Massenhafte Stellenbewerbung bei Foxconn


Menschenmassen stehen vor den Einstellungsbüros des berüchtigten Herstellers und Apple-Zulieferers Foxconn in China.

 

(02.02.2012, 14:15) Unzählige Jobsuchende wollen sich bei dem berüchtigten Hersteller in China um eine Stelle bewerben. Dies weist auf die dramatische Lage am chinesischen Arbeitsmarkt für gering ausgebildete Arbeitskräfte hin. In anderen Fabriken seien die Sicherheitsvorkehrungen und Arbeitsbedingungen nicht höher, die Lohnzahlungen allerdings weitaus unsicherer. Medienberichten zufolge bilden sich lange Warteschlangen vor den Personalbüros von Foxconn in Shenzhen, Zhengzhou und Wuhan in China.

 

Zum chinesischen Neujahresfest, das vor mehr als zwei Wochen begonnen hat, reisen Millionen Chinesen für die Feierlichkeiten in ihre Heimatdörfer. Nach dem Fest sind zahlreiche Menschen auf Jobsuche und versuchen ihr Glück bei Foxconn, einem Unternehmen, das in der Vergangenheit mehrmals für negative Schlagzeilen wegen der unmenschlichen Arbeitsbedingungen gesorgt hat.

 

In den Fabrikshallen gäbe es Sprechverbot, Arbeitszeiten, die Menschen an die äußersten Grenzen körperlicher Ausdauer gehen lassen und kaum Sicherheitsvorkehrungen. Arbeitsunfälle mit Toten und Verletzen sind nicht selten. Erst kürzlich hat der bekannten Apple-Zulieferer für negative Schlagzeilen gesorgt, nachdem mehr als 300 Angestellte des Unternehmens mit kollektivem Massenselbstmord gedroht hatten, wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht ändern würden. Die Arbeiter waren mit der Herstellung von Xbox 360 Konsolen beschäftigt und einigten sich darauf, gemeinsam vom Dach der Fabrik zu springen.

 

Bei Foxconn kam es bereits zuvor zu einer ganzen Serie von Selbstmorden, weshalb das Unternehmen wegen der schlechten Arbeitsbedingungen stark in Kritik geraten war. Nach Schadensersatzforderungen seitens der Arbeiter und falschen Versprechungen, dass diese gezahlt werden, wenn die Mitarbeiter ihre Verträge auflösen würden, kam es zur Eskalation.

 

Am 2. Januar versammelten sich mehr als 300 Mitarbeiter in Wuhan auf dem Fabriksdach und drohten damit, in die Tiefe zu springen. Ein Behördenvertreter konnte die Arbeiter schlussendlich davon überzeugen, die Drohung nicht wahr zu machen. Nach der Protestaktion sei es, so Vertreter des Unternehmens, zu einer Einigung mit den Arbeitnehmern gekommen. In den Fabriken beträgt der Basislohn derzeit gerademal 2.650 Yen (320 Euro), wobei hier eine Unterbringung in einem Wohnheim auf dem Werkgelände integriert ist.

 

Offensichtlich haben die Arbeitssuchenden trotz der harschen Arbeitssituation und der geringen Bezahlung aber keine andere Möglichkeit als sich dort zu bewerben, da in den anderen Fabriken noch härterer Bedingungen herrschen.

 

 

"Obwohl Foxconn wegen grausamer Arbeitsbedingungen in der Kritik steht, bietet das Unternehmen einen relativ hohen Lohn und zahlt die Gehälter nach einem stabilen Zeitplan, beides Faktoren, weshalb große Menschenmassen in China Jobs in dem Unternehmen suchen."

 

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