(19.2.2012, 10:02) Österreich gehört zu den 22 EU-Ländern, die ACTA bereits unterzeichnet haben. Eine anfänglich völlig unkritische Befürwortung scheint aber nun teils dem Denken gewichen zu sein. Für ACTA erklärte sich kein Ministerium und kein Regierungsmitglied zuständig und fragende Journalisten wurden im Kreis geschickt.
Nun berichtet Ö1 auf orf.at, dass Österreich nach anfänglicher Zustimmung wie einige andere Länder auch zurückzurudern beginnt. Offenbar ist man auch hierzulande von der massiven Ablehnung und den Demonstrationen beeindruckt - für Wien ist ja für den 25. Februar bereits die nächste Demo angesetzt.
Vor allem in der SPÖ wächst der Widerstand. Barbara Novak, IKT-Sprecherin der sozialdemokratischen Fraktion im Wiener Landtag, hat bereits im Gespräch mit der Telekom Presse ACTA vehement abgelehnt.
Johann Maier, Abgeordneter zum Nationalrat der SPÖ, Vorsitzender des Datenschutzrates und Konsumentensprecher, äußert sich ebenfalls schon seit einiger Zeit kritisch zu den Fallen von ACTA. Es werde in bestimmten Bereichen in die Rechtssubstanzen eingegriffen. Hier sei er im Einklang mit deutschen Experten, dass damit in das Grundrecht auf Datenschutz eingegriffen werde.
Maier ist einer Meinung, dass ACTA Änderungen der Rechtslage erfordere und schenkt den anderslautenden Beteuerungen der EU-Kommission und ÖVP-Wirtschaftsminister Mitterlehner keinen Glauben.
Die stärkste Unterstützung bekommt ACTA bisher durch die ÖVP, aber laut ORF hat Kultursprecherin Silvia Fuhrmann jetzt auf Abwarten geschaltet und will eine Entscheidung des EU-Parlaments abwarten. Recht unschön ist allerdings, dass Furhmann meint, im Internet würden Falschinformationen und Ängste über ACTA verbreitet. Wahr ist doch vielmehr, dass die Befürworter und damit auch die ÖVP Falschinformationen verbreiten.
( )© Telekom-Presse
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