Lieber Weblog!

Das Internet Phänomen Weblog findet in letzter Zeit immer mehr Zuspruch. Informationen werden schnell und unkompliziert veröffentlicht.

Weblogs sind keine Neuerfindung des jungen Jahrtausends. Laut Thomas N. Burg, Leiter des Zentrums für Neue Medien, Donau-Universität Krems, kamen die ersten Weblogs 1997 auf. Seither ist die Zahl der "Netztagebücher" rapide angestiegen. Die Berichterstattung im Zuge des Irak-Krieges und des Terroranschlages vom elften September 2001 rückte das Phänomen erst in den letzten einenhalb Jahren verstärkt ans Licht der Öffentlichkeit. In so genannten "Warblogs" verbreiteten unabhängige Journalisten und Privatpersonen ihre Informationen zum Kriegsgeschehen und dessen Hintergründe.

Wie, was, wo
Weblogs sind Webseiten, die basierend auf einer eigenen Software tagebuchartig aktuelle Einträge einer Person darstellen. Der Betreiber notiert in sein "Log" alles, was mitteilenswert erscheint. Im privaten Bereich gibt es bereits einige Millionen solcher "Online-Tagebücher". Zunehmend werden sie aber auch in Wirtschaft, Politik und Kultur eingesetzt. Möglich wurde die Entwicklung durch Bereitstellung kostenloser oder kostengünstiger Software, die eine leichte Administration der Weblogs gewährleistete. Im geschäftlichen Umfeld profitieren vor allem Public Relations und Produktentwicklung von dieser Form des Publizierens. Zielgruppengenauen Ansprache und die enge Bindung, die durch einen permanenten Dialog mit Kunden und potentiellen Kunden entsteht, machen Weblogs hier zu einem interessanten Medium. Aber auch in den Feldern Wissens- und Projektmanagement, Berichtswesen sowie Bildung und Forschung sehen Experten Einsatzmöglichkeiten für Weblogs.

BlogTalk
Vom 23. bis 24. Mai 2003 findet im Tech Gate Vienna die internationale Konferenz "BlogTalk" statt, die sich mit den Anwendungsmöglichkeiten des Online-Publikationsformats beschäftigen wird. "Als Business-Anwendung befinden sich Weblogs noch in den Kinderschuhen, als Werkzeug des Wissensmanagements werden sie aber bereits ins Auge gefasst und im privaten Bereich boomen sie", so Weblog-Experte Burg.

Anonym, ohne Narrenfreiheit
Bei Invisiblog ist es möglich Informationen anonym im Web zu verbreiten. Hat man sich einen eigenen Blog eingerichtet erfolgt die Identifikation über einen PGP Public Key. Die Informationen werden dann via E-Mail über den Remailer Mixmaster gesendet. Die Anonymität ermöglicht jedoch keine Narrenfreiheit, da der Betreiber laut eigenen Angaben Inhalte bei Verstößen gegen Copyright und andere geltende Rechte wieder entfernt. Es soll gewährleistet sein Informationen bedenkenlos veröffentlichen zu können.

Unterwegs bloggen
Beim deutschen Anbieter 20six AG können Internet-Nutzer auch über Handy Texte, Töne oder Fotos auf ihren persönlichen Internetseiten veröffentlichen. Bisher konnten 20six-Nutzer ihre Journal-Einträge über die Website des Hamburger Unternehmens eingeben. Für die spontanen Einträge über das Handy sieht Unternehmensgründer Stefan Wiskemann viele Einsatzmöglichkeiten: "Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Schnappschüsse von der Party, Sequenzen vom Live-Konzert oder ein direkter Kurzbericht zum Fußball-Spiel der Lieblingsmannschaft ­ die aktuelle Erlebniswelt wird Bestandteil des eigenen Internet-Magazins." Jeder Nutzer kann bei 20six eine eigene E-Mail-Adresse einrichten. An diese Adresse schickt der Weblogger vom Handy zusammen mit einer PIN-Nummer seine kurzen Kommentare, Fotos oder aufgenommenen Töne. Die Daten werden dann auf der persönlichen Online-Seite veröffentlicht.


(br)