Samsung kauft Technologie von Cambridge Silicon Radio zu

Die Handset Sparte von CSR wechselt für 310 Millionen Dollar von CSR zu Samsung. Damit kann Samsung die CSR-Technik wohl auch in ihre ARM-SoCs für Smartphones und Tablets einbauen, also in die Applikationsprozessoren der Serie Exynos.

 

(18.07.2012, 14:45) Samsung kauft für 310 Millionen Dollar die Handset Sparte von CSR. Nach dem Abkommen (pdf) wechseln auch 310 Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung von Handset Connectivity und Location von CSR zu Samsung. Außerdem erwirbt Samsung um 34,4 Millionen Dollar rund 4,9 Prozent der Aktien des Unternehmens. Samsung kauft damit auch 21 international angemeldete Patente, für die CSR aber weiter die Nutzungsrechte behält.

CSR wurde im Jahr 1999 von neun Consultants aus Cambridge gegründet  und entwickelte zunächst vor allem Bluetooth-Technik. Danach kamen besonders stromsparende Wlan-Adapter für Handys und Smartphones hinzu. Im Jahr 2009 kaufte CSR den GPS-Spezialisten SiRF, 2010 mit APT Licensing die Entwickler des Audiokompressionsverfahrens apt-X (aptX) und 2011 Zoran, einen Entwickler von TV-Empfängerchips. Seine Chips lässt CSR von TSMC fertigen.

Einer der ersten Investoren in CSR war die vom Österreicher Hermann Hauser gegründete und ebenfalls in Cambridge ansässige Venture Firma Amadeus Capital Partners. Hauser ist aber auch Co-Gründer der Firma ARM, die die Designs für die in Handys, Tablets und allen möglichen anderen Geräten verwendeten Chips liefert. Laut Hauser ist CSR eines der erfolgreichsten Investments von Amadeus. Von der Zahlung Samsungs werden auch bis zu 285 Millionen Dollar an die Aktionäre ausgeschüttet.

CSR will sich nach eigenen Angaben nun auf die Bereiche Sprache und Musik, Automotive Infotainment, Indoor Location, Bildverarbeitung und "Bluetooth Smart" konzentrieren. CSR will auch weiter existierende und künftige Produkte der Handset-Sparte verkaufen, aber nur noch in andere Marktsegmente als eben Handys und Smartphones.

Samsung stärkt durch diesen Zukauf von Technologie seine Konkurrenzposition im hart umstrittenen SoC-Geschäft. Marktführer bei den Smartphone-Chips war 2011 mit deutlichem Vorsprung Qualcomm. Bisher konnte nur das US-Unternehmen seine GPRS-, UMTS- und LTE-Modems mit ARM- und GPU-Kernen kombinieren und integriert bei den Snapdragon-Chips unter anderem auch Audio-, WLAN-, Bluetooth- und GPS-Einheiten. Samsung musste bisher für seine US-Versionen des Galaxy S3 auch auf Qualcomms Snapdragon zurückgreifen um LTE zu unterstützen.

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