Microsoft Surface Pro 3 - neuer Tablet/Notebook Hybride im Redaktionstest

Microsofts neuester Tablet/Notebook Spross ist zwar deutlich gegenüber den Vorgängern verbessert, man begegnet aber doch auf Schritt und Tritt Kompromissen. und der Preis ist richtig heftig.

(08.09.2014, 14:50) Das Surface Pro 3 ist Microsofts dritter Versuch mit eigener Hardware im Markt für Tablets und Notebooks Fuß zu fassen. Im Microsoft Store wird für das Surface Pro 3 vollmundig versprochen: "Das Tablet, das Ihren Laptop ersetzen kann."

Diesem Versprechen wollten wir auf den Grund gehen und haben nun eine Woche lang das Surface Pro 3 getestet und zwar in der Core i5 Version mit 4 GB RAM und 128 GB Speicher. Mit Tastatur hat man dafür bei Microsoft 1130 Euro auf den Tisch zu legen.

Größer, leichter und dünner

Die dritte Version des Surface Pro kommt mit einem deutlich größerem Display von 12 Zoll mit einer sehr guten Auflösung von 2160 x 1440 Pixel, was ein Seitenverhältnis von 3:2 ergibt. Mit 9,1 mm ist es deutlich dünner als sein Vorgänger und mit knapp 800 Gramm auch etwas leichter geworden.

Die Rückseite ist aus einer Magnesium Legierung gefertigt, die aber sehr leicht verschmutzt. Es ist seitlich abgeschrägt und mit Schlitzen für die Kühlung versehen. Ob das Design gelungen ist oder nicht, darüber können die Meinungen wohl weit auseinander gehen.

Display

Das Display ist unter normalen Raumbedingungen gut lesbar, im Freien und in der Sonne aber schon weniger. Auch spiegelt es stark, was je nach betrachteten Inhalt ziemlich stören kann.

Das Surface Pro 3 muss sich auch dem Vergleich mit der Konkurrenz stellen und hier vor allem mit dem iPad und dem Samsung Galaxy Note Pro 12.2. Diese sind beide leichter und billiger, obwohl das Note Pro um 0,2 Zoll größer ist. Auch beim Design punktet die Konkurrenz ganz deutlich.

Bleiben wir gleich beim Seitenverhältnis. Microsoft hat dies auf 3:2 geändert, um es im Hochformat und als Tablet besser nutzen zu können. Viel wird damit nicht gewonnen, denn es ist im Vergleich zu dem 4:3 Verhältnis des iPad noch immer zu länglich und mit seinen 800 Gramm viel zu schwer um es länger in der Hand halten zu können.

Nutzt man das Surface als Notebook Ersatz, so ist ebenfalls das Seitenverhältnis von 3:2 etwas ungünstig, da nicht so wie bei 16:9 oder 16:10 zwei Webseiten oder Dokumente nebeneinander ohne Überlappungen dargestellt werden können.

Das Display reagiert auf Touch Eingaben nicht so gut, wie wir das vom iPad oder den Android Tablets gewohnt sind. Manchmal ist mehrmaliges Antippen nötig, bevor eine Reaktion zu erreichen ist.

Hardware Ausstattung

Das Surface Pro 3 ist wahlweise mit dem Core i3, i5 oder i7 zu haben. Mit dem in unserem Testgerät verbauten i5 und 4 GB RAM bietet es eine halbwegs ansprechende Performance. Wer mit etwa 90 GB Speicher netto auskommt, zahlt dafür 1130 Euro. Wer mehr Speicher braucht muss entsprechend tiefer in die Tasche greifen, bei 512 GB summiert es sich dann auf satte 2080 Euro.

An Connectivity ist lediglich Wlan nach allen Standards zu haben, LTE fehlt unverständlicherweise, was die Nutzungsmöglichkeit als Tablet weiter einschränkt. Leider reduziert Microsoft auch die Zahl der USB Steckplätze auf einen einzigen.

Das Surface Pro 3 ist mit zwei 5 Mpx Kameras ausgestattet, wobei die hintere wohl nur höchst selten Verwendung finden wird, die vordere dagegen für Videocalls via Skype oder Hangouts aber durchaus willkommen ist.

Gute Tastatur und Stift

Stark verbessert zeigt sich das Type-Cover. Es kann in zwei Stellungen verwendet werden. Die Tasten sind beleuchtet und geben ein wirklich gutes Feedback beim Schreiben. Das Trackpad reagiert präzise und ist ausreichend groß.

Dennoch - die nächste Stufe sind die Keyboards, die Logitech für iPads und Android Tablets macht und fast alle Notebooks haben eine Tastatur, die nochmals um eine Klasse besser sind.

Mit dabei ist auch ein Stift, der aber nicht für die Bedienung des Touchscreens geeignet ist, wie etwa der S Pen von Samsungs Note Smartphones und Tablets. (Warum eigentlich nicht?) Ein Klick auf den Drücker am Ende öffnet OneNote, wer immer das auch benutzen mag. Der Stift findet keinen Platz im Gehäuse, nur am TypeCover ist eine Schlaufe angeklebt, in die man den Stift einstecken kann. Die Verklebung löst sich allerdings bereits unter dem Gewicht des Stiftes.

Problem Akku

Wie bei nahezu allen mobilen Geräten befriedigt auch hier der Akku nicht. Die Laufzeit wird beim i5 mit "bis zu 9 Stunden" angegeben. Je nach Verwendung ist sie aber deutlich weniger, bei der für mich üblichen Nutzung nur etwa in der Gegend von 6 Stunden oder kürzer, weniger jedenfalls als beim iPad Air oder beim Galaxy Note Pro 12.2.

Wahrscheinlich war die schwache Akkulaufzeit einer der Gründe, warum Microsoft auf mobiles Internet gleich gänzlich verzichtet hat, da davon der Akku noch stärker belastet wird.

Problemzone Windows 8.1

Natürlich ist auf dem Surface Pro 3 das neueste Windows installiert und es kommen laufend neue Updates. Die Bedienung ist noch immer sehr mühsam, was ja mittlerweile auch Microsoft anerkennt und mit der nächsten Version Windows 9 Abhilfe in Aussicht stellt.

Der nervige und häufig nicht vorhersehbare Wechsel zwischen der Kacheloberfläche und dem Desktop ist auf dem ohnehin etwas schwieriger zu bedienenden Surface besonders lästig. Das und die noch immer sehr magere Auswahl an Apps (es gibt praktisch keinen guten Browser für die Kacheloberfläche) macht auch die Verwendung als Tablet nahezu unmöglich.

Fazit

Microsoft musste bei dem Unterfangen Tablet und Notebook in ein Gerät zu zwingen eine ganze Reihe von Kompromissen eingehen. Trotz des veränderten Seitenverhältnisses von 3:2 ist es als Tablet so gut wie nicht verwendbar. Dazu ist es zu schwer, zu lang und hat keine geeignete Software.

Als Laptop Ersatz kann es nur eingeschränkt angesehen werden. Hier wäre wieder ein Seitenverhältnis von 16:9 (oder 16:10) weit geeigneter, es stört die Kacheloberfläche und das Paket mit der Tastatur ist einfach zu wackelig für länger dauernde Arbeit.

Dazu kommt der Preis von je nach Modell 930, 1130, 1430, 1680 bzw 2080 Euro inklusive Tastatur, der durchaus als heftig zu bezeichnen ist. Für das Geld erhält man Tablet und Notebook, egal ob mit iOS oder Android und Windows oder OSX, die leistungsfähiger und besser bedienbar sind.

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Reaktionen auf diesen Artikel


André, 09.09.2014
Komisch
Jetzt habe ich doch gerade bei der Stuttgarter Zeitung das komplette Gegenteil gelesen.
Und ich besitze ein Surface Pro 3 mit 8 GB RAM und das teil ist sehr schnell und hat eine
Super Performance. Kann nichts nachvollziehen was in diesem Artikel beschrieben wird. Und wer das Surface Pro 3 mit eine Samsung oder Apple Tablet vergleicht hat nichts verstanden.

Antworten


Leo, 09.09.2014
Omg
Ich könnte mich eigentlich nicht erinnern, jemals einen schlechteren, unobjektiveren Test gelesen zu haben. Hier wird mit Dingen, die fernab jeglicher Realität sind, nur so umsich geworfen. In so gut wie jedem anderen Testbericht wird das Surface 3 Pro sehr gelobt, als vollwertiger Notebook-Ersatz bezeichnet, und nur die Akkulaufzeit wird kritisiert. Und wie genau soll man das SP 3 mit Spielzeugen wie dem Ipad oder dem Galaxy Note vergleichen können?

Antworten


Tim, 14.09.2014
Typisch Hr. Mayer
Liebe Leute, alle Berichte die vom Herrn Mayer erstattet werden, schauen so aus. Zumindest wenn es um Microsoft und dessen Produkte geht. Er ist einer der wenigen die ausnahmslos alle Produkte Microsofts schlecht reden. Bin mir sicher dass er schon lange nicht mehr ernst genommen wird. ;)

Antworten


Sabine, 16.09.2014
Surface Pro 3 genial - Kritik nicht nachvollziehbar
Ich besitze ein Surface Pro 3 mit Core i5, 8 Gb Ram und 256 GB Festplatte und bin restlos begeistert von den Gerät.

Die Kritik hier ist nicht nachvollziehbar. Und wie kann man dieses Tablet mit einem Ipad oder Tablets mit Android vergleichen? Die sind zum Surfen, Mails schreiben und Spielen geeignet aber nicht zum Arbeiten. Sinnvoll wäre wenn dann ein Vergleich mit dem neuen Notebook Yoga von Lenovo, ein Convertible. Hier kann man aber die Tastatur nur umklappen und nicht abnehmen und es ist viel schwerer.

Ich kann das Surface sehr bequem als Tablet nutzen. Windows 8.1 ist da überhaupt kein Hindernis und auch für Touchbedienung ist es wunderbar. Es gibt im Store mittlerweile die wichtigsten Apps und es werden immer mehr.

Im Gegensatz zu Android- Tablets und dem Ipad erhält man mit Windows 8.1 ein vollwertiges Betriebssystem. Man kann sowohl herkömmliche Desktopprogramme (z.B auch Libre Office als kostenlosen Ersatz für das Microsoft Office) für Windows installieren als auch Apps. Damit kann man das Gerät vollwertig zum Arbeiten nutzen.

Die Magnettastatur ist genial. Z.B. hatte ich eben noch das Surface 3 zum Surfen ohne Tastatur verwendet. Um diesen Kommentar zu schreiben habe ich nun in Sekunden die Tastatur angeklickt.

Was nicht in jedem Test steht: Das Surface deckt den RGB Farbraum fast ganz ab. Es ist bereits von Werk aus sehr gut kalibriert. Mit den IPS-Display ist es wirklich möglich seine Digitalfotos farbgetreu und unabhängig vom Blickwinkel anzuschauen. Da können die meisten Notebooks geschweige denn Tablets nicht mithalten. So ist es tatsächlich möglich bereits im Urlaub Digitalbilder auszusortieren oder sogar mit Photoshop oder anderen Software zu bearbeiten. Im Ausgansgzustand haben die Bilder einen minimalen grünen Touch. Das lässt sich aber sicher mit einer Kalibrierung beheben. Doch auch ohne die ist die Farbfotodarstellung besser als auf den meisten Geräten.

Ich habe mir eine
matte Folie von Slabo für wenige Euros dazu gekauft. Damit ist mein Display geschützt und gleichzeitig habe ich eine weniger spiegelnde Oberfläche. Aber auch ohne diese Folie gefällt mir die Brillanz des spiegelnden Displays. Die meisten Tablets haben ein spiegelndes Tablet. Die sind alle in der Sonne nicht zu gebrauchen

Sowohl die Stifteingabe mit dem Digitizer als auch die handschriftliche Eingabe mit dem Stift in das Notizbuch von Mircrosoft mit nur einen Knopfdruck funktioniert hervorragend.

Ein USB 3.0- Anschluss ist zu wenig. Aber das lässt sich mit dem Kauf eines kostengünstigen USB 3.0 Hubs erweitern.Da kann man sich dann auch die überteuerte Dockingstation sparen.

LTE fehlt. Aber wo ist da das Problem? Die heutigen Handys können heute alle als WLAN-Hotspot agieren und damit kann das Surface auch unterwegs problemlos mit den Internet verbunden werden.. Hätte das Surface LTE und einen eigenen Slot für eine Simkarte, würde das ja nur nutzen wenn man bereit ist extra Gebühren für eine separate Simkarte im Gerät auszugeben.

Das Surface ist sehr teuer. Ich würde es mir auch günstiger wünschen. Aber meiner Meinung gibt es derzeit nichts Vergleichbares auf den Markt.

Wer ein Tablet will, dass er auch zum Arbeiten nutzen kann und mit guter Fotodarstellung, dem kann ich das Surface 3 pro mit Tastaturcover nur ans Herz legen.

Antworten


GuruGuru, 16.09.2014
Wen interessiert das noch?
Fakt ist, dass kaum jemand diese Surface Dinger kauft. Das wird ja wohl einen Grund haben.

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