(Wien, 22.12.2009) Experten sprechen bereits von Fernsehen 3.0, in Österreich kommt aber selbst 2.0 – das digitale TV in HD-Qualität – nur langsam in die Gänge. Vor allem aber scheint HD nun auch als Vehikel missbraucht zu werden um abzucashen, verlangen doch Marktführer UPC und die Telekom Austria einen ziemlichen Aufschlag gegenüber SD, also Standard Definition, der mittlerweile jahrzehntealten Bildqualität.
Der ORF hat im Juni 2008 begonnen anlässlich der Fußball-EM sein erstes Fernsehprogramm auch in HD-Qualität zur Verfügung zu stellen. Seit dem 5.12.2009 gibt es nun auch das zweite Programm in HD zu sehen. „Neben originären HD-Angeboten werden alle Programme, die in SD zur Verfügung stehen, in einem aufwendigen Verfahren hochgerechnet.“ so der ORF auf seiner Homepage. Verfügbar sind die Programme via Digitalkabel, Digitalsatellit und via aonTV der Telekom Austria.
HD bei kabelsignal
Interessant ist, wie die Kabelanbieter damit umgehen. Die kabelsignal AG, die zu 100 Prozent der EVN gehört und in Niederösterreich, Burgenland und der Steiermark tätig ist, bietet analoges und digitales TV inklusive HD zum gleichen Preis (von 14,50 Euro im Monat) an. Und – vor allem auch mit dem Standard DVB-C, der von allen neu gekauften TV-Geräten unterstützt wird. Das heißt, man kann ein neues Gerät, das einen DVB-C Tuner enthält und Full HD unterstützt, einfach anstecken und statt der 40 analogen sofort 120 digitale Kanäle, sowie fünf HD-Sender empfangen.
UPC dopppelt so teuer
Anders geht die UPC damit um. Analoges TV wird als Paket nicht mehr angeboten, wiewohl man es im Netz, so man einmal angemeldet ist, noch immer empfangen kann. Für das Startpaket muss man für 64 digitale Kanäle bereits Euro 20,95 berappen. Wer ein neues Gerät mit DVBC-Tuner anschließen möchte wird aber enttäuscht sein, denn der digitale Empfang ist nur mit der von UPC zur Verfügung gestellten Set-top-Box möglich. Also ein weiteres Kast’l und Stromverbraucher in der Wohnung.
Im Basisangebot sind drei HD-Kanäle inkludiert, für deren Empfang man jedoch die HD DVR Box um Euro 7,90 benötigt. Im Paket HD+ sind vier zusätzliche HD-Kanäle enhalten, für die man nochmals zwei Euro extra zahlen muss. Das Extra-Kast'l - egal ob für SD oder HD - benötigt man, da UPC eine proprietäre Lösung bevorzugt und eben nicht auf Standards setzt.
Telekom Austria
Das aonTV Basispaket kostet Euro 22,78 pro Monat. Darin enthalten sind 15,98 Grundgebühr für den Anschluss, 4,90 für das TV Basispaket und 1,90 für die aonTV MediaBox. Die MediaBox ist für jeden Fernseher erforderlich, da auch die TA die in den TV-Geräten vorhandene Technologie nicht nutzt, oder nicht nutzen kann. Wer HD-Programme empfangen will, zahlt noch extra 4,90 Euro für die aonTV HD Videothek, in der allerdings auch der Download eines Spielfilms pro Monat inkludiert ist.
Satellit
Satelliten-Antennen gibt es bereits um ungefähr 80 und SAT-HD-Receiver um ungefähr 140 Euro, die man allerdings pro TV-Gerät benötigt. Dazu kommen natürlich noch die Kosten für Verkabelung und Installation. Allerdings – in der Stadt ist die Anbringung einer SAT-Antenne meist kein einfaches Unterfangen.
Terrestrisch
Derzeit kann über DVB-T nur das alte SD-Format empfangen werden. Nach Auskunft des ORS will man aber voraussichtlich im Mai 2010 mit einer auf Wien und Graz beschränkten HD-Pilotphase beginnen. Derzeit sind im Osten Österreichs sieben Programme per DVB-T empfangbar, im Westen noch einige mehr. Was davon auch in HD verfügbar sein wird, ist noch unklar. Die Pilotphase wird voraussichtlich 18 Monate dauern, danach soll der HD-Empfang für ganz Österreich ausgerollt werden. Der terrestrische HD-Empfang ist übrigens einer der Gründe, warum sich ORF und ORS so heftig gegen die Abgabe der durch die Digitalisierung freigewordenen Rundfunkfrequenzen an den Mobilfunk wehren. Ob die DVB-T-Tuner in den derzeit verkauften Geräten dann auch HD empfangen können, ist noch offen. Wahrscheinlich wird man aber wieder eine neue Set-top-Box benötigen ....
Die HD-Angebote im Vergleich
| kabelsignal | Telekom Austria | UPC | |
| verfügbare Sender (SD + HD) | 120 + 7 | 70 + 2 | 61 + 3 |
| Kosten pro Monat | 14,50 Euro | 27,68 Euro | 28,85 Euro |
| Kosten pro Zusatz-Gerät (monatl.) | 0 | 1,90 Euro | 7,90 Euro |
Kommentar zu UPC inode
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