Intel wird Internet-TV-Anbieter
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Intel wird Internet-TV-Anbieter

 
 

Der weltweit größte Chipshersteller Intel wird nach dem Ausstieg bei Google TV allein weitermachen und möchte darüber hinaus auch eigene Fernsehinhalte anbieten.

 

(13.03.2012, 16:45) Intel soll bereits seit Monaten mit verschiedenen Fernsehsendern über Rechte verhandeln und möchte Medienunternehmen von der Gründung eines "virtuellen Kabelnetzwerks" überzeugen. Damit sollen Kunden, vorläufig nur in den USA, über das Internet eine Vielzahl von Fernsehprogrammen empfangen können. Ähnlich wie bei einem Abonnement soll dabei das Programmangebot empfangen werden können. Damit möchte sich Intel nun als Fernsehanbieter versuchen, wobei auch eigene Set-Top-Boxen zum Einsatz kommen sollen, die den Empfang der Programme ermöglichen. Derzeit bietet das Unternehmen Chips für derartige Empfangsgeräte an. Nach den neuen Plänen soll Intel, so der Bericht, zwar hauseigene Set-Top-Boxen zur Verfügung stellen, Internet-Anschlüsse möchte das Unternehmen allerdings nicht anbieten.

 

Das Angebot soll bereits Ende 2012 auf den Markt kommen, obwohl sich die Verhandlungen dazu noch in einer sehr frühen Phase befinden. Es wird spekuliert, dass Intel wegen der hohen Preise, die Fernsehsender für die Lizenzierung ihrer Programmangebote verlangen, vorläufig ein nur kleines Programmpaket vorsehen wird. Der US-Fernsehmarkt wird nämlich von Kabelbetreibern, Satellitenfirmen und Telekom-Anbietern beherrscht, an welche Nutzungsgebühren zu bezahlen sind.

 

Auch Apple kann bisher nur einzelne Sendungen auf seiner iTunes-Plattform anbieten, da Verhandlungen mit den Fernsehsendern sehr zäh verlaufen sollen. Ein Deal mit der TV-Branche gilt aber als Schlüsselelement für einen möglichen Apple-Fernseher – und offenbar auch für die TV-Zukunft von Intel.

 

Google hat im TV-Bereich ebenfalls ambitionierte Pläne und möchte die US-Fernsehlandschaft verändern, indem die Videoplattform YouTube mit hunderten Themenkanälen aufgerüstet wird und über die Plattform Google TV Online-Inhalte mit klassischem Fernsehen verschmelzen sollen. Die erste Auflage der Google-TV-Geräte konnte aber keine großen Erfolge erzielen, was vor allem an einer umständlichen Bedienung und einem Mangel an attraktiven Inhalten gelegen hat.

 

Intel arbeitete mit Google gemeinsam an der ersten Generation der Google-TV-Set-Top-Boxen, bei denen noch die Intel Mediaprozessoren zum Einsatz kamen. Wegen des mäßigen Erfolgs zog sich Intel aber bald zurück. Noch immer werden von Intel aber Chips für diese Geräte, etwa für Iliad oder Comcast angeboten.

 

Intel-Konzernchef Paul Otellini arbeitet schon seit geraumer Zeit daran, dass der Konzern über die reine Chip-Produktion hinauswächst. Dafür setzte man auch auf Unterhaltungselektronik wie die "Viiv"-Plattform, welche zur Synchronisierung verschiedener Geräte dienen sollte. Allerdings konnten diese Bemühungen nur bescheidene Erfolge erzielen.

 

2011 wurde Erik Huggers General Manager der neuen Sparte Intel Media, bei der lange Zeit nicht klar war, für was genau sie zuständig ist. Es hieß, dass man Software für Fernseher entwickeln wolle. Im Sommer 2011 aber wurde in einer Präsentation erklärt, dass man bei Intel Media plant, mehr als Software und Chips anzubieten. Es scheint also so, als würde Intel nun nach dem Ausstieg bei Google selbst an einem eigenen Intel-TV-System arbeiten. Wie dies genau aussehen wird, bleibt abzuwarten.

 

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