Google I/O 2017: Künstliche Intelligenz nutzt Kunden und ... Google

Die Plattform Android wird bereits auf 2 Milliarden Geräten genutzt Die Plattform Android wird bereits auf 2 Milliarden Geräten genutzt
Google hat bei seiner heurigen Entwicklerkonferenz den im Vorjahr angekündigten Strategiewechsel von Mobile zu KI fortgesetzt und bekräftigt. Alle Google Produkte werden von KI durchdrungen - das hilft dem User, vor allem aber Googles Geschäft mit Werbung.

(18.05.2017, 08:50) Die Keynote, mit der die Google I/O 2017 gestartet wurde, war durchdrungen vom Thema Künstliche Intelligenz. So wie das in allen Produkten und Services von Google bereits der Fall ist oder noch sein wird. Seit dem Vorjahr steht Künstliche Intelligenz und nicht mehr Mobile im Vordergrund. "Wir werden alle unsere Produkte überarbeiten. Alles verändert sich dank Künstlicher Intelligenz", so Google CEO Sundar Pichai.

Stolz zeigte man eigens für KI entwickelte Prozessoren und ganze Netzwerke davon, die in Googles Rechenzentren zum Einsatz kommen werden. Sie sind besonders leistungsfähig für die Aufgaben der KI.  

Die Funktionalität von Googles Betriebssystem Android, das mittlerweile auf zwei Milliarden Smartphones und Tablet-PCs läuft, wird durch Künstliche Intelligenz ergänzt. Machinelles Lernen in der neuen Version Android O, die im Sommer veröffentlicht wird, erkennen neben einzelnen Wörtern künftig auch ganze Ausdrücke, rufen automatisch Adressen auf und zeigen dem Nutzer die Route im Kartenservice Maps. Auch Fotos oder Etiketten auf Waren werden ausgewerteet. Das entsprechende Service heißt Google Lens. „Wir werden immer besser darin, zu verstehen, was in den Bildern zu sehen ist”, sagt Pichai. „Unsere Algorithmen sind darin besser als Menschen.”

Google CEO Sundar Pichai bei der I/O 2017

Aber Google Home, Konkurrenz zu Amazons Echo mit Alexa, bekommt man zukünftig automatisiert Warnungen, wenn man früher aufbrechen soll, so Googles KI erkennt, dass am Weg zum nächsten Termin zähflüssiger Verkehr herrscht. KI verknüpft also Zusammenhänge und bringt Informationen aus dem eigenen Kalender mit den Verkehrsdaten aus Maps in Verbindung. Cool, nicht?

Das sind sehr nützliche Angebote für den User. Macht es Google nur um uns zu helfen? Sicher nicht. Googles Haupteinnahmequelle ist nach wie vor Werbung. Gezielte Werbung, die die Interessen eines Users genau anspricht, kann teurer verkauft werden, als solche, die nach dem Gießkannenprinzip breit gestreut wird. Auf den Punkt gebracht: Je mehr Google über dich weiß, desto mehr bringt die Werbung ein, die dir gezeigt wird.

Ein Bespiel dafür sind Google Fotos. Ich habe 115 GB kostenlosen Speicher in Google Drive verfügbar, in dem auch meine Fotos landen (könnten). Fotos vermitteln Google viel Wissen über den User. Hat man einen Hund oder eine Katze wird Werbung für passendes Futter angeboten. Macht man Urlaubsfotos in der Bretagne, werden Flüge nach Frankreich beworben. Die Übertragung und Speicherung der Fotos bei Google kostet Geld, aber das rechnet sich offenbar für Google dank der Informationen, die mit KI aus den Fotos gewonnen werden.

Google hat es geschafft in vielen Bereichen zur Plattform zu werden. Mit der Suche sowieso, mit Android auf 2 Milliarden Smartphones und Tablets ebenfalls. KI wird die nächste Plattform, denn sie wird nicht nur in allen Google Produkten vorhanden sein, sondern auch in vielen Apps und Services von Dritten. Google stellt dafür Schnittstellen zur Verfügung, die Auswertungen erfolgen zum großen Teil auf Googles eigenen Servern und damit fließen auch die Informationen zu.

Mit Android peilt Google auch die "nächste Milliarde" User an. Die, die sich ein teures Smartphone mit viel Speicher leisten können, sind bereits erfasst. Das etwas abgespeckte und optimierte Android Go soll auf Smartphone mit 0,5 bis 1 GB RAM laufen können und das sind die Smartphones im untersten Preissegment. "Lite" Apps dafür gibt es bereits von den Großen wie etwa Facebook.

Wie Plattformen mit KI wirken, zeigt sich auch an einem weiteren, gestern vorgestellten Produkt: Google Jobs. Zunächst nur in den USA verfügbar, soll es bessere Chancen bieten Jobs zu finden. Wieder werden Daten aus verschiedenen Quellen verknüpft. So sieht man bei einem Jobangebot gleich, wie lange man dorthin fahren muss. Sicher praktisch. Selbständige Jobbörsen, die den Markt aufgebaut haben, werden es schwer haben, sich gegen Google zu behaupten.

Es gab gestern keine großartigen Neuankündigungen, sieht man vom dem erwarteten autonomen VR-Headset ab. Aber eines zeichnet sich ab: Google wird bald mehr über Dich wissen, als Du selbst.

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