Open-Source Sicherheitsplattform für DRM- Transparenz

Die Software Turaya soll deutsche IT-Industrie unabhängiger von Monopolisten machen und Trusted Computing unterstützen.

(Gelsenkirchen, 21.06.2006) Eine Open-Source-Sicherheitsplattform wird mit den neu veröffentlichten "Turaya Crypt" und "Turaya VPN" geplant. Diese sollen Trusted Computing unterstützen, laut "pte". Das Konsortium European Multilaterally Secure Computing Base, EMSCB, hat hierfür die Quellcodes der ersten Piloten bekanntgegeben.

Wie die EMSCB-Sprecherin Sabine Faltmann meint, genieße Trusted Computing im Schatten von DRM einen umstrittenen Ruf. Konsumenten müssten jedoch erst Vertrauen in das DRM Rechtemanagement gewinnen. Mit Turaya soll, laut Unternehmen, die Transparenz dazu geschaffen werden.

Zielsetzung
Das Programm soll der Industrie eine standardisierte Basis und eine größere Unabhängigkeit von Monopolisten bieten. Unterstützt wurde die Entwicklung vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Die Software soll die Ausführung sicherer Applikationen neben einem unsicheren Betriebssystem ermöglich. Das Ziel wäre, laut Entwicklern, eine offene Sicherheitsarchitektur, die zu bereits bestehenden Betriebssystemen kompatibel ist, gleichzeitig aber deren Gefahren ausschaltet. Diese Architektur soll eine Grundlage für die Realisierung sicherheitskritischer Anwendungen schaffen, und damit der Industrie eine standardisierte Technologie für die Entwicklung neuer Produkte für PC- und Server-basierte Plattformen, Embedded Systems und mobile Endgeräte bieten.

Authentifizierung
Mit Trusted-Computing-Funktionalitäten sollen neben bereits bekannten Authentifizierungen von Anwendern ebenso Plattformen authentifiziert werden können. Wichtige Daten und Schlüssel sollten dabei außerhalb des unsicheren Betriebssystems gelagert und eingesetzt werden. Die Chancen von Viren, Würmern und Trojanern sollen somit eingeschränkt oder sogar verhindert werden.

Weiters sollen über eine Virtualisierungsschicht Prozesse voneinander getrennt werden können. Beispielsweise soll ein unsicheres Betriebssystem neben sicheren Applikationen oder abgesicherten Betriebssystemen ausgeführt werden können.

Die Grundlage der Sicherheitsplattform ist ein L4-Microkern. Die ersten Turaya-Umsetzungen sollen momentan von Linux als auf dem Sicherheitskern eingesetztes Betriebssystem genutzt werden. Ein CD-Image mit Turaya Crypt, Festplattenverschlüsselung, und Turaya VPN, sicheres VPN-Modul, werden als Download angeboten. Windows-Versionen sollen ab 2007 erhältlich sein.


(sc)


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