"Social Commerce ist einer der heißen Trends 2011"

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'Social Commerce ist einer der heißen Trends 2011'

 
 

Das österreichische Web-Startup Garmz bietet Jung-Designern einen großartigen Einstieg ins Modebusiness. Im Interview spricht CEO Andreas Klinger über das Konzept und den 2011-Trend "Social Commerce".

(20.12.2010, 12:47) Die heimische Startup-Szene durchströmt ein Hauch von Silicon Valley Charakter. Die Jungunternehmer Andreas Klinger, Tamas Locher und Gilbert Wedam haben mit Garmz bereits erste internationale Erfolge verbucht. Im Gespräch mit der Telekom Presse plaudert Co-Gründer Andreas Klinger aus dem Web-Nähkästchen.

 

Telekom Presse: Was genau ist Garmz und wie funktioniert es?

 

Andreas Klinger: Auf garmz.com können Modestudenten und Mode-interessierte User ihre Entwürfe hochladen, sie erhalten Feedback zu ihren Arbeiten und können eine Fanpage aufbauen. Zusätzlich bieten wir ihnen die Möglichkeit Kontakte zu einflussreichen Modemachern in der Industrie herzustellen. Die Produktion übernehmen dann wir. Wir unterstützen die Designer auch in ökonomischen Fragen, denn dieser wichtige Kernbereich kommt in der Ausbildung in Modeschulen offensichtlich zu kurz. Sobald das Kleidungsstück für die Produktion freigegeben wurde. Dabei wird im Zuge eines Votings das OK von den Usern eingeholt. Das Modegeschäft ist hart und man müsste mit einem Minimum von 100 Stück in die Produktion gehen. Deshalb dauert es ziemlich lange, dass es etwas für den Designer rauswirft.

Mit unserem Konzept möchten wir aufstrebenden Designern die Möglichkeit geben, ein eigenes Label zu etablieren. Eine Besonderheit ist, dass junge Designer gmeinsam den Markt schaffen. Der Vorteil ist auch: Wir haben einen großen Pool an Kunden, die wir mit den Designern zusammenbringen. Sobald wir uns für die Produktion eines Kleidungsstücks entschieden haben, tragen wir das ganze Risiko, ob es sich verkauft oder nicht.

 

Telekom Presse: Wie geht es mit Garmz weiter? Was ist geplant?

 

Andreas Klinger: Jetzt haben wir gerade die erste Version bei Garmz – mit Entwürfen als Skizzen. In Zukunft sollen auch professionelle Designer mehr Möglichkeiten bei uns bekommen.

 

Wie kam es zur Gründung von Garmz? 


Andreas Klinger: Die grobe Idee war, Transparenz und die Produkte online verfügbar zu machen. Am Projekt selbst arbeiten wir jetzt 3 Jahren. Die eigentliche Herausforderung liegt ja in der Produktion. Die Textilproduktion ist an sich eine ziemlich komplizierte Industrie und ein relativ langsames Geschäft. Im Vergleich mit dem dynamischen Internet also eine rigide Struktur…

 

Was macht Garmz einzigartig? Wo liegen die Unterschiede zu (heimischen) Konkurrenzfirmen?


Andreas Klinger: Die Gemeinsamkeit ist Crowdsourcing. Es gibt einige Firmen, auch in Österreich, die mit ähnlichen Konzepten am Start sind, Use a Brand beispielsweise. Aber UaB ist ein Label,

das jene Userideen zulässt und produziert, die in die Kollektion und Modelinie passen. Es ist an sich aber ein Streetlabel, sie betreiben klassisches Crowdsourcing. Im Gegensatz dazu können Designer bei uns ihr eigenes Label entwickeln und ganze Kollektionen entwerfen. Wir planen auch keinen Shop und konzentrieren uns stattdessen auf ein möglichst optimales Online-Konzept. Anhand der eingeschickten Skizze können wir die Erstentwürfe inhouse schneidern.

 

Telekom Presse: Garmz war auch beim LeWeb 2010 dabei und ist als eines der 16 besten Startup-Konzepte im Contest vertreten gewesen. Wie lief die Konferenz ab? Beim Seedcamp habt ihr einen Preis gewonnen plus 50.000 Euro.

Andreas Klinger: Das Seedcamp ist eines der bestvernetzten Institutionen, da macht man nicht wegen dem Preisgeld mit, sondern wegen dem Netzwerk. Es findet in London statt, und die Stadt wird inzwischen als Silicon Valley von Europa und heiße Drehscheibe bei Social Media Innovationen bezeichnet. Der Finanzmarkt, international agierende Medien und Investoren – sie alle sind vor Ort, was eine großartige Chance für Jungunternehmer ist. Die LeWeb ist mit Abstand die wichtigste und größte Webkonferenz Europas, in unserem Fall auch die DLD (Digital – Life – Design). Die LeWeb ist ein Treffpunkt für v.a. amerikanische Investoren und Firmenpartner und ist für viele Webstartups ein enorm wichtiger Vernetzungs- und Präsentationsort.

 

Telekom Presse: Wie ist euch die Startfinanzierung gelungen?

Andreas Klinger: Wir haben 2 Jahre lang gesucht. Das liegt wohl daran, dass wir zu früh auf Investoren zugegangen sind. Zu der Zeit war die Wirtschaftskrise am Höhepunkt angelangt, was die Suche nahezu unmöglich machte. Schließlich haben wir in Österreich, der Schweiz und Europa eine kleine Investorenrunde aufgetan. Im Rahmen der aktuellen Medienaufmerksamkeit haben wir bei potenziellen Investoren noch einmal eine Runde gedreht.

 

Telekom Presse: E-Commerce ist derzeit stark im Kommen. Wo stecken die meisten Wachstumspotenziale?

 

Andreas Klinger:  Mode-E-Commerce ist derzeit ein unglaublich starker Markt und mit Abstand der am schnellsten wachsende Bereich am E-Commerce. Mode und Textil sind das am meisten verkaufte Online-Produkt. Heute wird sehr viel online gekauft. Im Idealfall sind es Retailer wie H&M mit einem Shop oder Asos.com. Ich sehe den Trend ganz stark dahin tendieren.

 

Das Schlagwort für 2011 ist "Social Commerce". Das bedeutet, dass die Möglichkeiten von Social Media in E-Commerce eingebaut werden. Beispielsweise gibt es schon seit Ewigkeiten User-Reviews, die extrem starken Einfluss auf die Verkaufszahlen haben. Das hat man im klassischen Vertrieb nicht. Aus der Sparte wird 2011 einiges auf uns zukommen.

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