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Der Suchmaschinenbetreiber hat sein in den USA umstrittenes Projekt zur online Suche in digitalisierten Büchern nun auch für Europa gestartet.
(Wien, 18.10.2005) Google will die Suche in Büchern genau so einfach machen, wie die Suche von Webseiten. Dazu hat der Suchmaschinenbetreiber nun sein in den USA unter Verlegern und Autoren umstrittenes Projekt Google Print für Europa freigeschaltet. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse, die am 19. Oktober ihre Pforten öffnet. Da das Unternehmen an der Technologie noch feilen muss, ist vorerst eine Beta-Version online.
Zusammenarbeit mit Verlagen und Bibliotheken In den USA musste das Projekt unter heftigen Protesten von Verlagen und Copyright-Inhabern vorübergehend eingestellt werden, da Google teilweise auch geschützte Inhalte scannen wollte. Die Suchmaschine hatte daraufhin angekündigt, den Verlagen bis November Zeit zu geben, Listen mit Werken zu erstellen, die nicht in das Projekt aufgenommen werden dürfen. Derzeit arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben mit der University of Michigan, der Harvard University, der Stanford University, der New York Public Library und der Oxford University zusammen, um deren Büchersammlungen entweder teilweise oder vollständig zu scannen.
Komplizierte rechtliche Lage In den USA sind alle Bücher, die nach 1922 herausgegeben wurden, als urheberrechtlich geschützt eingestuft. Ausgenommen sind davon nur Werke, die bereits davor nicht geschützt waren. Dazu zählen etwa Werke, die von der US-Regierung verfasst wurden. Zu den geschützten Büchern stehen nur bibliografische Informationen und kurze Textausschnitte zur Verfügung. Außerhalb der USA richtet sich Google nach je jeweiligen lokalen Gesetzen. Alle öffentlich zugänglichen Bücher, die nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind, können vollständig eingesehen werden.
Registrierung nötig Nach der Eingabe eines Begriff werden die Ergebnisse wie bei der normalen Internetsuche inklusive Buchcover angezeigt. Klickt man einen der gefunden Links an, stellt Google Print eine Verknüpfung zu der gescannten Buchseite her. Die Buchseite wird dann vollständig angezeigt, der Suchbegriff farblich unterlegt. Dazu ist eine kostenlose Registrierung nötig. Zu jedem Suchergebnis werden auch Links zu Verlagen und Online-Händlern angeboten. Ist ein Buch vergriffen, werden Links zu Antiquariaten angeboten.
Ergänzung Einige Verlage wollen die Digitalisierung der Werke nicht der Suchmaschine alleine überlassen. So arbeiten die im Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisierten Verlage an einem Projekt, das sich als Ergänzung zu Google Print versteht, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet. Die Daten lagern auf den Servern der Verlage, auf die die Suchmaschine zugreifen kann. Das Projekt soll im Sommer fertig gestellt sein.
(br)
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