Samsung verbietet Gewerkschaften

Samsung Electronics soll eine „Keine Gewerkschaft“-Policy mit Abhöraktionen verbinden und jeden Fabrikarbeiter in Südkorea entlassen, der sich gewerkschaftlich organisieren möchte.

 

(04.01.2012, 15:00) Medienberichten zufolge soll ein Aktivist aus Südkorea berichten, dass Samsung Mitarbeiter in den Fabriken in Südkorea im Hinblick auf ihre Ambitionen, sich in einer Gewerkschaft zu vereinigen, überwachen soll und Arbeiter, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und Lohnzahlungen einsetzen wollen, kündigt. Samsung soll dabei zahlreiche Methoden anwenden, um die Gründung von Gewerkschaften in südkoreanischen Fabriken zu verhindern.

 

Jeong-ok Kong von der Aktivistengruppe Sharps (Supporters for the Health And Rights of People in the Semiconductor Industry) geht hart mit dem Konzern ins Gericht und berichtet, dass Samsung mit direkter und brutaler Gewalt gegen den Versuch, sich gewerkschaftlich zu organisieren, vorgeht. Abhörmaßnahmen und Verfolgung von Personen seien an der Tagesordnung, wobei „jeder, der jemals versucht hat, sich gewerkschaftlich zu organisieren oder auch nur zum Ausdruck brachte, Sympathien für die Gewerkschaft zu haben, entlassen oder isoliert wurde“.

 

Samsung hat zu den Vorwürfen Stellung genommen und erklärt, dass es keine Gewerkschaften gibt, die in Übereinstimmung mit den koreanischen Gewerkschaftsgesetzen gegründet wurde. Arbeiter werden durch einen Arbeitsrat vertreten, der nach europäischem Vorbild tätig ist und wie Organisationsformen hierzulande über Arbeitsbedingungen und Vergütungsbelange diskutiert.

 

Ob die Anschuldigen des Aktivisten dazu führen werden, dass Samsung die Gründung von Gewerkschaften in Zukunft fördern wird, bleibt abzuwarten. Es ist aber davon auszugehen, dass die großen Technologiekonzerne in Asien ihre starke Stellung gegenüber den Fabrikarbeitern weiterhin nutzen, um die Produktionskosten gering zu halten und alles daran setzen werden, diese Situation beizubehalten.

 

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