an Sicherheitsfeatures wie beispielsweise  an Alarmsystemen für zu Hause. Ein Viertel zeigt Interesse an der Steuerung der Beleuchtung. Auch Steuerung von Heizung, Klimaanlage oder Haushaltsgeräten stoßen ebenfalls bei einem Viertel auf positive Resonanz. 

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