US-Kongress in Second World

Der Avatar eines US-Abgeordneten will in der virtuellen Welt das Interesse für Politik wecken.

(Wien, 8.1.2007) Nach zahlreichen Unternehmen, Medien und prominenten Mitbürgern, zieht nun auch die Politik in Second Life ein. In der Spielwelt gibt es seit einigen Tagen eine virtuelle Version des US-Kongresses.

Echter demokratischer Abgeordneter
Laut "Spiegel Online" lauschten ein paar Avatare dem ersten virtuellen Second Life-Auftritt eines echten Abgeordneten. George Miller, ein demokratische Abgeordneter hat sich von einer Marketingagentur einen Avatar bauen lassen, mit grauem Abgeordneten-Anzug, weißem Schnurrbart und Brille. Das nachgebaute Capitol ist hingegen eher skizzenhaft.

Virtuelle Politik
Miller ist nicht der erste Politiker der eine Auftritt in der virtuellen Spielwelt hat, bereits letztes Jahr gab Mark Warner, ein ehemaliger Gouverneur aus Virginia und Präsidentschaftsanwärter, hier ein Interview. Interessant wird es gewiss bei der nächsten Wahlen, denn Second Life gibt ein interessantes, immer populär werdendes Forum, welches einige nutzen werden - vielleicht auch hier in Europa. Die virtuelle Welt wird bereits mit großer Begeisterung von Unternehmen, Medienkonzernen und Künstlern frequentiert. 


(os)


Reaktionen auf diesen Artikel

Virtuelle und reale Welt verschmelzen
Auszug aus meinem neuen Buch "Digital Natives & Digital Immigrants". Erscheint im 1. Quartal 2007 im Studienverlag:

Schlaf ist ein Teil des Lebens und ein wichtiger Teil des Wohnens. Schlafentzug führt zum Tod. Tiere schlafen generell länger als Menschen. Aber auch junge Menschen schlafen anders als alte.
Digital Natives träumen weniger als Immigrants. Kinder träumen meist noch gar nicht. Für sie genügt die Leere zur Erholung. Im fortgeschrittenen Kindesalter nimmt die Bewältigung von Lebensereignissen im Traum zu. Digital Natives haben den höchsten Bewältigungsgrad ihres Lebens im Traum. Unbewältigtes muss noch im Schlaf aufgearbeitet werden. Das entfällt mit zunehmendem Alter und Digital Immigrants haben weniger Bedarf. „Im Alter hat die Gattung wiederum über das Individuum den Sieg davongetragen. Freiheit ist in allgemeine Lebenszusammenhänge endgültig und unüberwindbar fixiert; der konfrontierende Raum hat seine Funktion verloren, es gibt keine neune Verwirklichungsmöglichkeiten von Freiheit mehr; obwohl die Organe müder und der Leib schlaffer geworden ist, brauch das Alter wenig Schlaf. Greise träumen wenig und wenn sie träumen wiederholen sich oft sehr fixierte Bilder; der alte Mann Hemingways träumte immer von der Küste Afrikas und dem munteren Spiel junger Löwen; der Traum gibt ihm immer wieder Ruhe und Zufriedenheit.“
Der Weg zwischen Traum und Wirklichkeit wird durch die virtuelle Welt des Internets kleiner. www.secondlife.com führt seine Benutzer in eine Traumwelt. Anfang 2007 lebten bereits 2,5 Millionen Menschen zeitweise in dieser virtuellen Traumwelt. Manche verbringen bereits mehr Zeit in dieser unrealen Welt, als an ihrem Arbeitsplatz. Man tritt ein, wie in ein fremdes Land und bekommt einen eigenen Körper zugewiesen. Einen virtuellen Körper. Manche Teilnehmer verändern auch ihr Geschlecht. Mit einem schnellen Internetanschluss, einem schnellen Computer und einer hochwertigen Grafikkarte kann man in die neue Welt eintreten. Man wählt sich einen Namen. Dieser kann ebenfalls der Fantasiewelt angepasst sein. Mit seinem virtuellen neuen Körper „Avatar“ fällt man in die neue Welt. Zu Beginn ist man als Newcomer ausgewiesen und muss erst den Umgang und die Bewegungen in dieser dreidimensionalen Welt lernen. Mit dem Cursor bewegt man seinen zweiten Körper durch das Second Life. Die Welt hat auch einen Namen: „Svarga“.

„Svarga liegt in einer virtuellen Computerwelt namens »Second Life«. Vor sechs Jahren wurde sie von der kalifornischen Firma Linden Lab erschaffen, und seit sich die Sache mit den blühenden Landschaften herumsprach, ist die Zahl der Siedler nach Angaben der Firma auf 2,3 Millionen emporgeschnellt. Wöchentlich melden sich rund 100.000 neue Mitglieder an. Amerikaner, Deutsche, Niederländer, Japaner fast alle Nationalitäten treffen sich dort. Was sie zu sehen bekommen, ist bemerkenswert detailgetreu. Blätter rascheln im Wind. Sonnenlicht spiegelt sich im Wasser. Schon schießen Städte aus Glas und Stahl in die Höhe. Und all das besteht aus Bits und Bytes.“

Die virtuelle Welt wird immer realer. Es gibt echte Wirtschaftsabläufe, eine eigene Währung, die auch in reale zurückgetauscht werden kann. Anfang 2007 wurde pro Tag eine Million Dollar ausgegeben. Über 10.000 Teilnehmer sind gleichzeitig in dieser unrealen Welt unterwegs. Ihre Population wächst täglich. Reale Unternehmen wie Amazon und Sony eröffneten Geschäfte in Secondlife. 14.000 Geschäfte sind bereits aktiv. Erste Menschen werden im neuen „Land“ reich. Ein erster beweis, dass virtuelle und reale Welt zusammenwächst. Nicht mehr Science Fiction bleibt.
  Johann Günther - 2007-01-13
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