Social Networks spüren Sexualstraftäter auf
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Social Networks spüren Sexualstraftäter auf

 
 

Zahlreiche Sexualstraftäter und Pädophile suchen sich ihre Opfer im Internet und nicht selten kommt es zu sexuellen Übergriffen. Mit einem Scan-Programm versucht Facebook potentielle Täter schon im Vorfeld zu stoppen.

(13.07.2012, 15:30) Ein Mann Anfang 30 hat mit einem 13-Jahre jungen Mädchen aus South Florida gechattet. Er hatte die Absicht sie am nächsten Tag nach der Schule zu treffen. Facebooks Scan-Technologie, die Postings und Chats nach kriminellen Aktivitäten untersucht, hat die Konversationen automatisch für Mitarbeiter kennzeichnet, die sie gelesen und umgehend die Polizei verständigt haben.

Beamte verschafften sich dann Zugang zum Computer des Teenagers und verhafteten den Mann am nächsten Tag, erzählt Special Agent Supervisor Jeffrey Duncan vom Florida Department für Law Enforcement. Der mutmaßliche Täter hat auf den Anklagepunkt, sich einer Minderjährigen angeboten zu haben mit „Nicht schuldig“ plädiert.

"The manner and speed with which they contacted us gave us the ability to respond as soon as possible," sagt Duncan, einer der halben Dutzend Law Enforcement Beamten, der in Facebook dafür lobt, die Recherchen eingeleitet zu haben.

Facebook ist eines der vielen Unternehmen, die eine Kombination von neuen Technologien und menschlicher Überwachung um Sexstraftaten zu vereiteln, betreiben. Solche Anstrengungen starten üblicherweise mit einer automatisierten Untersuchung nach unangemessener Sprache und dem Auswechseln von persönlichen Informationen und erweitern die Nutzung von Aufzeichnungen über die Chats von verurteilten Pädophilen, um der Softwaren zu lernen, was sie aufspüren soll.

Solche Schutzsoftware-Techniken sind effektiv, aber sehr teuer, außerdem könnten sie  auch einige Nutzer der Seite verstimmen. Insbesondere jugendliche Nutzer erwarten mehr Freiheiten in ihren Äußerungen. "There are companies out there that are doing a very good job, working within the confines of what they have available," sagt Brooke Donahue, ein Supervisory Special Agent mit einem FBI Team, das sich Internet Tätern und Kinderpornografie widmet.  "There are companies out there that are more concerned about profitability."

Neue Trends

Zwei kürzliche Vorfälle werfen neue Fragen über die Bereitschaft von Unternehmen in Sicherheit zu investieren, auf. Letztes Monat haben die Macher von einer Smartphone-App namens Skout (gemacht, um mit Fremden aus der selben Gegend zu flirten),  zugegeben, dass die Nutzung zu sexuellen Übergriffen auf drei Teenagers durch Erwachsene geführt hat.

Ebenso im Juni blockierte die virtuelle Welt Habbo Hotel, die sich auf Jugendliche spezialisiert und laut eigenen Angaben Hunderte von Millionen registrierte Nutzer hat, vorübergehend alle Gespräche nach einer Reportage im Fernsehen. Sie zeigte, dass zwei Sexualstraftäter Opfer auf der Seite ausfindig gemacht haben und ein Journalist berichtete, er hätte sich als ein 11-jähriges Mädchen ausgegeben und wurde bombardiert mit eindeutigen Anfragen und Aufforderungen, sich vor der Webcam auszuziehen.

Das Versagen auf Skout und Habbo schockierte Technologie-Fachleute und Experten für Kindersicherheit, die fürchten dass sie zu einer erneuten Panik über Online Sicherheit führen. Durch viele Maßnahmen, waren Internetverbundene Sexverbrechen gegen Kinder immer eher selten und fallen weiter ab. Die meisten solcher Verbrechen werden im Großteil der Fälle nicht von Fremden, sondern von Personen verübt, die die Kinder kennen.

Wie der Skout-Fall zeigte, gibt es etliche neue Trends, die die Besorgnis von Experten für Kindersicherheit erhöht haben. Der Anstieg der Smartphones, die für Eltern schwieriger zu überwachen sind, Service der Orte-Bestimmung und die rasante Ausbreitung von Telefon- und Table-Apps sind einige dieser neuen Faktoren.

Ein stabiles System zur Verteidigung gegen Online Straftäter benötigt die Aufsicht von trainierten Mitarbeitern und einer intelligenten Software, die gemeinsam nicht nur nach unangemessener Kommunikation suchen, sondern auch Verhaltensmuster analysieren, sagen Experten.

Schutzmaßnahmen 

Facebooks Scan-Software hängt ebenso von der Prüfung von Beziehungen und Archiven von realen Chats ab, die sexuelle Übergriffe voranstellen, erzählt Chief Security Officer Sullivan. Das Unternehmen will eine breitere Diskussion zu seiner Überwachungstechnologie jedoch vermeiden. Viele Nutzer könnten Bedenken darüber haben, dass ihre Unterhaltungen auf Facebook von einer Software überwacht werden.

"Wir wollten niemals eine Umgebung schaffen, in der Mitarbeiter private Gespräche prüfen. Von daher ist es sehr wichtig, dass wir eine Technik mit einem sehr geringen Anteil an Falschmeldungen verwenden" sagt Sullivan. Außerdem forscht Facebook nicht nachhaltig nach, wenn es sich um länger existierende Beziehungen handelt. Die Software konzentriert sich demnach auf Gespräche zwischen Mitgliedern, die nur lose miteinander verbunden sind.

Gerichtsprotokolle zeigen, dass einige Erwachsene Facebook genutzt haben, um eine Vielzahl von Minderjährigen anzuvisieren, bevor sie Einen oder Mehrere angegriffen haben und anschließend durch ihre Opfer oder deren Eltern identifiziert wurden. "I feel for every one we arrest, ten others get through the system," sagt Duncan über die Hinweise von Facebook und anderen Unternehmen.

Das klaffende Loch in der Abwehr von Facebook und anderen Seiten mit Jugendlichen besteht darin, dass Minderjährige leicht ein falsches Geburtsdatum angeben und sich damit als Erwachsene ausgeben können. Umgekehrt wäre es genauso einfach für Erwachsene sich als Minderjährige zu „tarnen“, wie es mit Skout passiert ist.

Technologien können genutzt werden, um das Alter von Web- und App-Nutzern zu überprüfen. Einer der Anbieter ist Aristotle International Inc, die eine Vielfalt an Methoden anbieten. Eine Beispiel dafür wäre, dass ein Elternteil für das Kind bürgt und eine symbolische Zahlung mit einer Kreditkarte durchführt, um die Identität als echter Elternteil zu beweisen.

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