Samsung ATIV Smart PC mit Windows 8 im Redaktionstest
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Samsung ATIV Smart PC mit Windows 8 im Redaktionstest

 
 

Auf dem ATIV Smart PC von Samsung läuft richtiges Windows. Er ist sowohl als Tablet als auch als Notebook einsetzbar. In beiden Fällen aber sind Kompromisse angesagt. Es ist mit T-Mobile Vertrag schon um 399 Euro ziemlich wohlfeil.

 

(30.12.2012, 18:40) Samsung war eine der ersten Firmen, die es geschafft haben Windows 8 auf einem Tablet Hybriden auszuliefern. Das 11,6 Zoll Gerät hat die klassische  Auflösung wie auf Notebooks von 1366 x 768 Pixel. Im Vergleich dazu - das iPad kommt auf 2048 x1536 und das von Samsung gefertigte Nexus 10 Tablet auf 2560 x 1600 Pixel. Dennoch ist am Smart PC natürlich wie auf einem gleich großem Notebook mehr von einer Webseite zu sehen als auf den Tablets mit nur 10 Zoll in der Diagonale.

Preislich liegt der ATIV Smart PC sehr günstig. Ohne Vertrag ist das Tablet um etwa 700 und die Tastatur um etwa 100 Euro erhältlich. Bei T-Mobile ist er mit Datenpaket schon um Euro 399 zu haben.

Was beim Smart PC schon beim ersten Angreifen auffällt, ist das hohe Gewicht. Es bringt immerhin 744 Gramm auf die Wage, gegenüber 650 des iPad und nur 603 des Nexus 10. Aber um es im Windows 7 Modus voll nutzen zu können, kommt man um die Tastatur nicht herum und dann zeigt die Wage bereits 1,41 Kilogramm an. Und damit sind bereits in der Größenordnung von Notebooks bzw Ultrabooks. Die Maße sind natürlich dem größeren 11,6 Zoll Display geschuldet: 30,4 cm x 18,8 cm x 0,99 cm (Tablet)/2,01 cm (inklusive Tastatur).

Design

Seit dem Galaxy 10.1 N hat Samsung eine ziemlich einheitliche Design Linie für Tablets gefunden, der auch der Smart PC folgt. Charakteristisch dafür sind die nach vorne gerichteten Lautsprecher auf den beiden kurzen Seiten, sowie die silberfarbige Umrahmung. Hier die Lautsprecher vom ATIC Smart PC unten und dem Nexus 10 oben:

Die Rückseite besteht aus Plastik und erinnert in Farbgebung und Textur an das Galaxy Note 2. Rechts unten kann man einen Stift herausziehen, für den es auch wie beim Galaxy Note 10.1 und Galaxy Note 2 eigene Apps gibt.

Auch die Formensprache folgt weitgehend den neueren Modellen bei Smartphones und Tablets, wobei hier das Note 10.1 Tablet und Note 2 Smartphone die Vorreiter waren. Die Home Taste unterhalb des Displays trägt natürlich das Windows Zeichen.

Hardware

Angetrieben wird der Smart PC von einem Intel Atom Z2760 mit Graphics Media Accelerator. An Bord sind 2 GB RAM sowie 64 oder 128 GB Speicher. Der Akku hat 30 Wh und soll für 10 Stunden Video Playback gut sein.  Aber hier zeigt sich wieder das Problem von Intels Prozessoren. Ich habe keine Ahnung was man tun muss um auch nur annähernd mit irgendetwas auf eine Betriebszeit von 10 Stunden zu kommen. Etwas um die 7 Stunden ist dagegen realistisch, bei Verwendung von UMTS aber weniger.

Die Performance entspricht in etwa der eines Netbooks. Ein Fenster größer ziehen passiert in Sprüngen von 1 cm, Videos laufen ruckelnd.  In der Kacheloberfläche läuft es dagegen recht ruckfrei. Apps starten in rund zwei Sekunden. Der Lagesensor lässt sich mit dem Drehen des Bildinhaltes allerdings etwas Zeit.

Doch auch Apps wie Angry Birds Star Wars oder Reckless Racing Ultimate fühlen sich zäh an oder ruckeln sichtbar, wenn viele Gegner unterwegs sind. Dabei sind diese Spiele grafisch nicht wirklich aufwändig.

Die Connectivity ist mit 4G/LTE, HSPA+ und WiFi 802.11 abgn bestens ausgestattet, obwohl die LTE Version bei uns (noch) nicht verfügbar ist.

Die Tastatur bietet ausgezeichnetes Feedback und man kann damit wirklich schnell schreiben. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Touchpad. Die Maustasten werden durch links unten bzw. rechts unten Drücken simuliert. Unangenehm ist, dass durch Wischen von links oder rechts die gleichen Effekte ausgelöst werden wie durch Wischen auf dem Bildschirm. Ich bin dadurch wiederholt in der Kacheloberfläche gelandet ohne es zu wollen.

Das Tablet ist mit 2 Kameras ausgestattet - vorne 2,1 MPx und als Hauptkamera mit LED Blitz eine 8 MPx Kamera. Im Kameramodus kann man nur im 4:3 Format aufnehmen, 1080p Videos auch im 16:9 Format. Die Kamera App enthält praktisch keine Einstellmöglichkeiten - aber mit dem riesigen Tablet fotografieren zu gehen ist sowieso mehr als unwahrscheinlich.

Bildschirm

Das 11.6“ HD Display (1366x768) liefert brillante Bilder dank des superhellen, kontrastreichen SuperBright LED Displays mit einer Lichtstärke von 400cd/m2 (nit). Die große Diagonale und die HD Auflösung geben aber keine hohe Punktedichte, sie entspricht der des iPad 2. Dadurch wirken Menüschriften etwas pixelig, was zum Beispiel in der Charms Bar von Windows 8 auffällt. Die Helligkeit ist gut, der Kontrast ebenfalls. Allerdings ist das Display nicht so blickwinkelstabil, wie man es bei aktuellen Tablets gewohnt ist: Farben verblassen etwas bei seitlicher Draufsicht und selbst bei idealem Blickwinkel würde man sie sich kräftiger wünschen. Zudem stören die Reflexionen auf der spiegelnden Bildschirmoberfläche.

Viele Anschlüsse

Die Ähnlichkeit zum Netbook wird bei den Anschlüssen deutlich: Anders als bei den meisten Tablets können an die USB-Buchse des ATIV Smart PC ohne Probleme eine externe Festplatte, eine Kamera oder einen Drucker angeschlossen werden. Die meisten Peripheriegeräte werden wie bei Windows gewohnt automatisch erkannt. Per Micro-HDMI lässt sich ein externer Monitor anschließen, der Speicher per microSD-Karte erweitern. Das wird auch bei 64 GB Speicher bald notwendig, denn Windows frisst den Speicher regelrecht. Samsung hat daher die Recovery-Partition verkleinert.

Installation

Die Installation des Tablets gestaltet sich eher zu einem mühsamen Marathon. EBei mir wurden 63 Updates, Treiber und Zusätze geladen - davon 25 am Desktop, 12 aus dem Store und 26 in der Kacheloberfläche. Das machte insgesamt 5 Neustarts nötig und dehnte die Zeit trotz superschnellen Glasfaseranschluss mit 100 Mbps im Download auf insgesamt vier Stunden aus, bevor der Smart PC einsatzbereit war. Einen Tag nach dem Aufsetzen kam wieder eine unbekannte Zahl an Updates samt Neustart dazu.

Software

Windows 8 hat die bekannten Probleme des hybriden Betriebssystems, bei der man mit zwei unterschiedlichen User Interfaces zurechtkommen muss. Ein Wechsel zwischen den beiden Oberflächen ist oft unvermeidbar. Öffnen eines Fotos im Explorer verpflanzt dich in die Kachel-Foto-App und du verliertst sofort die Orientierung. Zurückzugehen kostet wieder Zeit, wie so vieles andere. Wobei - rechter Mausklick und 'Öffnen mit' lässt dich wieder den gewohnten Standard der Windows Fotoanzeige einstellen.

Die Bedienung der Kacheloberfläche unterscheidet sich auch stark von Windows Phone 8. Kachel vom Startschirm entfernen funktioniert zum Beispiel ganz unterschiedlich in Windows 8 und Windows Phone 8.

Manchmal treibt Microsoft auch das Kachel Paradigma absurd weit. Hier ein Beispiel aus der Suche in Bing versus der Google Such-App, die man sich aus dem Store laden kann.

 

Hier wurden die Kacheln und die waagrechte Orientierung (weitere Resultate erhält man durch Wischen nach links!) schon zur Glaubensfrage. Aber zum Glück gibt es die Google App, die Suchresultate in ergonomischer Weise anzeigt.

Etwas überrascht war ich, dass sich nach der Fertigstellung der Installation der Skydrive von meinem Notebook den kompletten Inhalt des Ordners "Eigene Bilder" gekrallt und in Microsofts Cloud gespeichert hat ohne mich zu informieren oder gar zu fragen. Durch die Nutzung von Windows Phone 8 passierte das jedenfalls nicht.

Ich habe mir auch versuchsweise Office 2013 heruntergeladen. Aber schon die Startschirme von Word und Excel sehen erschreckend kompliziert aus:

Etwas überrascht war ich über zwei Kacheln mit der Aufschrift "Telemetriedashboard für Office 2013" und "Telemetrieprotokoll für Office 2013". Ich dachte bisher Telemetriedashboards wären nur in der Formel 1 nützlich. Bei einem Tipp auf die Telemetrieprotokoll Kachel erhielt ich folgende eher kryptische Information:

Jedenfalls habe ich mir dann einfach Open Office geladen und die Dropbox sowie SugarSync statt SkyDrive verwendet.

Fazit

Samsung hat es den Spagat zwischen Tablet und Notebook optimal geschafft. Aber es erreicht natürlich in keiner Kategorie die Top Performer in ihrer Klasse. Das Hybridsystem ist auch das einzige, bei dem die Verwendung von Windows 8 Sinn macht, denn man hat sozusagen ein Betriebssystem für den Tabletmodus und eines für den Notebook Modus - samt der vielen Nachteile von Windows 8. Schön wäre es allerdings, wenn man verhindern könnte, dass man häufig ungewollt aus dem Desktop zu den Kacheln und umgekehrt wechselt.

Braucht man sowohl Tablet als auch Notebook ist der ATIV Smart PC eine kostengünstige Alternative, insbesondere wenn man ihn von T-Mobile um 399 Euro erwirbt.

Hier noch der Vergleich Nexus 10 mit dem Ativ Smart PC als Tablet.

 

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Reaktionen auf diesen Artikel



Ich, 13.11.2013
...
In dem Text wird wirklich sehr gut deutlich, dass der Verfasser keine Ahnung hat wovon er redet aber davon reichlich.
Musste mich schon fast davon abhalten bei den Texten zu Akkulaufzeit und Windows 8 lauthals loszulachen.
Die eigentlichen Funktionen, die dieses Gerät auch noch 1 Jahr nach erscheinen sehr attraktiv machen (der Digitizer) wurden dagegen völlig außer Acht gelassen.


Analytiker, 30.12.2012
Windows 8 Metroprobleme
Richtig, gegen die Kacheln hat ja niemand etwas. Nur der ungewollte Wechsel vom Desktop in die Kacheloberfläche stört den gesamten Denkworkflow.
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