Schnüffel-Software auf Motorola-Smartphones

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Schnüffel-Software auf Motorola-Smartphones

 

Einige US-Smartphones des Herstellers enthalten offenbar eine Software, die heimlich Firmware-Modifikationen prüft und die Ergebnisse regelmäßig ans Unternehmen sendet. Über den Sinn des Programmes lässt sich momentan nur mutmaßen.

 

(18.6.2012, 15:00) Auf verschiedenen amerikanischen Motorola-Modellen (Droid RAZR und Droid 4) wurde eine Software entdeckt, die ohne Einverständnis des Nutzers Daten senden kann.

Der Systemprozess namens qe ist in den Firmwares der Smartphones integriert und erstellt automatisch Prüfsummen (MD5-Hashes) sämtlicher Dateien, die sich im Verzeichnis /system befinden.

Diese Prüfsummen werden mit einer Liste verglichen und die Daten periodisch an Motorola gesendet. So kann der Hersteller erkennen, ob Modifikationen an den Dateien in /system vorgenommen wurden. Außerdem verlangsamt der Prozess das Smartphone, da er bei jedem Start des Gerätes automatisch durchgeführt wird.

Warum Motorola die Nutzer darüber im Unklaren gelassen hat, dass ihre Daten gesammelt werden, ist nicht bekannt. Allerdings macht sich das Unternehmen auch wenig Mühe, diese Tatsache zu verbergen.

Bis auf weiteres ist daher anzunehmen, dass man mit Hilfe von qe nur statistische Daten zur Verbreitung von modifizierten Firmwares sammeln oder Malware identifizieren möchte.

Ob auch Smartphone-Modelle im deutschsprachigen Raum mit der Software versehen sind, ist bis dato nicht bekannt.

Bereits 2011 gab es einen handfesten Datenschutz-Skandal um eine Software namens Carrier IQ, die auf diversen Smartphones verschiedener Hersteller in den USA vorinstalliert war.

Das Programm zeichnet das Handy-Nutzungsverhalten auf und gewährt ohne Zustimmung der User Zugriff auf deren private Daten, wie etwa Telefonnummer, aktive Anrufe und den aktuellen Standort.

 

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