Aus bisher noch unbekannten Gründen ist am Fabrikgelände in Taiyuan ein Aufstand ausgebrochen, an dem nach bisherigen Meldungen über 2.000 Menschen beteiligt waren. Insgesamt arbeiten über 80.000 Menschen in der Foxconn-Fabrik.
(24.09.2012; 10:30) Der chinesische Auftragsfertiger Foxconn schafft es nicht aus den Schlagzeilen. Das Unternehmen produziert für HP, Dell und Sony. Der mitunter wichtigste Auftraggeber ist Apple, weswegen vor allem auch der in Kalifornien ansässige Konzern oft auch für die Arbeitsbedingungen vor Ort mitverantwortlich gemacht wird.
Erst Anfang des Jahres drohten 150 Mitarbeiter mit Selbstmord, wenn sich die Arbeitsbedingungen und Sicherheitsvorkehrungen nicht maßgeblich verbessern. Die 14 Selbstmorde aus dem Jahr 2010 veranlassten die Verantwortlichen lediglich dazu, Netze um die Gebäude zu spannen und Klausel in Verträge hinzuzufügen, in denen Arbeiter zustimmten, sich nicht am Firmengelände umzubringen.
Nachdem für Apple Foxconn der wichtigste Zulieferer ist, hagelte es in der Vergangenheit auch viel Kritik für das kalifornische Unternehmen, weswegen Tim Cook auf den öffentlichen und medialen Druck reagierte und selbst nach China reiste, um sich einen Überblick über die Bedingungen zu schaffen und auch die FLA, Fair Labor Association.
Die FLA bescheinigte Foxconn eine deutliche Besserung gegenüber den ersten Untersuchungen. Die über 50 festgestellten Mängel gelobte man umgehend zu beheben, aber anscheinend gibt es dabei gröbere Verzögerungen, wobei die Deadline wurde für den 1. Juli 2013 festgelegt, oder ein anderer Anlass brachte die Arbeiter dazu, auszurasten.
Aufgrund der Ausschreitungen mussten mehrere Fabrikarbeiter ins Krankenhaus gebracht werden. Einige andere sind nur leichtverletzt. Aufgrund der Ermittlungen wurde das Werk nun vorübergehend geschlossen. Es kann durchaus sein, dass dies auch noch ein paar Tage so bleiben wird bis die von der Polizei durchgeführten Untersuchungen abgeschlossen sind.
Während der User Li Tian schreibt auf Sina Weibo, dass die Unruhen nicht mit den Anti-Japan-Protesten in Zusammenhang stehen. Dennoch ist bislang unklar was wirklich dazu führte. Hingegen scheint man sich bei Foxconn wiederum ziemlich sicher zu sein, dass die Ausschreitungen nicht im Zusammenhang mit der Arbeit der Beteiligten stehen. Auf die Frage ob in diesem Werk das iPhone 5 gebaut wird, wollte man nicht antworten.
Bislang ist die ganze Angelegenheit noch etwas undurchsichtig, denn in Internetforen tauchten nun Meldungen von angeblichen Mitarbeitern auf, dass der Aufruhr daher rührte, dass ein Wachmann einen Arbeiter schlug.
Egal welche Gründe nun schlussendlich zu diese Unruhen führten, bestätigen diese die Berichte und Beschreibungen eines chinesischen Undercover-Reporters, der für 10 Tage bei Foxconn, genau in dieser Fabrik in Taiyuan beschäftigt war und darüber detailliert Tagebuch schrieb, wir berichteten.
Nach der Berechnung des Journalisten fertigte er gemeinsam mit den anderen 12 Mitarbeitern in seiner Produktionslinie innerhalb von 10 Stunden über 36.000 iPhone 5 Rückteile und das multipliziert mit vier, denn insgesamt gibt es vier Produktionsreihen.
Für knapp 2 US-Dollar pro Stunde wurden die Arbeiter, laut dem Undercover-Journalisten, dazu genötigt Überstunden zu machen, denn immerhin sei man auch dazu da, um Geld zu verdienen und wer hört schon gerne um 5 Uhr morgens auf zu arbeiten? Der Reporter hatte Glück, denn er konnte gehen, wann immer er wollte. Doch die meisten und genau das wissen die Supervisor, brauchen den Job zum Überleben und dafür ist man bereit einiges in Kauf zu nehmen.
Die Arbeitsbedingungen sind vielleicht besser als der chinesische Schnitt, aber es herrschen dennoch raue Sitten und auch das Arbeitstempo geht auf Dauer nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Seele.

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